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B.1.1.529

Neue Corona-Variante Omikron: Das ist über B.1.1.529 bekannt

  • Nico Scheck
    VonNico Scheck
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Ist Omikron das neue Delta? Die neue Corona-Variante besorgt aktuell sämtliche Wissenschaftler. Noch ist aber unklar, wie gefährlich B.1.1.529 tatsächlich ist.

Frankfurt – Eine neue Corona-Variante lässt die Sorgenfalten der Virologen in diesen Tagen tiefer werden: Omikron. Während Delta seit Sommer weltweit sein Unwesen treibt und in Deutschland auch für die vierte Corona-Welle verantwortlich ist, befürchten Forscherinnen und Forscher bei Omikron künftig einen ähnlichen Effekt.

„Das Ding ist bis an die Zähne bewaffnet“, warnte etwa Friedemann Weber, Leiter des Instituts für Virologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die neue Corona-Variante Omikron, auch B.1.1.529 genannt, offiziell als „besorgniserregend“ eingestuft. Das Infektionsrisiko sei „sehr hoch“. Doch was ist bisher wirklich über Omikron bekannt?

Neue Corona-Variante Omikron: In HIV-Patienten entstanden?

Über die Entstehung der neuen Variante kursieren mehrere Theorien. Die wohl bekannteste Theorie lautet, dass die Mutation zu Omikron in einem unbehandelten HIV-Patienten entstanden ist. Denn: Befällt das Virus eine Person mit stark reduzierten Abwehrkräften, kann es sich lange im Körper aufhalten und mutieren. Der Körper hat dem Virus in dem Fall wenig entgegenzusetzen.

Die neue Corona-Variante Omikron bereitet Wissenschaftlern derzeit Sorge.

Eine weitere Theorie besagt, dass sich Omikron auch in einem Tier gebildet haben könnte. Von dort könnte es dann auf den Menschen übergesprungen sein.

Klar ist: Der erste bekannte Omikron-Fall stammt aus einer in Südafrika entnommenen Probe. Das war am 9. November. Zu diesem Zeitpunkt lag die Zahl der Neuinfektionen pro Tag trotz sehr niedriger Impfquote (24 Prozent) zwischen 300 und 400. Dann kam Omikron, am 27. November waren es 3220 Neuinfektionen pro Tag.

Warum kommt Omikron nach Delta?

Alpha, Beta, Gamma, Delta, jetzt Omikron. Die Namensvergabe der Corona-Varianten erfolgt nach dem griechischen Alphabet. Laut Angaben der WHO werden diese Namen nach und nach vergeben, um außerhalb des wissenschaftlichen Kontextes den öffentlichen Diskurs über die Virusvarianten zu vereinfachen. 

Kenner des griechischen Alphabets werden nun jedoch bemängeln, dass vor Omikron eigentlich erst die Buchstaben Ny und Xi an der Reihe gewesen wären. Wie die WHO erklärte, klingt Ny, auf Englisch Nu, zu sehr nach „new“ (dt.: neu) und wäre zu missverständlich gewesen. Und Xi? „Xi wurde nicht verwendet, weil es ein verbreiteter Nachname ist“, betonte die WHO. Die Folge: Die Variante B.1.1.529 heißt Omikron.

Das sind die Symptome von B.1.1.529

Über die Symptome der Corona-Variante Omikron ist noch nicht allzu viel bekannt. Nach Angaben der Mediziner-Vereinigung (SAMA) in Südafrika sind die dort mit Omikron infizierten Personen bisher nicht schwer erkrankt. Angélique Coetzee, Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, erklärte der BBC, dass die bislang in Südafrika festgestellten Omikron-Fälle nicht schwerwiegend seien. Doch befinde man sich auch noch in einem frühen Stadium der Untersuchungen.

