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Omikron-Infektion: Wie lange ist die Inkubationszeit bei der Corona-Variante?

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Von: Monja Stolz

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Über die Länge der Corona-Inkubationszeit bei der Omikron-Variante wird viel spekuliert. Doch die Faktenlage zeichnet ein immer klareres Bild.

Frankfurt – Nach dem Kontakt mit einer infizierten Person bleiben die Corona-Tests erstmal negativ? Das schließt eine Infektion nicht aus. Die Inkubationszeit, die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, kann mehrere Tage dauern. Doch genauso wie die Symptome der Omikron-Variante sich zu den Vorgänger-Versionen verändert haben, soll auch die Inkubationszeit kürzer sein als bei anderen Varianten.

Die Inkubationszeit von Corona liegt im Mittel laut dem Robert Koch-Institut (RKI) bei etwa fünf bis sechseinhalb Tagen. Das Institut verweist aber auch auf Abweichungen je nach Virusvariante: „Möglicherweise haben die Virusvarianten Alpha bzw. Delta eine um etwa 1,5-2 Tage kürzere Inkubationszeit als der sogenannte Wildtyp, d. h. die Viren, die im Jahr 2020 zirkulierten.“ Zu der Inkubationszeit der noch relativ neuen Omikron-Variante gibt es noch keine konkreten Aussagen, das RKI weist aber auf einige Studien hin.

Corona-Test
Wie lange beträgt die Inkubationszeit bei der Corona-Variante Omikron? (Symbolbild) © Martin Schutt/dpa

Omikron-Infektion: Inkubationszeit durch unfreiwillige Corona-Studie überprüft

Zu der Inkubationszeit von Omikron liegt eine Beobachtung aus Norwegen vor, über die die wissenschaftliche Fachzeitschrift Eurosurveillance einen ausführlichen Bericht veröffentlichte. In Oslo hatte ein sogenanntes Superspreader-Event stattgefunden.

Bei einer Weihnachtsfeier Ende 2021 befand sich ein Omikron-Infizierter unter den Gästen, der kurz vorher aus Südafrika zurückgekehrt war. Insgesamt 117 und damit etwa ein Viertel aller anwesenden Restaurantbesucher infizierten sich mit der Corona-Variante. „Unter der Annahme, dass sich die Teilnehmer auf der Party infiziert haben, wurde eine mediane Inkubationszeit von 3 Tagen beobachtet, was im Vergleich zu früheren Berichten über Delta kurz ist“, heißt es in dem Bericht von Eurosurveillance.

Corona-Infektion mit Omikron-Variante: Inkubationszeit möglicher Auslöser für hohe Corona-Zahlen

Auch in Deutschland gehen viele Virolog:innen und Wissenschaftler:innen von einer kürzeren Inkubationszeit bei der Omikron-Variante aus. Sandra Ciesek sagte in dem NDR Info Podcast Coronavirus Update, dass der Bericht aus Norwegen und auch jetzige Fälle und Folgefälle zeigten, „dass die Inkubationszeit bei Omikron schon etwas kürzer sein könnte“.

Auch Jörg Timm, Leiter des Instituts für Virologie an der Uniklinik Düsseldorf, äußerte sich dazu bereits in einer Videokonferenz des Science Media Centers (SMC). Er sagte laut Deutscher Presse-Agentur, dass die Zahlen auf eine kürzere Inkubationszeit hindeuteten. Es seien aber noch keine belastbaren Aussagen möglich.

BezeichnungSARS-CoV-2-Variante Omikron
HauptübertragungswegTröpfchen/Aerosole, die eingeatmet werden
Häufige SymptomeSchnupfen, Husten, Hals- und Kopfschmerzen
Risikogruppeninsbesondere Ältere, Vorerkrankte
InkubationszeitVermutlich etwa drei Tage

Sowohl Ciesek als auch Virologe Hendrik Streeck sehen in der verringerten Inkubationszeit einen der Gründe für den sprunghaften Anstieg der Corona-Infektionen: „Was wir sehen, ist, dass die Inkubationszeit bei Omikron verkürzt ist. Und dadurch müssen wir einen explosionsartigen Anstieg der Fälle erwarten“, so Streeck. in einem RTL-Interview Anfang 2022.

Wenn die Inkubationszeit bei Omikron kürzer sei und sich das Virus vielleicht nicht mehr so tief in der Lunge vermehre, könne das auch ein „Zeichen der Anpassung an den Menschen“ und damit eine Chance sein, sagte Klaus Stöhr, ehemaliger Leiter des Globalen Influenza-Programms für die Weltgesundheitsorganisation WHO. „Wenn man sich anschaut, wie sich die Viren in den letzten Monaten entwickelt haben, ist es ein deutlicher Schritt Richtung Ende der Pandemie“, sagte er Anfang Januar in der phoenix-Sendung „corona nachgehakt“.

Corona: Ansteckung mit Omikron-Variante auch ohne Symptome möglich

Bei Corona tückisch ist, dass Infizierte schon vor beziehungsweise nach Auftreten der Symptome ansteckend sein können. Genau wie die Inkubationszeit fällt das von Person zu Person unterschiedlich aus. Laut RKI heißt es: „Als sicher gilt, dass die Ansteckungsfähigkeit in der Zeit kurz vor und nach Symptombeginn am größten ist und dass ein erheblicher Teil von Übertragungen bereits vor dem Auftreten erster klinischer Symptome erfolgt.“ Deshalb ist es sinnvoll, sich nach Kontakt mit einer infizierten Person erst einmal zu isolieren und Präventivmaßnahmen zu ergreifen, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.

Auch ist nicht gesichert, dass die Ansteckungsfähigkeit generell nach zehn bis vierzehn Tagen nach Symptombeginn zurückgeht. Vor allem schwer an Covid-19 Erkrankte sind teilweise länger für andere ansteckend. Wie ansteckend eine Person ist, kann über die Höhe des Ct-Werts, also die Viruslast, gemessen werden. Dieser Wert kann durch einen PCR-Test gemessen werden. (mos/dpa)

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