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„Ein Schock für das Team“: Forschende entdecken womöglich lebensfreundlichen Planeten

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Von: Tim Vincent Dicke

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Ein Forschungsteam findet offenbar einen Planeten, der sich in der „bewohnbaren Zone“ eines Weißen Zwergs befindet. Die Entdeckung ist einzigartig.

London – Forschende aus Großbritannien haben einen 117 Lichtjahre von der Erde entfernten mutmaßlichen Planeten entdeckt, auf dem Leben existieren könnte. Wie die Royal Astronomical Society in einer Meldung mitteilte, wurde der Planet in der „bewohnbaren Zone“ um den Weißen Zwerg WD1054-226 gefunden – ein kleiner und alter Stern.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entdeckten den Himmelskörper im Rahmen einer Studie, bei der sie den Weißen Zwerg beobachteten. Laut der Royal Astronomical Society zeichneten die Fachleute Lichtveränderungen in der Umgebung des Sterns mit einer speziellen Hochgeschwindigkeitskamera auf, die sich im chilenischen La-Silla-Observatorium befindet.

Planet in „bewohnbarer Zone“ entdeckt: Existenz von flüssigem Wasser möglich

Dabei konnten die Forschenden regelmäßige Lichteinbrüche feststellen – ausgelöst durch 65 Wolken und mondähnlichen Strukturen, die alle 25 Stunden den Weißen Zwerg umkreisen. Die Abstände der Objekte veränderten sich während der Beobachtung nicht. „Die mondgroßen Strukturen, die wir beobachtet haben, sind eher uneben und staubig und keine festen, kugelförmigen Körper. Ihre absolute Regelmäßigkeit ist ein Rätsel, das wir derzeit nicht erklären können“, sagte Studienleiter Jay Farihi vom University College London.

Die Fachleute kamen zu dem Schluss, dass ein Planet die Schwerkraft von ihnen beeinflussen muss. „Ohne diesen Einfluss würden sich die Strukturen durch Reibung und Kollisionen auflösen und sie die beobachtete Regelmäßigkeit verlieren“, sagte Farihi. Das Forschungsteam nimmt an, dass der vermutete Planet eine ähnliche Größe wie die Gesteinsplaneten im Sonnensystem aufweist.

Planet
Forschende haben einen mutmaßlich lebensfreundlichen Planeten entdeckt. (Symbolbild) © AFP PHOTO/ESA

Zwar ist der mutmaßliche Planet nur etwa 2,5 Millionen Kilometer von dem Stern entfernt, den er umkreist. Zum Vergleich: Der Abstand zwischen Erde und Sonne liegt bei rund 150 Millionen Kilometern. Allerdings hat der Weiße Zwerg eine viel geringere Leuchtkraft im Vergleich zur Sonne. Daher ist die lebensfreundliche Zone deutlich kleiner und näher am Stern als im Sonnensystem. Den Forschenden zufolge ist auf dem Planeten sogar die Existenz von flüssigem Wasser möglich. Das Thema Wasser spielt auch beim Mars immer wieder eine Rolle.

Erster lebensfreundlicher Planet, der einen Weißen Zwerg umkreist

Einen endgültigen wissenschaftlichen Beweis für die Existenz des Himmelskörpers gibt es noch nicht. „Die Möglichkeit eines größeren Planeten in der bewohnbaren Zone ist aufregend und auch unerwartet – wir haben nicht danach gesucht“, erklärte Farihi und fügte hinzu: „Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass weitere Beweise notwendig sind, um das Vorhandensein eines Planeten zu bestätigen.“ Den Beweis könnte nun der Vergleich von Computermodellen mit weiteren Beobachtungen des Weißen Zwergs und der ihn umkreisenden Strukturen erbringen.

Gegenüber der BBC sagte Jay Farihi: „Dies ist das erste Mal, dass etwas in der bewohnbaren Zone eines Weißen Zwergs entdeckt wurde.“ Die Forschenden reagierte aufgeregt und emotional auf den Fund. „Es war ein Schock für das Team“, so Farihi. Und die Beobachtung der Forschenden sei nur der Anfang. „In der Astronomie bedeutet ein einzelner Fund normalerweise, dass es sich um eine häufige Erscheinung handelt.“ In der Raumfahrt sorgt derweil ein umstrittenes Projekt für Unmut. Die Firma SpaceX möchte zusätzliche Satelliten ins All schicken – nicht nur die Nasa ist deswegen besorgt. (tvd)

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