Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bisher hat niemand den mutmaßlichen neunten Planeten zu Gesicht bekommen. (künstlerische Darstellung)
+
Bisher hat niemand den mutmaßlichen neunten Planeten zu Gesicht bekommen. (künstlerische Darstellung)

Weltall

Mysteriöser „Planet 9“: Forscher melden Durchbruch bei der Suche

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
    schließen

Existiert ein neunter Planet im Sonnensystem? Zwei Fachleute glauben: ja. Auf der Suche nach „Planet 9“ ist jetzt womöglich ein Durchbruch gelungen.

Pasadena – In unserem Sonnensystem gibt es nach offizieller Zählweise derzeit acht Planeten. Schuld daran ist unter anderem der Astronom Michael E. Brown vom California Institute of Technology in Pasadena, der mit dafür verantwortlich war, dass Pluto im Jahr 2006 den Planetenstatus aberkannt bekam. Doch seit einigen Jahren geht Brown davon aus, dass es im Sonnensystem noch einen neunten Planeten geben muss. „Alle Leute, die wütend auf mich sind, weil Pluto kein Planet mehr ist, können sich freuen, dass es da draußen noch einen Planeten zu finden gibt“, sagte Brown nach der Veröffentlichung einer Forschungsarbeit, die 2016 eben dies formulierte: Es muss einen neunten, bisher unbekannten Planeten im Sonnensystem geben.

Seitdem läuft die Debatte um einen möglichen neunten Planeten und die Suche nach „Planet 9“. Auf die Spur gebracht haben Brown und seinen Forscherkollegen Konstantin Batygin Zwergplaneten außerhalb der Umlaufbahn des Planeten Neptun. Die Bewegungen dieser sogenannten „transneptunischen Objekte“ (TNO) konnten nicht alleine durch die Schwerkraft der bekannten Himmelskörper im Sonnensystem erklärt werden.

Suche nach „Planet 9“: „Wir wissen jetzt, wo wir suchen müssen“

Die Theorie der beiden Forscher: Ein bisher unbekannter Himmelskörper beeinflusst die Bewegung der Zwergplaneten. Dieser Himmelskörper mit dem Spitznamen „Planet 9“ soll den damaligen Berechnungen zufolge die zehnfache Masse der Erde haben, zwanzigmal weiter von der Sonne entfernt sein als Neptun und 10.000 bis 20.000 Jahre für einen Umlauf um die Sonne brauchen.

Nun haben Brown und Batygin eine weitere Forschungsarbeit zu „Planet 9“ auf den arXiv-Servern veröffentlicht. „Wir wissen jetzt, wo wir suchen müssen“, fasst Brown die Veröffentlichung auf seiner Website zusammen. Unter anderem habe man zahlreiche Simulationen durchgeführt, bei denen „Planet 9“ jeweils unterschiedliche Parameter hatte. Fast jeder dieser Parameter habe in der Simulation „große Einflüsse auf das äußere Sonnensystem“ gehabt, beschreibt Brown das Ergebnis. Das sei gut, bedeute es doch, dass die Bewegungen der Himmelskörper im äußeren Sonnensystem Rückschlüsse auf den unbekannten Planeten zulassen.

„Planet 9“ wurde nie gesehen – aber es muss ihn geben, sagen zwei Forscher

Batygin und Brown veröffentlichen auch eine Himmelskarte, die zeigt, wie der wahrscheinlichste Orbit des unbekannten Planeten aussieht und wo er sich am wahrscheinlichsten derzeit aufhält. Ist „Planet 9“ rund 6,2 Erdmassen schwer, würde der Planet die Sonne in einer Entfernung von 300 bis 450 AE umkreisen. Ein AE (astronomische Einheit) misst etwa 150 Millionen Kilometer – der mittlere Abstand zwischen Sonne und Erde. Wäre „Planet 9“ dagegen nur 2,2 Erdmassen schwer, könnte er der Sonne mit 85 AE Abstand deutlich näher kommen.

Aber wo genau findet man den berühmt-berüchtigten Planeten 9 denn nun? „Leider verraten uns die Daten nur den orbitalen Pfad und nicht, WO auf dem Weg der Planet ist“, erklärt Brown auf Twitter. „Das ist tatsächlich sehr schade.“ Es sei jedoch wahrscheinlicher, dass der Planet an seinem sonnenfernsten Punkt sei, weil er sich dort langsamer bewege. „Dort solltet ihr schauen“, schreibt Brown weiter, der sich auf Twitter selbstironisch „Plutokiller“ nennt.

Jagd auf „Planet 9“: Er könnte bereits gefunden worden sein

Existiert „Planet 9“ tatsächlich, hängt es von seiner Helligkeit und seiner Größe ab, wie schnell er gefunden wird. „Die hellste Variante könnte schon von den verschiedenen Himmelsdurchmusterungen aufgenommen worden sein“, schreiben die Forscher in ihrer Studie. „Um die dunkelste Variante zu entdecken, müsste man gezielt mit Acht- bis Zehn-Meter-Teleskopen danach suchen.“ Seit 2017 läuft bereits ein Citizen-Science-Projekt, bei dem sich Bürgerwissenschaftler:innen auf die Suche nach „Planet 9“ machen können.

Weltraum-Newsletter

Was passiert in der Astronomie und welche Themen sind gerade in der Raumfahrt aktuell? Der kostenlose FR-Newsletter rund um das Weltall hält Sie auf dem neuesten Stand.

Von der Theorie, dass es sich bei dem Himmelskörper, dessen Schwerkraft das äußere Sonnensystem beeinflusst, um ein primordiales schwarzes Loch handelt, hält „Plutokiller“ Brown im Übrigen nichts. Er denke, die Theorie sei „albern“, schreibt Brown auf Twitter. Allerdings widerlege seine neue Studie die Theorie vom schwarzen Loch nicht. „Wir können nur Masse messen. Es könnte ein sechs Erdmassen schweres schwarzes Loch sein (ist es aber wirklich nicht)“, betont Brown. Eine der Grafiken, die Brown und Batygin in ihrer Studie veröffentlicht haben, sieht Brown eigenen Angaben zufolge als „Schatzkarte für Planet 9“. In seinem Blog schreibt er dazu: „Es ist Zeit zu jagen, meine Mitpiraten!“ (Tanja Banner)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare