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Omikron-Variante: Neue Details zur Wirksamkeit der Corona-Impfung bei „BA.2“

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Von: Delia Friess

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Eine Studie aus Katar untersucht die Wirkung der Impfstoffe gegen den Omikron Subtyp „BA.2“. Demnach gibt es nur geringe Unterschiede zu „BA.1“.

Doha - Die Corona-Lage in Deutschland ist weiter angespannt. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen erreicht immer neue Höchstwerte. Grund für die jüngste Corona-Welle ist die ansteckende Omikron-Variante.

In seinem jüngsten Wochenbericht vom 24.03.2022 gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) den Anteil des Omikron-Subtyps „BA.2“ mit 72 Prozent an. Damit hat BA.2 die ursprüngliche Omikron-Variante „BA.1“ bereits verdrängt. Die Omikron-Variante BA.1 soll Expert:innen zufolge um ein Vielfaches ansteckender sein als die Alpha-Variante oder Delta-Variante. Zwar soll eine Omikron-Infektion milder verlaufen als eine Infektion mit Alpha oder Delta, Virologe Christian Drosten warnte jedoch, dass Omikron vor allem für Ungeimpfte ebenfalls gefährlich sei. Das große Problem sei noch immer die Impflücke. Über den Omikron Subtyp BA.2 ist bisher noch wenig bekannt. Stiko-Chef Thomas Mertens warnte jedoch vor beunruhigenden Szenarien angesichts von BA.2.

Omikron-Variante „BA.2“: Ansteckender als die ursprüngliche Omikron-Variante

Warum „BA.2“ bereits „BA.1“ dominiert hat, ist noch nicht vollständig geklärt. Der Omikron Subtyp „BA.2“ soll noch ansteckender sein als „BA.1“. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass der Subtyp „BA.2“ die Immunität durch Impfungen oder überstandene Infektion noch besser umgehen könne, wie die Fachzeitung Nature berichtet.

„Aus wissenschaftlicher Sicht stellt sich die Frage nach dem ‚Warum?‘“, wird Dan Barouch Immunologe und Virologe am Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston in Nature zitiert. Die Forschenden vermuten, dass Omikron die Delta-Variante vor allem deshalb so schnell verdrängt hat, da die Variante in der Lage ist, Menschen zu infizieren, die zuvor gegen Delta immun waren. Eine Möglichkeit für die Verbreitung von „BA.2“ ist also, dass es noch besser als „BA.1“ in der Lage ist, die Immunität zu überwinden – möglicherweise einschließlich des Schutzes, der durch eine BA.1-Infektion erworben wurde.

Kalenderwoche 2022BA.1 | BA.2
Woche 167,7 % | 1,5 %
Woche 582,2 % | 16,7 %
Woche 1026,3 % | 72,0 %
Quelle: RKI-Wochenbericht vom 24.03.2022

Corona-Variante: Booster-Impfung schützt wohl auch gegen Omikron Subtyp „BA.2“

Die Grundimmunisierung mit zwei Impfdosen soll zwar gut gegen die Alphavariante und Deltavariante schützen, aber nicht genügend gegen die Omikron-Variante. Erst durch eine Booster-Impfung mit den Corona-Impfstoffen soll ein guter Schutz auch gegen die Omikron-Variante bestehen. Derzeit arbeitet Biontech/Pfizer zudem an einem angepassten Impfstoff gegen die Omikron-Variante. Das RKI schrieb in seinem letzten Wochenbericht vom 24.03.2022: „Bei Populationen mit hoher Immunität durch Impfungen bzw. bereits durchgemachten Infektionen wurden keine Hinweise auf Unterschiede im Schweregrad der Erkrankungen zwischen den Omikron-Sublinien „BA.1“ und „BA.2“ festgestellt.“ Virologe Dan Barouch sagte, dass Daten darauf hindeuten würden, dass es nicht zu einer neuen zusätzlichen Welle führe, die Omikron-Welle allerdings verlängert werden könnte.

Die Vermutung, dass die Booster-Impfung gegen die Omikron-Variante und auch den Omikron Subtyp „BA.2“ schützt, wird auch durch eine neue Studie aus Katar gestützt. Dr. Laith Jamal Abu-Raddad vom Weill Cornell Medical College in Doha hat Daten der knapp 2,5 Millionen Einwohner:innen von Katar ausgewertet, wie die Ärztezeitung berichtet. In Katar sollen nach offiziellen Angaben rund 89, 9 Prozent vollständig geimpft sein. Die Booster-Impfungen hätten bereits im September 2021 begonnen.

Der Omikron Subtyp BA.2: Warum kann er sich so gut verbreiten?
Der Omikron Subtyp BA.2: Warum kann er sich so gut verbreiten? © Niaid-Rml / dpa

Omikron „BA.2“: Booster-Impfung schützt wohl auch vor schweren Verläufen

Der Mediziner veröffentlichte kürzlich ein Preprint unter dem Titel „Effect of prior infection, vaccination, and hybrid immunity against symptomatic „BA.1“ and „BA.2“ Omicron infections and severe COVID-19 in Qatar“. Darin wird die Wirksamkeit der Booster-Impfungen von Biontech/Pfizer und Moderna gegen „BA.1“ und „BA.2“ untersucht.

Nach einer Boosterimpfung lag der Schutz vor einer symptomatischen Infektion mit Omikron „BA.1“ bei 59,6 Prozent, der Schutz vor einem schweren Verlauf von Omikron „BA.1“ bei 97,5 Prozent. Bei dem Subtyp „BA.2“ lag der Schutz vor einem schweren Verlauf nach einer Booster-Impfung bei rund 98,2 Prozent. Das Risiko für eine symptomatische Infektion nach drei Dosen lag bei 52,2 Prozent.

Bei der Wirksamkeit von Auffrischungsimpfungen gegen eine symptomatische Infektion mit „BA.1“ oder „BA.2“ war kein großer Unterschied festzustellen, schreiben die Forschenden. Die Auffrischungsimpfung bot außerdem einen hohen Schutz gegen Hospitalisierung und Tod. Die Untersicherheiten der Studie sollen sein, dass Katar eine jüngere, vor allem männliche Bevölkerung hat. Auch vulnerable Gruppen wurden in der Studie nicht extra untersucht. Unklar ist außerdem die Dunkelziffer von Ungeimpften, Infektionen und Todesfällen in dem Emirat. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) betonte erst kürzlich, dass zweifach Geimpfte nicht auf den angepassten Omikron-Impfstoff warten sollten, sondern sich mit einem der vorhandenen Impfstoffe boostern lassen sollten. Der angepasste Impfstoff wird erst im Mai erwartet. (df)

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