Die Symptome seien bisher ungewöhnlich, aber mild. Coetzee berichtete von Patienten mit „schmerzendem Körper und Müdigkeit, extreme Müdigkeit“. Keiner von ihnen habe über Geschmacks- oder Geruchsverlust geklagt. Zudem seien auch keine direkten Krankenhauseinlieferungen nötig gewesen. Bislang seien vor allem jüngere Menschen von der neuen Corona-Variante betroffen. Die Omikron-Symptome im Überblick:

  • extreme Müdigkeit
  • schmerzender Körper
  • kein Geschmacks- oder Geruchsverlust

Warum die Corona-Variante Omikron so „besorgniserregend“ ist

Wie bereits erwähnt, hat die WHO die Corona-Variante Omikron als „besorgniserregend“ eingestuft. Diese Klassifizierung bedeutet laut WHO, dass eine Variante ansteckender sein oder zu schwereren Krankheitsverläufen führen könnte. Hinzu kommt die Sorge, dass die bisherigen Corona-Maßnahmen und -Impfstoffe gegen die Variante weniger wirksam sein könnten.

So bezeichnete die Wissenschaftlerin Susan Hopkins vom Imperial College in London Omikron als „die besorgniserregendste Variante, die wir je gesehen haben“. Was aber gibt den Experten und Expertinnen Anlass zu dieser Sorge? Vor allem die vergleichsweise hohe Anzahl von Mutationen der neuen Variante sind der Grund. Über 30 Mutationen am Spike-Protein auf der Oberfläche des Virus wurden schon entdeckt. Zum Vergleich: Bei der Delta-Variante sind es etwa die Hälfte an Mutationen.

Problematisch ist daran insbesondere, dass der Körper gegen das Spike-Protein bei Ansteckung Antikörper bildet. Wenig verwunderlich also, dass auch einige Corona-Impfstoffe das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anregen.

Verbreitung von B.1.1.529: Omikron hat Deutschland erreicht

Die Omikron-Variante wurde zunächst bei einem guten Dutzend Fällen in Südafrika, Botsuana und Hongkong entdeckt. Kurz darauf wurde B.1.1.529 auch bei einem Covid-19-Erkrankten in Israel nachgewiesen. Hinzu kam ein Fall einer ungeimpften und aus dem Ausland eingereisten Person aus Belgien.

In Deutschland wird der überwiegende Teil aller Neuinfektionen laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) noch von der Delta-Variante bestimmt. Experten gehen allerdings davon aus, dass Omikron bald auch in Deutschland die dominierende Variante sein wird.

Mittlerweile sind in etlichen Ländern Fälle der Omikron-Variante aufgetaucht.

Schützen die Impfstoffe auch gegen die neue Corona-Variante Omikron?

Eine der größten Sorgen bezüglich Omikron ist die schwindende Wirkung der Corona-Impfstoffe. Wissenschaftler befürchten, dass die ungewöhnlich hohe Anzahl an Mutationen für eine Umgehung des Impfstoffschutzes sorgen könnte. James Naismith, Professor für Strukturbiologie an der Universität Oxford, betitelte die Chance, dass die derzeit verfügbaren Impfstoffe weniger effektiv gegen Omikron sind, als „fast sicher“.

In einer Risikobewertung stellte das Robert-Koch-Institut fest, dass die Ansteckungsgefahr, die von Omikron für zweifach Geimpfte und Genesene ausgeht, als „hoch“ angesehen wird. Mit Booster-Impfung sei sie „moderat“.

Corona-Variante Omikron: WHO bis Drosten - Das sagen Fachleute

Bislang wurden nur die Corona-Varianten Alpha, Beta, Gamma und Delta von der WHO als „besorgniserregend“ eingestuft. Nun also auch Omikron. Für den Virologen Christian Drosten sind noch viele Fragen offen. „Für eine veränderte Krankheitsschwere gibt es derzeit keine Hinweise“, erklärte er gegenüber Deutschen Presse-Agentur. Zudem sei noch nicht geklärt, ob die neue Corona-Variante tatsächlich ansteckender ist oder ob andere Faktoren der Grund für die aktuell beobachtete Ausbreitung ist.

„Es ist durchaus denkbar, dass die Variante wieder verschwindet“, mahnte auch Virologe Friedemann Weber. Einig sind sich die Experten vor allem in einem Punkt: Omikron muss in den kommenden Wochen genauer beobachtet werden. (nc)

Rubriklistenbild: © CHRISTIAN OHDE via www.imago-images.de

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