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Planet Mars könnte seinen Mond Phobos zerreißen

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Von: Tanja Banner

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Der Mars (hinten) könnte eines Tages seinen Mond Phobos (vorne) zerreißen. (Künstlerische Darstellung)
Der Mars (hinten) könnte eines Tages seinen Mond Phobos (vorne) zerreißen. (Künstlerische Darstellung) © IMAGO/njaj

Der Planet Mars könnte seinen Mond Phobos eines Tages zerreißen, findet eine neue Studie heraus. Erste Anzeichen sind auf der Oberfläche zu sehen.

Frankfurt – Der Mars-Mond Phobos ist klein, kartoffelförmig und seine Oberfläche ist mit mysteriösen parallelen Gräben überzogen. Er umkreist den Mars mit einem Abstand von etwa 9000 Kilometern und nähert sich dem Planeten jedes Jahr um etwa 1,8 Zentimeter an. Früher oder später wird er unweigerlich sein Ende finden – doch möglicherweise nicht, indem er auf den Mars stürzt, wie eine neue Studie zeigt.

Ein Forschungsteam um Bin Cheng von der Tsinghua University (China) und der University of Arizona hat mittels 3D-Modellen die Gräben auf dem Mars-Mond Phobos untersucht. „Unsere Analyse spricht für eine schichtweise heterogene Struktur von Phobos, mit möglicherweise darunter liegenden, durch Versagen verursachten Brüchen als Vorläufer für den letztlichen Untergang des Satelliten“, schreiben die Forschenden in ihrer Studie, die im Fachmagazin The Planetary Science Journal veröffentlicht wurde.

Mars-Mond Phobos könnte eines Tages zerrissen werden

Bei dem geringen Abstand, der zwischen dem Mars und seinem Mond besteht, sei es durchaus möglich, dass Gezeitenkräfte einen Oberflächenbruch auslösen könnten, heißt es in der Studie. Gezeitenkräfte, die auf die Körper in einem System wirken, dehnen ihre Strukturen entlang einer Achse, die zwischen ihnen verläuft. Auf der Erde kann man die Auswirkungen beispielsweise an Ebbe und Flut sehen.

Auswirkungen auf feste Oberflächen sind normalerweise gering und weniger offensichtlich als bei Meeren. Beim Saturn-Mond Enceladus kann man sie beobachten: Dort führten Gezeitenkräfte zu Dehnung und Spannungsbrüchen, zu sehen am Südpol des Saturn-Mondes: Hieer weist die eisige Hülle parallele Risse auf.

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Gezeitenkräfte setzen dem Mars-Mond Phobos zu

Für ihre 3D-Modelle arbeiteten die Forschenden mit einer lockeren Schotterschicht über einer gebundenen Schicht darunter. Hunderte Simulationen führte das Team durch, eine „signifikante“ Anzahl davon zeigte Folgendes: Die gebundene Schicht spaltete sich auf und zerbrach in parallele Rillen, in die das obere, lose Gestein hineinfloss. Das Ergebnis war eine streifenförmige, geriffelte Oberfläche, die den auf Phobos beobachteten Regionen sehr ähnlich ist.

Das Ergebnis galt jedoch nicht für alle Regionen des Mars-Monds Phobos. Vor allem die Gräben rund um den Äquator passten nicht zu den Vorhersagen, andere Gräben dagegen schon. Die Forschenden schreiben: „Unsere Analyse deutet darauf hin, dass einige der Rillen, die die Oberfläche von Phobos säumen, wahrscheinlich frühe Anzeichen für den endgültigen Untergang des Satelliten sind, der die Umlaufbahn verlässt.“ Das Zerbrechen des Mondes Phobos könnte dem Mars dann sogar einen Ring bescheren. (tab)

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