1. Startseite
  2. Wissen

Rekord-Astronautin Peggy Whitson ist wieder auf der ISS – Für die Nasa darf sie nicht mehr fliegen

Erstellt:

Von: Tanja Banner

Kommentare

SpaceX und Axiom Space bringen eine private Crew zur Internationalen Raumstation ISS. Mit dabei: „Space Ninja“ Peggy Whitson, langjährige Nasa-Astronautin.

Cape Canaveral – In der Raumfahrt ist Peggy Whitson eine Legende. Für die US-Raumfahrtorganisation Nasa war die heute 63-Jährige für drei Langzeit-Missionen im Weltall, bis heute hält sie mehrere Rekorde. Keine Astronautin hat mehr Zeit im Weltall verbracht als Whitson (665 Tage) und auch kein amerikanischer Astronaut kann ihr in dieser Hinsicht das Wasser reichen. Whitson war die erste Frau, die Kommandantin der Internationalen Raumstation ISS wurde und ist bis heute die einzige Frau, die die Crew auf der ISS zweimal anführte. Ihr Spitzname: „Space Ninja“.

Doch lange Aufenthalte im Weltraum bedeuten auch, dass man der Strahlung im Weltall lange Zeit ausgesetzt ist. In der US-Raumfahrt gibt es für Frauen aus gesundheitlichen Gründen strengere Grenzwerte als für Männer – was dazu führte, dass Peggy Whitson, die mit 57 Jahren das Strahlungs-Limit für Frauen erreicht hatte, 2018 als Nasa-Astronautin in den Ruhestand ging.

SpaceX bringt private Crew zur ISS – Nasa-Astronautin Peggy Whitson ist dabei

Doch der Ruhestand sollte nicht für immer sein – der Aufstieg der privaten Raumfahrt macht es möglich. Die frühere Nasa-Astronautin hat zwischenzeitlich beim privaten US-Raumfahrtunternehmen Axiom Space als Beraterin angeheuert. Das Unternehmen kooperiert mit SpaceX und schickt mithilfe der Raketen und Raumkapseln des Unternehmens von Elon Musk zahlende Touristen ins Weltall.

„Space Ninja“ Peggy Whitson ist mit Axiom Space und SpaceX zum vierten Mal zur ISS geflogen. Das Bild zeigt sie vor dem Start.
„Space Ninja“ Peggy Whitson ist mit Axiom Space und SpaceX zum vierten Mal zur ISS geflogen. Das Bild zeigt sie vor dem Start. © IMAGO/UPI Photo

Und auch Whitson ist dabei – allerdings nicht als zahlende Kundin, sondern als Kommandantin der zweiten privaten Axiom-Mission. Die Nasa verlangt, dass jede private Mission zur ISS von einem erfahrenen Astronauten oder einer erfahrenen Astronautin angeführt wird – und eine erfahrenere Raumfahrerin als Whitson gibt es in den USA derzeit nicht. Am 22. Mai erreichte die frühere Nasa-Astronautin die Internationale Raumstation mit einer Raumkapsel von SpaceX und baut ihren Rekord im Weltall seitdem weiter aus.

Axiom und SpaceX treiben Weltraumtourismus auf der ISS voran

Die vierköpfige private Axiom-Crew um Whitson soll etwa zehn Tage an Bord der ISS leben und arbeiten. Neben Whitson ist vor allem die zweite Astronautin in der Runde interessant: Die 24-jährige Biomedizinerin Rayyanah Barnawi ist die erste saudi-arabische Frau im Weltall. Gemeinsam mit dem Crewmitglied Ali Alqarni zählt sie zu den ersten saudi-arabischen Astronaut:innen. In der Schwerelosigkeit der ISS wird sie Experimente im Bereich der Stammzell- und Brustkrebsforschung durchführen, wie Axiom Space vor dem Start ins Weltall mitteilte. Als vierter im Bunde nimmt der US-Geschäftsmann John Shoffner an der Mission teil.

Damals war sie noch Nasa-Astronautin: Peggy Whitson in einer Trainings-Version des Raumanzugs, der bei Außenbordeinsätzen getragen wird. (Archivbild)
Damals war sie noch Nasa-Astronautin: Peggy Whitson in einer Trainings-Version des Raumanzugs, der bei Außenbordeinsätzen getragen wird. (Archivbild) © imago/JMH-Galaxy Contact

Als Peggy Whitson, die auch Biochemikerin ist, 2018 als Nasa-Astronautin in den Ruhestand ging, wurde sie von Journalist:innen gefragt, was sie am Weltraum vermissen wird. Ihre Antwort: „Ich werde es vermissen, das bezaubernd friedliche Äußere unserer Erde von diesem Aussichtspunkt aus zu sehen. Bis ans Ende meiner Tage werden meine Augen den Horizont absuchen, um diese Kurve zu sehen.“

Peggy Whitson: Die „Space Ninja“ ist zurück auf der ISS

Zumindest vorübergehend kann Whitson die Erde nun wieder aus einer Höhe von 400 Kilometern sehen. „Es war ein phänomenaler Ritt“, sagte die Astronautin, als die „Crew Dragon“-Kapsel von SpaceX, mit der die vierköpfige Crew zur ISS flog, den Erdorbit erreicht hatte. Ob es ihr letzter Ausflug ins Weltall sein wird, ist offen – schließlich hat das Zeitalter der kommerziellen Raumfahrt gerade erst begonnen und der „Space Ninja“ ist einiges zuzutrauen. (tab)

Auch interessant

Kommentare