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Bei einer partiellen Mondfinsternis wird der Mond nicht komplett vom Erdschatten bedeckt.

MoFi am 16. Juli

Partielle Mondfinsternis am Dienstag - gute Chancen für Schaulustige im Süden

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Auf den Tag genau 50 Jahre nach dem Start der ersten Mondlande-Mission ist eine partielle Mondfinsternis am Abendhimmel über Deutschland zu beobachten. Alle wichtigen Infos rund um das Himmelsphänomen.

Im Juli 2019 steht der Mond besonders im Fokus – denn vor 50 Jahren sind mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin erstmals Astronauten dort gelandet. Doch noch vor dem 50. Jahrestag der Mondlandung am 20./21. Juli gibt es einen anderen Grund, weshalb viele Menschen den Blick zum Mond richten dürften: Am 16. Juli - dem Tag, an dem Armstrong, Aldrin und Michael Collins zum Mond gestartet sind - ist eine partielle Mondfinsternis am Abendhimmel über Deutschland zu sehen.

Wer die längste totale Mondfinsternis im Juli 2018 und die Mondfinsternis im Januar 2019 verfolgt hat, dürfte von der partiellen Mondfinsternis im Juli 2019 allerdings enttäuscht werden: Der Mond wird nur zu einem Teil verdunkelt, es wird daher auch kein so genannter „Blutmond“ zu sehen sein. Doch auch ohne dass der Mond sich komplett rötlich einfärbt ist eine partielle Mondfinsternis sehenswert.

Partielle Mondfinsternis im Juli 2019: Wo ist sie zu sehen?

Die partielle Mondfinsternis ist in fast ganz Europa und in ganz Afrika in ihrer vollen Länge zu sehen. Auch die Westhälfte Asiens kommt in den Genuss der Mondfinsternis. In Deutschland ist die Mondfinsternis in ihrer vollen Länge sichtbar.

Eine gute Sicht auf die partielle Mondfinsternis werden vor allem Schaulustige im Süden Deutschlands haben. „Südlich des Mains sind die Chancen am größten“, sagte Tobias Reinartz vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Die Wolkenverteilung sei über Deutschland zurzeit zweigeteilt. Das werde auch in der Nacht zum Mittwoch so sein. Über dem Norden gebe es eine dichte Bewölkung. Mit Glück könne aber in Richtung Nordosten die Wolkendecke auch mal aufbrechen und den Blick auf den Mond freigeben. 

Was ist eine partielle Mondfinsternis?

Um den Mond teilweise zu verfinstern, müssen Sonne, Erde und Mond in der richtigen Position zueinander stehen. Steht die Erde während eines Vollmonds zwischen Sonne und Mond, fällt ihr Schatten auf den Mond – er wird verfinstert. Bei einer partiellen Mondfinsternis wandert der Mond nicht komplett, sondern nur zum Teil durch den Erdschatten. Nur ein Teil des Mondes wird so verdeckt. Während sich der Mond bei einer totalen Mondfinsternis rot färbt, geschieht das bei einer partiellen Finsternis nicht.

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Wie lange dauert die partielle Mondfinsternis im Juli 2019?

Der Mond geht am 16. Juli etwa mit Sonnenuntergang auf, bereits zu diesem Zeitpunkt sollte man den Beginn der Mondfinsternis erkennen können: Der Erdschatten schiebt sich von links oben langsam über den Mond. Die Sichtbarkeit beginnt nach Berechnungen um etwa 21.25 Uhr. In den Kernschatten tritt der Mond um 22.02 Uhr ein, um 23.31 Uhr erreicht er die maximale Verfinsterung, dann ist der Vollmond zu 66 Prozent verfinstert. Um 1.00 Uhr tritt der Mond wieder aus dem Kernschatten aus, das Ende der Sichtbarkeit ist um etwa 1.39 Uhr erreicht. Am frühen Morgen geht der Mond kurz nach Sonnenaufgang unter.

