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Einheimische Orchideen werden immer seltener.

Deutschland

Orchideen immer seltener

Einheimische Orchideen wachsen in Deutschland trotz ihres strengen Schutzes immer seltener. Einige Arten stehen kurz davor, in einigen Regionen ganz zu verschwinden.

Eisenach. Einheimische Orchideen wachsen in Deutschland trotz ihres strengen Schutzes immer seltener. "Einige Arten stehen kurz davor, in einigen Regionen ganz zu verschwinden", sagte Jutta Haas vom Arbeitskreis Einheimische Orchideen Hessen am Samstag.

Als Beispiel nannte sie den früher in ganz Deutschland vorkommenden Frauenschuh, der in Sachsen bereits ausgestorben sei. "Er kommt auch in Rheinland-Pfalz und Berlin/Brandenburg nur noch vereinzelt vor."

Experten aus mehreren Bundesländern wollten am Sonntag zum Abschluss ihrer Herbsttagung in Unkeroda bei Eisenach die Orchidee des Jahres küren. In Deutschland gibt es etwa 40 Orchideenarten, die alle auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen.

"Der veränderte Umgang mit der Natur macht den Orchideen arge Probleme. Sie sind große Spezialisten, was die Anforderungen an ihre Lebensräume betrifft", sagte Haas. Ursachen für die schwindenden Bestände seien zum Beispiel intensive Düngung in der Landwirtschaft und Überweidung. Hinzu kämen Verkehrs- und Bauprojekte, die die Lebensräume einengten.

Auch erste Folgen des Klimawandels machten sich bei den seltenen Pflanzen mit ihren oft exotisch wirkenden, mitunter aber auch unscheinbaren Blüten bemerkbar. Bocksriemenzunge oder Bienenragwurz würden von den milderen Wintern profitieren, andere, wie das Knabenkraut, seien durch trockene Frühjahre beeinträchtigt. (dpa)

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