1. Startseite
  2. Wissen

Polarlichter in Deutschland: Die spektakuläre Seite eines Sonnensturms

Erstellt:

Von: Tanja Banner

Kommentare

Die Sonne schleudert Teilchen Richtung Erde und der Sonnensturm verursacht Polarlichter, die bis nach Deutschland sichtbar sind.

Frankfurt – Die Wärme und das Licht der Sonne sind mit dafür verantwortlich, dass es auf der Erde Leben gibt. Doch die Sonne sorgt auch für ein Phänomen, das eine wunderschöne Seite hat – gleichzeitig aber auch sehr gefährlich sein kann. Damit gemeint sind geomagnetische Stürme: Sie können wunderschöne Polarlichter auf der Erde verursachen, ein Sonnensturm kann jedoch auch für große Schäden auf unserem Planeten sorgen.

In den vergangenen Tagen war ersteres der Fall: Ein Sonnensturm sorgte in der Nacht vom 13. auf 14. März 2022 für Polarlichter. Und zwar nicht nur – wie meist üblich – im hohen Norden: Die Polarlichter waren bis nach Deutschland sichtbar, wie zahlreiche Bilder in sozialen Medien zeigten. Im Polarlicht-Forum des Arbeitskreises Meteore wurden zahlreiche Bilder veröffentlicht, die deutlich Polarlichter in Deutschland zeigen, und zwar nicht nur im hohen Norden: auch in der Nähe von Berlin oder in Sachsen wurden Aufnahmen gemacht.

Polarlichter in Deutschland – die schöne Seite eines Sonnensturms

Polarlichter entstehen, wenn die Sonne hochenergetische Teilchen ausschleudert, die die Erdatmosphäre treffen. Dort werden Sauerstoff- oder Stickstoffatome angeregt und beginnen zu leuchten. Dieses Phänomen geschieht in einer Höhe von etwa 100 Kilometern – auf der Erde sind Polarlichter zu sehen. Je nach Intensität scheinen die grünen und roten Polarlichter regelrecht über den Beobachtenden zu „tanzen“, der Anblick ist spektakulär.

Polarlichter entstehen in einer Höhe von 100 Kilometern, wenn von der Sonne ausgeschleuderte, hochenergetische Teilchen, Sauerstoff- oder Stickstoffatome anregen. (Archivbild)
Polarlichter entstehen in einer Höhe von 100 Kilometern, wenn von der Sonne ausgeschleuderte, hochenergetische Teilchen, Sauerstoff- oder Stickstoffatome anregen. (Archivbild) © imago/Future Image

Polarlichter in Deutschland: Sonnensturm schleudert Teilchen zur Erde

Je nachdem, wo man die Polarlichter beobachtet, tragen sie einen anderen Namen: Im Norden werden sie auch Nordlichter oder Aurora Borealis genannt, im Süden heißen sie Südlichter oder Aurora Australis. In der Regel sind Polarlichter nur in der Nähe der Pole zu sehen, weil das Magnetfeld der Erde die geladenen Teilchen, die die Sonne ausgeschleudert hat, dorthin ablenkt. Bei besonders starken Sonnenstürmen kann das Polarlicht jedoch auch in mittleren Breiten – und unter Umständen auch in Deutschland – zu sehen sein.

Die Sonne befindet sich derzeit am Beginn eines neuen 11-jährigen Sonnenzyklus. Im Laufe dieses Zyklus steigt die Aktivität der Sonne und damit auch die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter. Aber auch die negative Seite der Sonnenstürme wird dann deutlicher: Ein Sonnensturm kann beispielsweise Satelliten beeinträchtigen, GPS- und Funkverbindungen stören oder auf der Erde sogar für Schäden an Stromleitungen oder der Internet-Infrastruktur sorgen. Mehrere Satelliten beobachten die Sonne dauerhaft, um Sonnenstürme rechtzeitig vorhersagen zu können – dafür gibt es den Begriff „Weltraumwetter“. (tab)

Forschende haben herausgefunden, dass vor 9200 Jahren ein heftiger Sonnensturm die Erde getroffen hat. Große Sorgen macht ihnen vor allem die Tatsache, dass der Sonnensturm im solaren Minimum stattfand – also zu einer Zeit, zu der nicht mit heftigen Sonnenstürmen gerechnet wird.

Weltraum-Newsletter

Was passiert am Himmel über unseren Köpfen? Welche Themen beschäftigen die Astronomie und Raumfahrt? Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter und bleiben Sie auf dem Laufenden.

Auch interessant

Kommentare