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Der Zwergplanet Pluto, fotografiert von verschiedenen Kameras der Raumsonde „New Horizons“, die 2016 am Pluto vorbeiflog.

Sonnensystem

Nasa-Chef bleibt dabei: Pluto ist für ihn weiter ein Planet

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Seit der Degradierung Plutos zum Zwergplaneten gibt es nur noch acht Planeten im Sonnensystem. Für Nasa-Chef Jim Bridenstine ist Pluto jedoch offenbar noch ein Planet.

Update vom 25.10.2019: Beim Internationalen Astronautik-Kongress in Washington D.C. hat Nasa-Chef Jim Bridenstine noch einmal betont, dass Pluto für ihn weiter ein Planet sei. „Ich bin hier als Nasa-Chef um euch zu sagen, dass ich glaube, dass Pluto ein Planet ist und ich werde auch weiterhin allen sagen, dass Pluto ein Planet ist“, so Bridenstine. „Ich mag es, wenn es neun Planeten gibt“, so Bridenstine lachend. Die neue Definition für Planeten vom August 2006 sei „schwammig“ und müsse überdacht werden - spätestens seit der Mission „New Horizons“ zum Pluto, so Bridenstine weiter.

Erstmeldung vom 28.08.2019: Als die Internationale Astronomische Union (IAU) im August 2006 den Begriff „Planet“ neu definierte und damit einhergehend dem Pluto den Planetenstatus aberkannte, war der Aufschrei groß. Seit der Entdeckung Plutos im Jahr 1930 galt der Himmelskörper als der neunte und äußerste Planet unseres Sonnensystems. Nun ist er nur noch ein Zwergplanet, seine vollständige Bezeichnung lautet (134340) Pluto.

Die Degradierung Plutos vor 13 Jahren hatte für einiges an Aufsehen gesorgt - und bis heute gibt es zahlreiche Menschen, die weiterhin der Ansicht sind, Pluto müsste eigentlich ein Planet sein. Auch prominente Forscher und Nasa-Angestellte gehören dazu. Alan Stern, Leiter der „New Horizons“-Mission zu Pluto, schlägt sich immer wieder öffentlich auf die Seite der Menschen, die in Pluto immer noch einen Planeten sehen. „Der Prozess, Planeten neu zu definieren, war zutiefst fehlerhaft und wurde auch von denen kritisiert, die das Ergebnis akzeptiert haben“, schrieb Stern 2018 in einem Kommentar für die „Washington Post“.

Pluto - immer noch ein Planet oder doch nur ein Zwergplanet?

Auf die Seite derer, die in Pluto weiterhin einen Planeten sehen, schlägt sich nun offenbar auch der Nasa-Administrator Jim Bridenstine. Der erklärte auf einer Veranstaltung „Aus meiner Sicht ist Pluto ein Planet.“ An die Zuschauer gewandt sagte er: „Sie können schreiben, dass der Nasa-Administrator Pluto wieder zu einem Planeten erklärt hat. Dabei bleibe ich. So habe ich es gelernt und darauf lege ich mich fest.“ Ein Video von diesen Aussagen kursiert auf Twitter.

Allerdings haben die Aussagen Bridenstines keine praktische Wirkung: Nur die IAU könnte aus Pluto wieder einen Planeten machen. 

Pluto ist klein und es wurden ähnlich große Himmelskörper gefunden

Pluto ist klein, er hat etwa ein Drittel des Volumens des Erdmondes. Als mit der Zeit immer mehr ähnlich große Objekte gefunden wurden, beschloss die IAU, die Definition von Planeten müsse angepasst werden. Das geschah - und letztendlich wurde Pluto der Status als Planet aberkannt. Als Planet gilt seit 2006 ein Himmelskörper, der folgenden Kriterien entspricht:

  • Er muss sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne bewegen.
  • Er muss genug Masse besitzen, um annähernd kugelförmig zu sein.
  • Und er muss seine Umlaufbahn dominieren - das bedeutet, dass der Planet im Laufe der Zeit seine Umlaufbahn von weiteren Objekten „geräumt“ haben muss.

Seit Pluto degradiert wurde, gibt es nur noch acht Planeten im Sonnensystem

Der dritte Punkt ist der Knackpunkt bei Pluto und einigen anderen Himmelskörpern im Sonnensystem, die daher nicht als Planeten, sondern als Zwergplaneten gelten. Seit 2006 gibt es daher offiziell nur noch acht Planeten in unserem Sonnensystem. Gelegentlich gibt es eine Petition, die versucht, Pluto wieder zu einem Planeten zu machen.

Experten suchen nach einem neuen neunten Planeten

Experten sich allerdings sicher, dass es noch einen anderen, echten neunten Planeten geben muss. Die Astronomen Konstantin Batygin und Michael E. Brown vom California Institute of Technology in Pasadena haben vor einigen Jahren in einer Forschungsarbeit genau beschrieben, wie sie sich den mysteriösen „Planet 9“ nach ihren Berechnungen vorstellen. Er soll demnach die zehnfache Masse der Erde haben, zwanzig Mal weiter von der Sonne entfernt sein als Neptun - und 10.000 bis 20.000 Jahre für einen Umlauf um die Sonne brauchen. Von Menschenaugen wurde er bisher noch nie gesehen, denn in die Region, in der der Planet mutmaßlich zu finden ist, dringt nur wenig Sonnenlicht.

Besonders Brown hat nach Ansicht mancher Pluto-Fans einiges wieder gut zu machen: Er hatte den Zwergplaneten Eris entdeckt, der dazu führte, dass die Planeten-Definition überarbeitet und letztendlich Pluto degradiert wurde. Auf Twitter nennt sich Brown daher auch @plutokiller. Gefragt, was die Suche nach „Planet 9“ macht, antwortet Brown nur kurz und knapp: „Echte Planeten zu finden ist schwer.“

Mittlerweile gibt es möglicherweise einen Weg für Forscher, „Planet 9“ zu finden: Die Daten des Weltraumteleskops „TESS“.

Eine sensationelle Entdeckung machten Forscher mit Hilfe des „Hubble“-Weltraumteleskops: Sie fanden Wasserdampf in der Atmosphäre des Exoplaneten K2-18b. Außerdem wird derzeit mit Komet C/2019 Q4 ein Himmelskörper beobachtet, der möglicherweise von außerhalb des Sonnensystems stammt. Ist es der zweite interstellare Besucher unseres Sonnensystems?

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„New Horizons“-Mission besuchte Pluto und Charon 2015

Die Mission „New Horizons“ lieferte 2015 die ersten hochaufgelösten Bilder von Pluto und seinem Mond Charon. Das Bizarre an der Mission: Als „New Horizons“ 2006 zum Pluto startete, war der noch ein Planet - wenigstens für kurze Zeit. Es folgte die Degradierung - und 2015 der Besuch von einer Raumsonde der Nasa. In einer Entfernung von gut 12.000 Kilometern flog „New Horizons“ am Pluto vorbei und lieferte unzählige Fotos und Daten von dem Zwergplaneten und seinem Mond.

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