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Malerisches Polarlicht in Northumberland, Großbritannien. Auch in Deutschland kann man gelegentlich Polarlicht sehen.
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Malerisches Polarlicht in Northumberland, Großbritannien. Auch in Deutschland kann man gelegentlich Polarlicht sehen.

Heftige Sonneneruption

Sonnensturm hat nicht erhofften Effekt - Doch kein Polarlicht in Deutschland

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Die Sonne schleudert geladene Partikel in Richtung Erde. Erwartet wurde Polarlicht in Deutschland – doch der erwartete Sonnensturm war längst nicht so stark wie erwartet.

  • Eine heftige Sonneneruption schleudert geladene Partikel von der Sonne Richtung Erde.
  • Experten erwarteten, dass der Sonnensturm Polarlicht bis nach Deutschland bringt - doch dem ist nicht so.
  • Die Weltraumforschung versucht, Weltraumwetter vorherzusagen - denn Sonnenstürme können gefährlich sein.

Update vom Freitag, 11. Dezember 2020, 9.15 Uhr: Der Sonnensturm, der das Potenzial hatte, Polarlicht bis nach Deutschland zu bringen, ist offenbar weit unter seinen Möglichkeiten geblieben. Das meldet das „Space Weather Prediction Center“ der US-Wetterbehörde NOAA. Deshalb wurde der erwartete Sonnensturm für den 10. und 11. Dezember auf die Kategorie G1 heruntergestuft. Die Wahrscheinlichkeit, Polarlicht in Deutschland zu sehen, ist damit sehr gering geworden.

Polarlicht in Deutschland: So sichtbar ist es laut Experten

Update vom Donnerstag, 10. Dezember 2020, 12.10 Uhr: Nach einer heftigen Sonneneruption am 7. Dezember sind nun offenbar die ersten Ausläufer der Partikel, die zur Erde unterwegs waren, angekommen. Das meldet das „Space Weather Prediction Center“ der US-Wetterbehörde NOAA. Die Weltraumwetter-Experten aus den USA dämpfen allerdings die Hoffnung auf Polarlicht bis hinunter nach Deutschland. Zwar sagen sie weiterhin einen geomagnetischen Sturm der Stufen G3 (stark) und G2 (moderat) für den 10. und 11. Dezember voraus, allerdings schreiben sie dazu: „Das Vertrauen, dass der Sturm diese Level erreicht, nimmt ab.“

Doch selbst wenn der Sturm im Erdmagnetfeld so stark ausfallen sollte, dass Polarlicht in Deutschland möglich ist: In weiten Teilen des Landes dominieren Wolken den Himmel und verhindern den Blick auf eventuell auftauchendes Polarlicht.

Sonnensturm im Anmarsch - Polarlicht in Deutschland zu sehen?

Erstmeldung vom Mittwoch, 9. Dezember 2020: Frankfurt - Die Sonne ist derzeit nur selten am Himmel zu sehen, meist kommt sie nicht gegen eine dichte Wolkendecke an. Doch auch wenn man die Sonne nicht direkt sieht, hat ihre Aktivität direkte Auswirkungen auf die Erde. Erst am 7. Dezember 2020 ist es zu einer stärkeren Sonneneruption, einem sogenannten koronalen Massenauswurf, gekommen, der sich in den kommenden Tagen auf die Erde auswirken wird.

Im Laufe des Mittwochs (9. Dezember) werden das Plasma und die Strahlung, die bei der Sonneneruption in Richtung Erde geschleudert wurden, voraussichtlich die Erdatmosphäre erreichen, sagt das „Space Weather Prediction Center“ der US-Wetterbehörde NOAA voraus. Das Erdmagnetfeld lenkt die Strahlung zu den Polen ab, wo Luftmoleküle zum Leuchten angeregt werden - Polarlicht entsteht.

Sonnensturm im Anmarsch: Polarlicht über Deutschland möglich

Zuerst werde das Eintreffen von Plasma und Strahlung einen geringen Sturm der Kategorie G1 im Erdmagnetfeld auslösen, erwarten die Experten aus den USA. Sollten die Schwankungen im Magnetfeld anhalten, erwarten die Weltraumwetter-Vorhersagen gar einen starken Sturm der Stufe G3 am 10. Dezember, für den 11. Dezember könnte der Sonnensturm immerhin noch die Stärke G2 haben.

  • 9. Dezember 2020: leichter Sonnensturm (Kategorie G1) erwartet
  • 10. Dezember 2020: starker Sonnensturm (Kategorie G3) möglich
  • 11. Dezember 2020: moderater Sonnensturm (Kategorie G2) möglich

Sonnensturm der Kategorie G2 und G3: Visuelles Polarlicht in Deutschland möglich

Ein Sonnensturm dieser Stufen könnte sogar in Deutschland für Polarlicht sorgen: Die „Polarlicht-Vorsage Deutschland“ rechnet bei Sonnenstürmen der Kategorie G2 und G3 „im Idealfall“ mit deutlich visuell sichtbarem Polarlicht im Norden Deutschlands und immerhin noch fotografisch wahrnehmbaren Polarlicht im Süden des Landes.

Polarlicht über Deutschland: Schwierig vorherzusagen

Polarlicht tritt meist an den Polen auf und ist auch als Aurora borealis (Nordlicht) und Aurora australis (Südlicht) bekannt. Doch gelegentlich kann man Polarlicht auch in Deutschland sehen. Im Durchschnitt gibt es nach Angaben des Arbeitskreis Meteore e.V. (AKM e.V.) in Deutschland zehn bis zwanzig Polarlicht-Sichtungen pro Jahr.

Wie man Polarlicht in Deutschland beobachten kann

Meist tritt Polarlicht in einer Höhe von 65 bis 400 Kilometern auf, gelegentlich wird es auch bis in eine Höhe von 1200 Kilometern beobachtet. Die Vorhersage des Phänomens ist jedoch schwierig. Generell kann man etwa 24 bis 36 Stunden nach einem koronalen Massenauswurf der Sonne mit Polarlicht auf der Erde rechnen, denn so lange dauert es, bis die Partikel die Erde erreichen und geomagnetische Störungen im Erdmagnetfeld auslösen. Doch eine Sonneneruption bedeutet nicht in jedem Fall, dass es auf der Erde anschließend Polarlicht zu sehen gibt: Der Ausstoß muss die Erde treffen und auch dann ist die Vorhersage, wie stark das Polarlicht wird, schwierig.

Gibt es tatsächlich Polarlicht in Deutschland, sollte man sich einen möglichst dunklen und wolkenfreien Beobachtungsort mit freiem Blick nach Norden suchen. Denn dort wird das Polarlicht meist recht tief über dem Horizont zu sehen sein. Wer auf der Südhalbkugel das Polarlicht beobachten möchte, muss dagegen nach Süden schauen.

Sonnenstürme gefährden Satelliten, Flugzeuge und Stromnetze

Sonnenstürme lösen Polarlicht aus - doch sie haben auch eine weit gefährlichere Seite: Es entstehen elektromagnetische Felder, die vor allem Satelliten und Flugzeugen gefährlich werden können. Gerade für den Flugverkehr sind zuverlässige Weltraumwetter-Vorhersagen wichtig, da dann andere Routen geflogen werden oder die Flughöhe an die Vorhersage angepasst wird. Starke Sonnenstürme können außerdem Spannungsschwankungen im Stromnetz verursachen oder auch Funksignale stören. (Tanja Banner)

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