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Eine erste Panoramaaufnahme vom Kometen. Die Position der Forschungssonde "Philae" wurde nachträglich eingezeichnet.
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Eine erste Panoramaaufnahme vom Kometen. Die Position der Forschungssonde "Philae" wurde nachträglich eingezeichnet.

Rosetta-Mission

"Philae" sendet Bilder vom Kometen

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Nach mehreren Hopsern scheint das Landegerät "Philae" stabil auf der Oberfläche des Kometen "67/Tschurjumov-Gerasimenko" zu sitzen – jedoch nicht am geplanten Ort. Wie lange die Batterien halten, ist derzeit unklar.

Philae war so freudig erregt, dass er gleich zweimal gehüpft ist“: Gerhard Schwehm, langjähriger Manager und Projektleiter der „Rosetta“-Mission bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA, nimmt die Probleme mit Humor, die es am Mittwochabend dann doch noch bei der Landung auf dem Kometen 67/Tschurjumov-Gerasimenko gab.

Nach dem ersten großen Jubel über das Aufsetzen des Landeroboters „Philae“ kurz nach 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit war es zu unerwarteten Schwierigkeiten gekommen: Das Gerät hatte nach der erfolgreichen Abkopplung von der Muttersonde „Rosetta“ und nach siebenstündigem Sinkflug in Schrittgeschwindigkeit offenbar nicht fest genug auf der Oberfläche des Kometen gesessen. Wie eine Art Flummi löste es sich mindestens zwei-, eventuell auch dreimal vom Boden des Himmelskörpers – das erste Mal für zwei Stunden, das zweite Mal dann nur noch acht Minuten lang, wie Schwehm gegenüber der Frankfurter Rundschau erläutert. „Mittlerweile ist Philae aber zur Ruhe gekommen und sitzt stabil, vermutlich in einem kleinen Graben. Vielleicht ragt dabei eines seiner Beinchen nach oben“, sagt der Wissenschaftler.

Auch die ersten Bilder haben „Rosetta“ und ihr kleiner, kubusförmiger Begleiter aus mehr als 500 Millionen Kilometern Entfernung bereits zur Erde übertragen: „Die Kameras und alle Instrumente funktionieren normal“, erklärt Schwehm. Allerdings weiß im Moment keiner, wie lange der Roboter auf dem Kometen für seine Arbeit mit der nötigen Energie versorgt wird. Denn die Batterien halten nur drei Tage, wie Paolo Ferri, Leiter des Flugbetriebs bei der ESA, erklärt. Danach sollen eigentlich die Sekundärbatterien einspringen. Diese jedoch müssen mit Solarenergie aufgeladen werden – und die Experten sind unsicher, ob das Sonnenlicht am Aufenthaltsort von „Philae“ dafür ausreicht. Denn nach seinen Eskapaden sitzt das Gerät nicht genau am dafür vorgesehenen Landeplatz, sondern nur in dessen Nähe, so Gerhard Schwehm. Und dort ist vermutlich schattiger als erwünscht.

Ein Unsicherheitsfaktor ist auch, ob der mit einem Minilabor ausgestattete Lander in der Lage sein wird, wie geplant im Boden des Kometen Grabungen auszuführen, um von dort Proben zu nehmen und diese anschließend zu analysieren. Das Messprogramm aber laufe reibungslos, sagt Schwehm, und es würde auch bereits Material untersucht – Stoffe, die im Gas enthalten sind, das aus dem Kometen tritt. Auch der Tomograph funktioniere wie geplant, mit ihm wollen Landegerät und Muttersonde den Kometen durchleuchten. Denn auch wenn „Philae“ eine wichtige Rolle beim Bergen und Analysieren von Kometenmaterial zukommt: Der Orbiter „Rosetta“ umkreist den Himmelskörper nicht nur, sondern leistet auch selbst wissenschaftliche Arbeit.

Die Experten sind zur Zeit damit beschäftigt, herauszufinden, was die holprigen Landung nach der mehr als zehnjährigen Reise verursacht hat. Allem Anschein wurden zwei Harpunen nicht gezündet, die das Landegerät fest auf „67P/Tschurjumov-Gerasimenko“ verankern sollten. „Vielleicht war der Boden auch zu weich dafür“, sagt Gerhard Schwehm. Auch funktionierte eine Düse nicht, die „Philae“ nach unten drücken sollte; dass es mit diesem Antrieb Komplikationen geben könnten, hatte sich bereits in der Nacht zum Mittwoch angedeutet. Man sei sich nicht sicher gewesen, ob er anspringen würde, erklärt Paolo Ferri.

Ziel der mit 1,4 Milliarden Euro bislang teuersten und anspruchsvollsten Mission der ESA ist es, durch das Untersuchen des Kometen Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems zu gewinnen. Außerdem wollen sie die Fragen klären, ob durch Einschläge dieser kleinen Himmelskörper einst das Wasser auf die Erde gelangt ist.

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