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Ob lange absehbar oder plötzlich: Wer pflegt, steht unter enormer Belastung.

Pflege

Was im Pflegefall zu tun ist

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Ein Pflegefall in der Familie - Angehörige sind damit häufig überfordert. Ein Ratgeber bietet hilfreiche Checklisten und Tipps für Angehörige.

Wer sich damit konfrontiert sieht, einen ihm nahestehenden Menschen pflegen oder zumindest Hilfe für ihn organisieren zu müssen, hat oft das Gefühl, vor einem gewaltigen Berg zu stehen. Umso mehr, wenn diese Situation „über Nacht“ eingetreten ist, wie es bei alten Menschen nach Sturz oder Schlaganfall häufig passieren kann.

Aber auch dann, wenn sich die Pflegebedürftigkeit bereits länger abgezeichnet hat, stellt sie Angehörige vor enorme Herausforderungen. Wo finde ich Hilfe, an welche Stellen kann ich mich wenden, wer gibt mir überhaupt erst einmal Auskunft, verschafft mir einen Überblick, welche Möglichkeiten es gibt? Und mit welcher finanziellen Unterstützung kann ich rechnen?

Unendlich viel scheint jetzt erledigt werden zu müssen – und das meistens schnell. Nicht wenige Menschen fühlen sich davon heillos überfordert, selbst wenn sie sich innerlich auf das Thema vorbereitet haben. So erging es auch Sigita Urdze, Politikwissenschaftlerin an der Technischen Universität Darmstadt. Sie hat sich durch alle Probleme durchgekämpft, die Fallstricke kennengelernt und es geschafft, sie zu meistern. Um ihre leidvollen Erfahrungen anderen zu ersparen, entschloss sie sich, ihr Wissen weiterzugeben, Zusammen mit Stefanie Drozdzynski, Pädagogin an einer städtischen Beratungsstelle für alte Menschen im südhessischen Riedstadt und Trainerin zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, verfasste Sigita Urdze einen Ratgeber mit dem Titel: „Pflegefall in der Familie für Dummies“. Wobei das Buch keineswegs nur für Menschen geeignet ist, die sich bisher nicht mit dem Thema Pflege beschäftigt oder davor gedrückt haben.

Pflegefall in der Familie für Dummies: 229 Seiten, Wiley VCH Verlag, 14,99 Euro

In klarer Sprache, absolut praxisorientiert, ohne jeglichen wissenschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Überbau, unsentimental, aber mit viel Gespür für die Bedürfnisse in dieser Ausnahmesituation arbeiten die Autorinnen ab, was zu tun ist und berücksichtigen dabei auch alle denkbaren Eventualitäten.

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Das betrifft den unerwarteten ebenso wie den allmählichen Einstieg in die Pflege. Sie liefern Checklisten für die ersten 24 Stunden, die erste Woche, den ersten Monat, geben Hinweise, wo man Beratungsstellen findet, welche Regelungen beachtet werden müssen oder wie der Pflegegrad bestimmt wird. Großen Raum nehmen Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen ein. Aber es geht nicht allein um „Handlungsanweisungen“, sondern auch um die emotionale Bewältigung der Lage – etwa darum, was die plötzliche Abhängigkeit des Pflegebedürftigen für beide Seiten bedeutet oder wie man damit umgeht, wenn jemand partout jede Hilfe ablehnt.

Eine überaus nützliche und hilfreiche Lektüre, die sich aufgrund der klaren Gliederung des Buchs auch als Nachschlagewerk anbietet.

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