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Künstlerische Darstellung von „Oumuamua“ - um ein Alien-Raumschiff handelt es sich offenbar nicht.

Mysteriöser Himmelskörper

„Oumuamua“ ist wohl doch kein Alien-Raumschiff

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Forscher sind sich nicht sicher, worum es sich bei dem interstellaren Besucher „Oumuamua“ handelt. Aber eins steht fest: Ein Alien-Raumschiff ist es nicht.

Im Herbst 2017 entdeckten Forscher erstmals ein interstellares Objekt, das das Sonnensystem durchquerte. „Oumuamua“ nannten sie es, der ungewöhnliche Name kommt aus dem hawaiianischen und bedeutet „Kundschafter“. Das Objekt ist klein, rötlich und länglich - doch Forscher sind sich nicht sicher, worum es sich eigentlich handelt. Ist „Oumuamua“ ein Komet? Ist es ein Asteroid? Oder gar etwas ganz anderes? Der Chefastronom der Harvard-Universität hat vor einiger Zeit mit seiner Interpretation der Daten weltweit Schlagzeilen gemacht: Er hielt es nicht für unwahrscheinlich, dass es sich um eine Art Boten, von einer unbekannten Zivilisation hergestellt und verschickt, handeln könnte.

Auch andere Forscher hatten ähnliche Theorien, von einem möglichen Alien-Raumschiff war die Rede. Doch nun haben Forscher in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ eine neue Analyse veröffentlicht. Darin wird deutlich, dass sie von einer natürlichen Erklärung überzeugt sind. „So ein Objekt wie Oumuamua haben wir bisher noch nicht beobachtet. Es ist ungewöhnlich und schwer zu erklären. Doch das bedeutet nicht, dass es keine natürlichen Phänomene gibt, die sein Verhalten erklären könnten“, sagt Matthew Knight von der University of Maryland, der an der Analyse beteiligt ist.

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Für die Studie prüfte ein Team internationaler Wissenschaftler noch einmal sämtliche Erkenntnisse über „Oumuamua“. Dabei kamen die Forscher zu dem Schluss, dass es nicht nötig sei, auf gewagtere Theorien - wie eben die vom Alien-Raumschiff - zurückzugreifen. „Es ist nur natürlich, dass „Oumuamua“ ungewöhnliche Eigenschaften hat. Unsere Analyse deutet darauf hin, dass es natürliche Phänomene gibt, die dies erklären könnten“, findet Susanne Pfalzner, Astrophysikerin am Jülich Supercomputing Centre, die ebenfalls an der Studie beteiligt ist. Der Weltraum jenseits unseres Sonnensystems müsse noch weiter erforscht werden.

„Oumuamua“ könnte aus einer Wolke aus einem anderen Sonnensystem stammen

„Oumuamua“ unterscheidet sich von bekannten Kometen oder Asteroiden hauptsächlich durch sein Bewegungsmuster. Der mysteriöse Himmelskörper beschleunigt sich in Richtung seiner Laufbahn - das ist typisch für Kometen. Dabei stößt er jedoch kein Gas aus - was Kometen bei Annäherung an die Sonne eigentlich tun.

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Eine Theorie der Forscher ist, dass „Oumuamua“ von einem Gasriesen in einem anderen Sonnensystem stammt. Aktuelle wissenschaftliche Modelle gehen davon aus, dass die Oortsche Wolke in den äußeren Randbereichen des Sonnensystems durch Gesteinsbrocken vom Jupiter entstanden sein könnten. Hierher stammen Kometen, die ins Sonnensystem eindringen. „Oumuamua“ könnte aus einer ähnlichen Wolke in einem anderen Sonnensystem stammen und der Anziehung seines Sternes entkommen sein.

Ob die Forscher jemals zweifelsfrei herausfinden, worum es sich bei „Oumuamua“ handelt, ist allerdings eher unwahrscheinlich: Das mysteriöse Objekt ist längst zu weit von der Erde entfernt, um weiter beobachtet zu werden. Die Forscher müssen sich mit den Daten zufriedengeben, die beim Vorbeiflug des Objekts im Jahr 2017 gesammelt wurden.

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