Der Zeitplan der partiellen Mondfinsternis am 16. Juli 2019

Eintritt in den Halbschatten: 20.44 Uhr

Mondaufgang in Frankfurt: 21.23 Uhr

Sonnenunterang in Frankfurt: 21.28 Uhr

Sichtbarkeitsbeginn: 21.25 Uhr

Eintritt in den Kernschatten: 22.02 Uhr

Maximale Verfinsterung: 23.31 Uhr

Austritt aus dem Kernschatten: 1.00 Uhr

Sichtbarkeitsende: 1.39 Uhr

Austritt aus dem Halbschatten: 2.18 Uhr

Sonnenaufgang in Frankfurt: 5.34 Uhr

Monduntergang in Frankfurt: 5.50 Uhr

Wie beobachtet man eine Mondfinsternis?

Um die partielle Mondfinsternis zu beobachten, benötigt man keine Hilfsmittel. Man sollte sich eine bequeme Beobachtungsposition mit freier Sicht in Richtung Südosten suchen. Der Mond wird im Osten aufgehen und steigt im Laufe der Nacht in Richtung Süden am Himmel nach oben. Häuser, Bäume oder Berge sollten den Blick nach Osten nicht versperren, denn der Mond steht während eines großen Teils der Mondfinsternis verhältnismäßig tief über dem Horizont. Wer bewohnte Gegenden hinter sich lässt und für die Mondfinsternis einen Beobachtungsstandort in der Natur sucht, hat den Vorteil, dass es weniger Lichtverschmutzung gibt und auch Sterne besser zu erkennen sind.

Im Gegensatz zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis benötigt man bei der Beobachtung einer Mondfinsternis keine Schutzbrille. Wer sich den teilweise verfinsterten Mond genauer anschauen möchte, kann das mit einem Fernglas oder Teleskop tun, ohne besondere Vorkehrungen treffen zu müssen. Man kann das Naturspektakel jedoch auch ohne Vergrößerung deutlich sehen.

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Welcher helle Stern steht rechts oberhalb des Mondes?

Bei dem hellen Stern, den man am 16. Juli rechts oberhalb des Mondes sehen kann, handelt es sich um den Planeten Saturn. Der Ringplanet steht fast direkt gegenüber der Sonne (Experten nennen diese Position „Opposition“) und erreicht deshalb beinahe seine größte Helligkeit. Auch der Jupiter ist als auffallend helles, ruhig leuchtendes Objekt in südlicher Himmelsrichtung zu sehen.

ISS zieht während der Mondfinsternis zweimal über den Himmel

Zweimal gesellt sich während der Mondfinsternis die Internationale Raumstation zu den Objekten am Nachthimmel: Kurz nach 23.01 Uhr erscheint die ISS etwa zehn Grad oberhalb des teilverfinsterten Monds als auffallend heller Lichtpunkt. Dabei erreicht sie eine maximale Höhe von rund 25 Grad über dem Horizont. Der zweite ISS-Durchgang beginnt um 00.37 Uhr am frühen Mittwochmorgen. Dann wird die Raumstation sehr hoch am Himmel aufsteigen, nahe am Zenit vorbeiziehen und infolgedessen markant und hell am Firmament zu sehen sein. 

Nach der Mondfinsternis im Juli 2019: Wann ist die nächste Mondfinsternis?

Nach der partiellen Mondfinsternis vom 16. Juli 2019 dauert es eine Weile, bis die nächste Mondfinsternis von Deutschland aus sichtbar ist. Die Halbschattenfinsternis am 10. Januar 2020 ist zwar von Deutschland aus zu sehen - allerdings sind Halbschattenfinsternisse nur schwer erkennbar, da sich nur ein leichter Grauschleier über den Mond legt. Die nächste tatsächlich von Deutschland aus sichtbare Mondfinsternis ist eine totale Mondfinsternis am 16. Mai 2022 - bei der der Mond während der Finsternis untergeht. Am 28. Oktober 2023 ist in Deutschland wieder eine partielle Mondfinsternis zu sehen.

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