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Omikron Subtyp BA.2: Wie geht es in Deutschland weiter? Forschende berechnen Szenarien

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Von: Delia Friess

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Derzeit steigt der Anteil des Omikron Subtyps BA.2. Forschende der TU Berlin berechnen zwei Szenarien. Sie prognostizieren einen Wiederanstieg der Infektionszahlen.

Berlin – Die Gefahr durch Corona ist – trotz der vorläufigen Lockerungs-Pläne von Kanzler Olaf Scholz (SPD) und der Ampel-Regierung – wohl noch nicht gebannt. Vor allem der Omikron-Subtyp BA.2 bereitet Wissenschaft und Politik Sorgen. Das Infektionsgeschehen in Großbritannien und Dänemark könnte darauf hinweisen, dass der Omikron Subtyp BA.2 wohl noch ansteckender als die Omikron-Variante ist.

Dieser Meinung ist auch die Virologin Sandra Ciesek. Sie erklärte, weil man „in verschiedenen Ländern beobachten kann, dass der Anteil an BA.2 zunimmt“, werde vermutet, dass „BA.2 einen Vorteil in der Übertragbarkeit gegenüber BA.1 hat“.

Omikron Subtyp BA.2: Forschende entwerfen Szenarien zum weiteren Pandemieverlauf

Modellierer:innen der TU Berlin warnen nun ebenfalls vor der Omikron-Untervariante BA.2. Die Forschenden um den Modellierer Kai Nagel veröffentlichten am Mittwoch (23.02.2022) einen Bericht, in dem sie ab Ende Februar mit einem Anstieg der Infektionszahlen aufgrund des Omikron-Subtyps BA.2 rechnen.

Modellierer:innen von der TU Berlin um Kai Nagel veröffentlichten am Mittwoch (23.03.2022) einen Bericht, in dem sie ab Ende Februar mit einem Anstieg der Infektionszahlen aufgrund des Omikron-Subtypes BA.2 rechnen.
Modellierer:innen von der TU Berlin um Kai Nagel veröffentlichten am Mittwoch (23.03.2022) einen Bericht, in dem sie ab Ende Februar mit einem Anstieg der Infektionszahlen aufgrund des Omikron-Subtypes BA.2 rechnen. (Symbolbild) © Photo by Handout/AFP

Die Forschenden beschreiben darin eine Überlagerung zweier Wellen: In der abflachenden BA.1-Welle der Omikron-Variante deute sich ein erneuter Anstieg durch den Subtyp BA.2 an. Das entspräche einem Wachstum um circa 85 Prozent pro Woche, so die Wissenschaftler:innen. Etwa Ende Februar werden deshalb mehr als 50 Prozent aller Infektionen auf die BA.2 Variante zurückzuführen sein. Dem letzten RKI-Wochenbericht vom 17.02.2022 zufolge war der Anteil des Omikron-Subtyps BA.2. bereits auf 14,9 Prozent angestiegen.

Omikron-Variante Subtyp BA.2: Forschende erwarten steigende Corona-Fallzahlen

Ab Ende Februar erwarten die Forschenden dann einen erneuten Anstieg der Infektionszahlen. Die Entwicklung hänge aber auch von den Freizeitaktivitäten der Menschen ab und davon, wie gut man nach durchgemachter BA.1-Infektion vor BA.2 geschützt sei. „Eine hohe Kreuzimmunität bedeutet, dass eine durchgemachte BA.1-Infektion relativ gut vor einer erneuten Ansteckung mit der BA.2-Variante schützt“, heißt es in dem Papier.

Jedoch kann auch eine Omikron-Infektion bei Ungeimpften zu einem schweren oder tödlichen Verlauf führen, wie führende Mediziner:innen mehrfach betonten. Impfungen gegen das Coronavirus reduzieren das Risiko für einen schweren Verlauf.

Corona in Deutschland: Wie geht es mit dem Omikron-Subtyp BA.2 weiter?

Laut dem Papier der TU Berlin ließen sich aus den Berechnungen der Forschenden zwei Szenarien ableiten:

  1. Bei einer hohen Kreuzimmunität und einem niedrigen Niveau von Freizeitaktivitäten in der Bevölkerung ergebe sich eine BA.2-Welle mit einem ähnlichen Niveau wie in der BA.1-Welle von Mitte Februar.
  2. Bei einer niedrigen Kreuzimmunität und einem hohen Niveau von Freizeitaktivitäten könnte die BA.2-Welle ein bis zu 2,5-faches Niveau der BA.1-Welle von Mitte Februar erreichen. Im zweiten und ungünstigeren Fall ergebe sich daraus eine bis zu 2,5-mal so hohe Belastung der Normal- und Intensivstationen im Vergleich zur derzeitigen Situation kurz nach dem Maximum der BA.1 Inzidenzen. 

Ganz präzise könnte man den Anstieg jedoch nicht vorhersagen. Die Forschenden raten jedoch, die Situation auch angesichts des Verlaufs in Dänemark genau zu beobachten, „um notfalls zeitnah entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können“.

Modellierung zum Omikron Subtyp BA.2: Forschende mit neuer Prognose

Die Befürchtung vieler Modellierer:innen: Trotz milderer Verläufe kann es durch die schnelle Verbreitung zu einer Belastung des Gesundheitssystems kommen. Insbesondere durch die Impflücke in Deutschland seien dann nämlich mehr schwere Fälle zu erwarten. Ob der Subtyp BA.2 auch eine ähnlich abgeschwächte Krankheitsschwere wie die Omikron-Variante BA.1 zur Folge habe, sei noch nicht vollständig geklärt.

Auch Stiko-Chef Thomas Mertens warnt vor beunruhigenden Szenarien, die durch den Omikron-Subtyp BA.2 möglich seien. Es gebe auch Hinweise darauf, dass Antikörper gegen die hierzulande hauptsächlich verbreitete Untervariante BA.1 den Subtyp BA.2 „weniger gut neutralisieren“, sagte Mertens.

Welche Symptome deuten auf eine Omikron-Infektion hin? Ein Überblick.

Zudem kursiert auch noch immer die Delta-Variante. Verschiedene Mediziner:innen und Politiker:innen, darunter Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), appellierten deshalb an Ungeimpfte, sich impfen zu lassen. Zudem riefen sie auch zweifach Geimpfte dazu auf, nicht auf den angepassten Omikron-Impfstoff zu warten, sondern sich mit den vorhandenen Impfstoffen boostern zu lassen. Impfstoffhersteller wie Biontech/Pfizer arbeiten an einem an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff, der aber Lauterbach zufolge erst im Mai zur Verfügung stehen wird. (df mit dpa)

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