Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Aubruch des Pinatubo im Jahr 1991: Eine Aschewolke von bis zu 24 Kilometern Höhe.
+
Aubruch des Pinatubo im Jahr 1991: Eine Aschewolke von bis zu 24 Kilometern Höhe.

Satellitenbilder

Pinatubo: Hinweise auf Vulkanausbruch auf den Philippinen

  • VonMirko Schmid
    schließen

Der Vulkan Pinatubo auf den Philippinen könnte erstmals seit 1993 wieder aktiv sein. Das legen Satellitenbilder nahe.

Luzón – Luzón ist die größte Insel der Philippinen und beherbergt gemeinsam mit der umher liegenden Inselgruppe knapp 50 Millionen Einwohner. Bekannt ist die Insel jedoch vor allem durch ihren Vulkan Pinatubo, der am Westrand der Hauptinsel liegt. Gerade einmal 93 Kilometer entfernt von der philippinischen Landeshauptstadt Manila machte der Vulkan zuletzt im Jahr 1991 auf sich aufmerksam.

Nach rund 550 Jahren der Ruhe nämlich ereignete sich dort eine Eruption, die sich zu einer der gewaltigsten des 20. Jahrhunderts auswuchs. Zehntausende Menschen wurden seinerzeit evakuiert und doch verloren 875 ihr Leben. Und mit ihnen rund 800.000 Nutztiere. In den 364 betroffenen Gemeinden wurden mehr als 8000 Häuser zerstört und 73.000 Gebäude zum Teil schwer beschädigt. Pyroklastische Ströme und Schlamm- und Schuttströme, sogenannte Lahare, beschädigten oder zerstörten Straßen und Kommunikationszentralen.

Insgesamt war ein Gesamtgebiet von 150 km² betroffen, der Schaden an der Infrastruktur wurde auf rund 125 Millionen Philippinische Pesos (heute rund 2 Millionen Euro) beziffert. Dazu kam ein landwirtschaftlicher Schaden von rund 1,5 Milliarden Pesos (heute rund 26 Millionen Euro), rund 8000 m² fielen dem Vulkanausbruch alleine an Reisanbaufläche zum Opfer. Die Wiederaufbauarbeiten kosteten 3,8 Milliarden Pesos (heute rund 66 Millionen Euro).

Ausbruch des Pinatubo im Jahr 1991: Verheerende Folgen für Einwohner und Umwelt auf Luzón

Doch nicht die finanziellen, auch die gesellschaftlichen Folgen waren verheerend. Die größtenteils zerstörten Schulen auf Luzón mussten geschlossen werden, ein Unterricht war nicht mehr möglich. Zerstörte medizinische Einrichtungen verschlimmerten die Lage in örtlichen Flüchtlingscamps, ein starker Anstieg der Todesrate war die Folge. Insgesamt waren mehr als 2,1 Millionen Menschen direkt von den Auswirkungen des Ausbruchs betroffen.

Und auch global hatte der Ausbruch Folgen. Die Stratosphäre belastete der Vulkan Pinatubo mit Staub und Aerosolen. Insgesamt blies der Pinatubo mehr als  17 Millionen Tonnen Schwefeloxid (SO2) in die Erdatmosphäre, dort oxidierte das SO2 und erzeugte Schwefelsäuretropfen-Nebel, die rund drei Wochen um die Erde kreisten. Dies führte zu einer globalen Sonnenlichtreduktion von fünf Prozent und einem durchschnittlichen Temperaturabfall von 0,4 Grad Celsius weltweit und 0,5 bis 0,6 Grad Celsius in der Nordhalbkugel.

BergPinatubo
OrtLuzón, Philippinen
Höhe1486 Meter
Letzte Aktivität1993

In der Stratosphäre stieg die Temperatur unterdessen um bis zu vier Grad Celsius. Die Ozonschicht nahm weltweit Schaden, gerade in den mittleren Breitengraden sank sie auf den niedrigsten bis dato gemessenen Stand. Das Ozonloch über der Antarktis wuchs auf eine Rekordgröße an, eine Mondfinsternis war zu dieser Zeit nahezu absolut. Ist der Kernschatten des Mondes nämlich auch im Fall einer regulären Mondfinsternis sichtbar, im Jahr nach der Eruption des Pinatubo aber war der Mond während der Finsternis allerdings nahezu unsichtbar.

Zwischen ersten Aktivitäten des Pinatubo 1990 und dem Ausbruch von 1991 lag fast ein Jahr

Auch in der Folge beschäftigte der Ausbruch die philippinische Insel Luzón. Ureinwohnende mussten ihre Stammesgebiete verlassen, ein Kratersee bildete sich und stieg mit jedem Monat um einen Meter an. Und zwar so lange, bis die Behörden eine fünf Meter breite Öffnung in den Kraterrand schneiden ließen, was zu einer Evakuierung von rund 9000 weiteren Menschen führte. Die nativen Familien wurden mit nur kleinen Landgebieten entschädigt, viele Aeta sahen sich gezwungen, von da an als  Gelegenheitsarbeiter bei Tieflandfarmern anzuheuern.

Nun hat es den Anschein, als ob der Pinatubo erneut ausgebrochen sein könnte. Das zumindest legen Satellitenbilder der Japanischen Meteorologischen Behörde JMA nahe. Auf Twitter veröffentlichte die Behörde Aufnahmen, die eine Aschewolke über dem 1486 Meter hohen Vulkan nahelegen. Kurz darauf bestätigte das Institut für Vulkanologie und Seismologie der Philippinen (PHIVOLCS) seismische Signale und Infraschallsignale einer schwachen Explosion. Allerdings seien nur „wenig“ seismologische Aktivitäten festgestellt worden, auch eine andere Ursache als ein Vulkanausbruch sei möglich.

Doch das alleine ist noch kein Grund zur Beruhigung. Zwischen den ersten Aktivitäten vom 16. Juli 1990 bis zur ersten Magmaeruption am 7. Juni 1991 lag fast ein ganzes Jahr. Sollte der Pinatubo tatsächlich ausbrechen, könnten die Folgen mindestens ähnlich verheerend sein, wie die des Ausbruches des Cumbre Vieja auf La Palma. (Mirko Schmid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare