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Diffusions-MRT des menschlichen Gehirns.
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Das Schmerzmittel Paracetamol ist immer wieder Gegenstand verschiedener Studien. (Symbolbild)

Auswirkung auf den Charakter?

So wirkt das Schmerzmittel Paracetamol auf Gesundheit und Psyche

  • Sophia Lother
    VonSophia Lother
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Zu Paracetamol greifen viele Leute – doch ist es auch harmlos? Studien zeigen, dass das Schmerzmittel den Charakter beeinflussen kann.

Frankfurt – Paracetamol ist eins der am häufigsten genutzten Schmerzmittel in Deutschland. Laut einer aktuellen Erhebung der Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA) haben insgesamt 17 Prozent der mehr als 23.000 Befragten angegeben, Paracetamol innerhalb der vergangenen 12 Monate eingenommen zu haben.

Das Schmerzmittel ist im Allgemeinen rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich. Dementsprechend niedrig ist die Hemmschwelle vieler, bei Schmerzen oder Fieber zu einer Tablette zu greifen. Doch immer mehr Studien weisen darauf hin, dass Paracetamol enorme Auswirkungen auf die Psyche haben könnte.

Paracetamol: So wirkt das Schmerzmittel in Ihrem Körper

Im Gegensatz zu Ibuprofen setzt Paracetamol nicht direkt an der Entzündung an, sondern wirkt über das zentrale Nervensystem. Bisher ist die Wirkung noch nicht abschließend geklärt. Viele Fachleute gehen aber davon aus, dass das Medikament spezielle Gewebshormone beeinflusst.

Diese sind dafür zuständig, Warnsymptome wie beispielsweise Schmerzen zu verursachen und gelten deshalb als Schutzhormone. Schmerzmittel beeinträchtigen die Synthese dieser Hormone, was schließlich auch den Schmerz mindert. Doch obwohl Paracetamol rezeptfrei gekauft werden kann, muss laut dem Portal gesundheitsinformationen.de auf die Dosis genau geachtet werden:

WirkstoffHöchstdosis: Pro Einnahme/Pro Tag für gesunde Erwachsene
Paracetamol1000 mg/4000 mg
Ibuprofen400 mg/1200 mg
ASS1000 mg/3000 mg bis 65 Jahre, 2000 mg ab 65 Jahren
Quelle: gesundheitsinformation.de

Die allgemein bekannten Nebenwirkungen von Paracetamol sind auf den Beipackzetteln verzeichnet. Selten ist demnach etwa mit Leber- und Gallenerkrankungen zu rechnen. Auch Hauterkrankungen treten mit einer Häufigkeit von weniger als 1 von 1000 auf. Sehr selten (weniger als 1 von 10.000 Behandelten) kann es zu Erkrankungen des Immunsystems wie allergischen Reaktionen und einer Verengung der Atemwege kommen. Sobald Nebenwirkungen auftreten, soll ein Arzt oder eine Ärztin informiert werden. Studien weisen jedoch immer wieder auf weitere Auswirkungen hin. So kam eine Langzeitstudie aus den USA mit mehr als 55.000 Teilnehmerinnen zu dem Schluss, dass Paracetamol das Gehör schädigen kann. Sie hatten das Medikament allerdings häufiger als zweimal pro Woche eingenommen.

Paracetamol: Nebenwirkungen und Auswirkung einer schweren Überdosierung

Dadurch, dass Paracetamol häufig in Kombi-Präparaten enthalten ist, ist eine versehentliche Überdosierung eine Gefahr für die Gesundheit. Laut MSD Manual enthalten gerade viele Arzneien für Kinder Paracetamol, welche in den unterschiedlichsten Formen verfügbar sind. „Es kann vorkommen, dass ein Elternteil mehrere davon gleichzeitig oder innerhalb mehrerer Stunden ausprobiert, um Fieber oder Schmerzen zu behandeln, ohne sich darüber klar zu sein, dass sie alle Paracetamol enthalten“, so das Informationsportal. Zwar sei Paracetamol auch in hohen Dosen vergleichsweise sicher, dennoch sei das Medikament keineswegs harmlos.

Eine Paracetamol-Vergiftung äußere sich meist in vier Stadien mit ganz unterschiedlichen Symptomen:

  • Stadium 1 (einige Stunden nach der Einnahme): Möglicherweise Erbrechen. Viele Betroffene haben in diesem Stadium auch keinerlei Symptome.
  • Stadium 2 (24 bis 72 Stunden): In manchen Fällen Erbrechen, Übelkeit und Bauchschmerzen. Blutuntersuchungen zeigen Leberfunktionsstörung.
  • Stadium 3 (3 bis 4 Tage): Verschlimmertes Erbbrechen. Funktion der Leber eingeschränkt und Gelbsucht und Blutungen entwickeln sich. Es kann zu Nierenversagen und einer entzündeten Bauchspeicheldrüse kommen.
  • Stadium 4 (nach 5 Tagen): Betroffene Person erholt sich oder es kommt zu Leberversagen und dem Versagen anderer Organe. Dies kann tödlich sein.
  • Quelle: MSD Manual

Paracetamol: Studien zeigen, wie das Schmerzmittel auch Gesundheit und Psyche beeinflusst

Immer mehr Studien kommen nun aber zu dem Schluss, dass die Einnahme von Paracetamol neben körperlichen auch psychische Nebenwirkungen haben kann. Im Jahr 2015 zeigten Forschende der Ohio State University in einer Studie, dass das Medikament nicht nur Schmerzen dämpft – sondern auch Gefühle. Die Probandinnen und Probanden sollten emotionsgeladene Bilder bewerten. Die Gruppe, die zuvor Paracetamol verabreicht bekommen hatte, bewertete die Emotionen wesentlich weniger stark als die Placebo-Gruppe.

Darauf aufbauend untersuchte ein weiteres Team der Universität den Einfluss von Paracetamol auf das Risikoverhalten. Mehrere Studien mit insgesamt 545 Teilnehmerinnen zeigten, dass diejenigen, die Paracetamol eingenommen hatten, eher dazu bereit waren, ein Risiko einzugehen. Sie bewerteten Bungee-Jumping oder nachts alleine durch eine unsichere Gegend zu laufen, als weniger riskant. Dies könnte nach Ansicht der Fachleute daher kommen, dass die negativen Gefühle der Betroffenen durch das Schmerzmittel vermindert sind. Einer der Studienautoren unterstreicht die negativen Auswirkungen, die so ein Verhalten haben kann.

Paracetamol: Eine Studie ermittelt Einfluss des Schmerzmittels auf Psyche und Charakter

Paracetamol ist ein vom Center of Desease Control and Prevention empfohlenes Medikament, um leichte Corona-Verläufe zu behandeln. „Vielleicht werden Menschen mit milden Covid-Symptomen, die Paracetamol einnehmen, sich dazu entscheiden, das Haus zu verlassen und unter Menschen zu gehen, weil sie das Risiko als gering einstufen“, gibt Co-Studienautor Baldwin Way gegenüber Ohio State News zu bedenken. Kann sich Paracetamol auf die Corona-Impfung auswirken? Das ist der derzeitige Stand der Forschung. (Sophia Lother)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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