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MaiLab
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MaiLab klärt auf Youtube über die Nebenwirkungen der Antibabypille auf – und nennt Alternativen. (Screenshot)

Wissenschaftsjournalismus auf Youtube

MaiLab klärt auf: Risiken, Nebenwirkungen und Alternativen der Pille

  • Jennifer Greve
    VonJennifer Greve
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Die Antibabypille ist seit Jahren ein riesiges Streitthema. Die Frage nach Nebenwirkungen und Alternativen wird immer lauter. Youtuberin MaiLab klärt auf.

Frankfurt – „Die Pille“ begleitet viele Frauen seit ihrer Pubertät. Es gibt jedoch immer wieder Klagen darüber, dass eine Aufklärung über Nebenwirkungen und Alternativen nie stattgefunden hätte. Youtuberin MaiLab, Mai Thi Nguyen-Kim, hat sich des Themas angenommen und die Antibabypille etwas genauer untersucht.

Doch was ist „die Pille“ überhaupt? Eine kleine Tablette von vielen, die in verschiedensten Farben, Formen und Größen hergestellt wird, und eine Schwangerschaft verhindern soll. In der Tat gibt es im Jahr 2021 nicht „die Pille“. Eine Frau muss zwischen einer Kombi-Pille, wie der Mikro-Pille, oder einer Mini-Pille wählen. Hinzu kommen die unterschiedlichsten Zusammensetzungen und Konzentrationen in der Antibabypille. Die richtige Wahl für den eigenen Körper kann schwerfallen.

Pille: Fehlende Aufklärung und Beratung bei der Verabreichung der Antibabypille

Schwierig wird die Wahl vor allem dann, wenn die richtige Aufklärung fehlt - und sei es bei der Aufklärung im Sexualkundeunterricht oder die bei der Frauenärztin/dem Frauenarzt. In den Kommentaren unter MaiLabs Youtube-Video über die Antibabypille berichten viele Nutzerinnen von ihren - meist negativen - Erfahrungen.

Hormonelle Verhütung: Die Antibabypille schützt vor einer ungewollten Schwangerschaft. Ist das die Nebenwirkungen wert?

„Ich ging mit 16 zum Frauenarzt. Ich habe gesagt, ich brauche die Pille. Sie hat es nicht hinterfragt, sondern einfach was verschrieben“, heißt es in einem Kommentar. Kritisiert wird nicht immer die Wirkungsweise der Pille, sondern vielmehr die fehlende Aufklärung und Beratung durch eine Fachärztin/einen Facharzt. „Also ich habe nie Probleme mit der Pille gehabt, allerdings fand ich die Aufklärung zu dem Thema extrem bescheiden“, schreibt eine andere Nutzerin.

Alternative für die Antibabypille: Hormonelle Verhütung für den Mann

„Klar“, sagt Youtuberin MaiLab, „Risiken und Nebenwirkungen gibt es bei allen Medikamenten. Aber sind sie bei der Pille verhältnismäßig?“ Ihre Frage ist nicht unberechtigt. Schließlich liest man in den Medien immer wieder von der Pille für den Mann, die ähnliche Nebenwirkungen und deswegen bei der Zulassung Probleme haben soll. Ganz richtig ist das nicht, erklärt Nguyen-Kim.

Derzeit werde hormonelle Verhütung für den Mann in Form einer Spritze oder eines Gels getestet und erforscht. Es habe eine WHO-Studie gegeben, die wegen Nebenwirkungen abgebrochen worden sei: „Der Studienabbruch war tatsächlich nicht so leicht nachvollziehbar“, sagt Nguyen-Kim. Der Abbruch der Studie sei außerdem nicht einstimmig beschlossen worden.

„Es ist also nicht fair aus diesem Studienabbruch die Schlussfolgerung zu ziehen, dass das Problem an heulenden Männern liegt, die keine Nebenwirkungen akzeptieren können und alles auf uns Frauen schieben wollen - im Gegenteil!“ Wichtig sei der Youtuberin die Erkenntnis, dass ein großer Anteil der Studienteilnehmer kein Problem mit den Nebenwirkungen hatte. Die allgemeine Akzeptanz einer solchen Methode sei generell höher als oft angenommen. Sie führt weiter aus, dass sowohl Ansatz als auch Nachfrage bei der Antibabypille für den Mann da seien.

