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Der Pluto-Mond Charon, aufgenommen von der Raumsonde "New Horizons".

Charon "New Horizons"

Pluto-Mond Charon überrascht Forscher

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Die US-Raumfahrtorganisation Nasa stellt neue Bilder vom Pluto-Mond Charon vor. Auf den Bildern sind überraschende Farbvariationen und eine Landschaft mit Bergen und Schluchten zu sehen. Ein Schluchtensystem ist vier Mal länger als der Grand Canyon.

Als die Nasa-Sonde "New Horizons" im Juli am Zwergplaneten Pluto und seinen Monden vorbeiflog, war der Jubel groß. Gespannt wurden die ersten Bilder aus den fernen Weiten des Sonnensystems erwartet, die die US-Raumfahrtorganisation Nasa gut 30 Stunden nach dem Vorbeiflug präsentierte. Besonders der Pluto-Mond Charon habe die Wissenschaftler umgehauen, erzählte die Forscherin Cathy Olkin im Nasa-Livestream, in dem die ersten Bilder präsentiert wurden. "Es steckt so viel interessante Wissenschaft in diesem einen Foto", betonte sie, als sie eines der ersten Bilder von Charons Oberfläche zeigte.

Nun veröffentlicht die Nasa weitere Bilder von Charon, einem Himmelskörper, der die Forscher überrascht hat. Manche Astronomen hatten eine kraterübersäte Einöde erwartet. Doch die bislang detailreichsten Aufnahmen des Eismondes, die die Raumsonde "New Horizons" bei ihrem Vorbeiflug geschossen hatte, zeigen etwas ganz anderes: Es gibt überraschende Farbvariationen und eine Landschaft mit Bergen, Schluchten und Erdrutschen.

"Wir dachten, die Wahrscheinlichkeit, solche interessanten Eigenschaften auf diesem Satelliten am Ende unseres Sonnensystems zu sehen, sei niedrig", erklärt der Forscher Ross Beyer, der sich über die Aufnahmen freut: "Ich könnte nicht begeisterter sein über das, was wir sehen", meint er.

Die Bilder von Charon zeigen auch ein System von Schluchten, die sich mehr als 1600 Kilometer über den Mond ziehen. Das System ist vier Mal länger als der Grand Canyon und an einigen Stellen doppelt so tief. Die Aufnahmen zeigen auch, dass es im Süden des Mondes weniger große Krater gibt als im Norden. Möglicherweise liegt das an vulkanischer Aktivität. Die Forscher diskutieren nach eigenen Angaben darüber, ob ein "interner Wasserozean vor langer Zeit gefroren ist". Die dadurch entstandene Volumenänderung könne dazu geführt haben, dass die Oberfläche von Charon aufgebrochen sei, vermuten die Forscher.

Die Raumsonde "New Horizons", die mittlerweile etwa fünf Milliarden Kilometer von der Erde entfernt ist, schickt weiter Daten vom Pluto-Vorbeiflug zur Erde. Auch Bilder vom Pluto-Mond Charon dürften dabei sein, die Nasa erwartet eine noch bessere Auflösung. Wenn man die neuen Bilder habe, werde die Geschichte von Charon "noch erstaunlicher", wagt der Projektwissenschaftler Hal Weaver eine Voraussage. Bis es soweit ist, dürfte den Forschern nicht langweilig werden: "New Horizons" hat bereits jede Menge Material zur Erde gesendet.

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