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Biontech-Gründer
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Ugur Sahin (r.) und Özlem Türeci.

Auszeichnung

Paul Ehrlich-Preis für Gründer und Mitarbeiter von Biontech

Nicht nur im Kampf gegen Corona haben sie Entscheidendes geleistet: Das Ärzte-Ehepaar Şahin und Türeci sowie die Biochemikerin Katalin Karikó bekommen einen wichtigen Preis - und vielleicht bald mehr.

Frankfurt/Mainz - Die Menschen hinter dem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech werden mit dem den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2022 geehrt.

Die drei Preisträger erhalten die Auszeichnung „für ihre Erforschung und Entwicklung von messenger-RNA zu präventiven und therapeutischen Zwecken“, wie der Stiftungsrat am Dienstag in Frankfurt am Main bekanntgab. Das Preisgeld in Höhe von 120.000 Euro teilen sich die Biontech-Gründer, das Ärzte-Ehepaar Özlem Türeci (54) und Uğur Şahin (56), und die Biochemikerin Katalin Karikó (66), die sich 2013 dem Unternehmen anschloss.

Vorbote eines Nobelpreises?

Die Auszeichnung gilt als eine der bedeutendsten Ehrungen in der medizinischen Grundlagenforschung. Viele Preisträger der vergangenen Jahrzehnte bekamen später den Medizin-Nobelpreis. Die Ehrung wird seit 1952 verliehen. Überreicht wird der Preis traditionell am Geburtstag des Nobelpreisträgers Paul Ehrlich, dem 14. März.

Die Ehrung würdigt mehr als die Entwicklung des Corona-Impfstoffs. Die Preisträger hätten eine Technologie etabliert, „die in Teilbereichen der Medizin einen Paradigmenwechsel einleiten dürfte“, begründete der Stiftungsrat seine Wahl. Die Möglichkeiten reichten von der Gabe von Impfantigenen oder therapeutisch wirksamen Proteinen hin zur internen Produktion in den Körperzellen der Patienten. Die „spektakulär schnelle“ Entwicklung eines hochwirksamen Impfstoffes gegen Covid-19 würdigte die Jury als „herausragenden Erfolg“.

Das Ziel stets im Fokus

Die Ungarin Katalin Karikó forscht an der University of Pennsylvania. Während in Therapien mit DNA große Hoffnungen gesetzt wurden, schien mRNA für einen medizinischen Einsatz nicht in Frage zu kommen, erklärte der Stiftungsrat. Karikó sei in den 1990er Jahren dennoch unbeirrt ihrem Ziel treu geblieben. Vielen Widrigkeiten zum Trotz sei ihr ein entscheidender Durchbruch gelungen: „Sie entdeckte, wie sich die körpereigene Abwehrreaktion gegen synthetische mRNA ausschalten und damit die intrazelluläre Proteinproduktion deutlich erhöhen ließ.“

Şahin und Türeci forschten im Saarland und in Mainz zuerst an Krebs-Impfstoffen. mRNA schien ihnen am besten dafür geeignet. Sie entwickelten „ein wegweisendes Verfahren, um jeden mRNA-Impfstoff maßgenau an das genetische Profil des Tumors eines Patienten anzupassen“, so der Stiftungsrat. Diese „bahnbrechenden Fortschritte“ bildeten die Grundlage für einen breiteren Einsatz von mRNA - wie für die Entwicklung des Covid-19-Impfstoffs. 2008 gründeten sie die Firma Biontech, der sich Karikó 2013 anschloss.

Grundlage für weitere Forschung

„Wir sind glücklich, dass unsere Forschung, die wir vor über 20 Jahren mit einem kleinen Wissenschaftlerteam an der Universität begonnen haben, die Grundlage geschaffen hat, auf der wir mRNA für den medizinischen Einsatz weiter entwickeln konnten. Für personalisierte Krebsimmuntherapien wie auch für den Covid-19 Impfstoff“, teilte Sahin der Deutschen Presse-Agentur mit. Türeci erklärte, es sei „ein besonderes Privileg, mit diesem international hochrenommierten Wissenschaftspreis ausgezeichnet zu werden“. Die Zulassung des ersten mRNA-basierten Impfstoffs habe gezeigt, dass medizinische Durchbrüche auf jahrzehntelanger Grundlagenforschung basierten. dpa

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