Nachfrage für Antibabypille sinkt - auch wegen „negativer Auswirkungen“

Die Nachfrage für die Antibabypille für die Frau hingegen sinke. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sei sie zwar immer noch eins der wichtigsten Verhütungsmittel, die Beliebtheit sinke jedoch. Auffällig sei das vor allem bei den 18- bis 29-Jährigen. In den vergangenen sieben Jahren sei die Nutzung der Pille von 72 auf 56 Prozent gefallen.

Studien des BZgA hätten gezeigt, dass „negative Auswirkungen auf Körper und Seele“ für 48 Prozent der Befragten auf die Verhütung mit Hormonen zurückzuführen sei. „55 Prozent lehnen die Aussage ab, man könne die Pille über Jahre hinweg unbedenklich anwenden“, schreibt das BZgA.

Antibabypille: Bei der Zulassung wird Risiko-Nutzen-Verhältnis auf Zulässigkeit geprüft

Michael Zitzmann, Androloge an der Uniklinik Münster, sprach 2018 gegenüber Quarks eines der größten Probleme an, die derzeit in der Öffentlichkeit über die Antibabypille kursieren: „Es ist die Frage, ob unter den heutigen Bedingungen die Pille für die Frau, wie sie damals entwickelt wurde, zugelassen worden wäre. Das glaube ich nicht.“

Auch MaiLab äußert sich zu diesem Thema: In der öffentlichen Diskussion werde oft vergessen, dass die heutige Antibabypille eine Weiterentwicklung der damaligen sei. Die Zulassung (oder Neuzulassung) gängiger Pillen würde auf ein zulässiges Risiko-Nutzen-Verhältnis überprüft. Stiftung Warentest untersuchte hormonelle Verhütungsmethoden - mit teilweise erschreckenden Ergebnissen.

Ja oder nein zur Antibabypille? Wirksamkeit, Nutzen und Notwendigkeit überprüfen

Für Nguyen-Kim führe die Frage nach der Zulassung der alten Pille aber auch zu weit vom eigentlichen Thema weg: Für sie steht die Frage nach der Angemessenheit der Nebenwirkungen der Pille im Fokus. Dafür müsse man sich drei Begriffe näher anschauen: Wirksamkeit, Nutzen und Notwendigkeit.

  • Wirksamkeit: Medizinische/pharmakologische Wirkung (z.B. Verhütung, Hilfe gegen Menstruationsbeschwerden) und Nebenwirkungen
  • Nutzen: Behandlung oder Milderung von Krankheiten oder Schmerzen, Verbesserung der Lebensqualität, sexuelle Freiheit usw.
  • Notwendigkeit: Ausreichend großer Nutzen der Maßnahme, keine Alternative zur Maßnahme
  • Quelle: Mailab produziert von Mai Thi Nguyen-Kim für funk (ARD & ZDF)

Eine eindeutige Antwort auf diese Frage lasse sich schwer finden, man könne sich jedoch durch Betrachtung der drei oben genannten Aspekte helfen. Die Einnahme der Pille ist ein Eingriff in die Funktionsweise des eigenen Körpers. Wer sich von seiner Frauenärztin/seinem Frauenarzt nicht gut beraten fühlt, sollte dieses Defizit ansprechen. Auch ein Gespräch mit einer Apothekerin oder einem Apotheker kann bei der Entscheidung für - oder gegen - die Pille hilfreich sein.

Erfahrungen anderer Personen können ebenfalls in das eigene Urteil einfließen. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass jeder Körper anders auf ein Medikament reagieren kann. Neben hormoneller Verhütung gibt es auch nicht-hormonelle Verhütungsmethoden, die bei richtiger Anwendung ebenso sicher sind wie die Antibabypille. (Jennifer Greve)

Welches Verhütungsmittel ist am sichersten?

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