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Coronavirus

Corona-Infizierte ohne Symptome geben große Virusmengen weiter

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Gesund erscheinende Menschen können genauso ansteckend sein wie an Covid Erkrankte. Einige wenige stecken viele an.

Berlin - Menschen, die sich mit Sars-CoV-2 infiziert und gar keine, noch keine oder nur milde Symptome haben, tragen vermutlich wesentlich zur Verbreitung des Virus in der Gesellschaft bei. Diesen Schluss legen Untersuchungen an mehr als 25.000 Berlinerinnen und Berlinern nahe, deren Abstriche auf ihre Viruslast sowie auf ihre Infektiosität in Zellkulturen hin analysiert wurden. Der Begriff Viruslast (einfacher: Virusmenge) bezeichnet die Anzahl der gefundenen Erbgutkopien von Sars-CoV-2 in einer Probe aus dem Nasen-Rachen-Raum.

Unterschied zwischen Coronavirus und der Grippe

Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht. Sie zeigen laut der Studienautorinnen und -autoren, dass gesund erscheinende Menschen genauso ansteckend sein können wie an Covid Erkrankte, die in Kliniken behandelt werden müssen. Das sei deshalb von großer Wichtigkeit, weil asymptomatisch Infizierte sich frei bewegen – sie haben ja keine Beschwerden und fühlen sich nicht krank – und damit Ausbrüche „triggern“ könnten. Die Forschenden vermuten zudem, dass Infizierte etwa ein bis drei Tage vor Symptombeginn die höchste Viruslast im Rachen haben.

Das Coronavirus unterscheidet sich in diesen Eigenschaften von der Grippe, bei der Infizierte erst zu einem späteren Zeitpunkt ansteckend werden und die Virenweitergabe auch früher endet.

Eine Studie zeigt, dass gesund erscheinende Menschen genauso ansteckend sein können wie an Covid Erkrankte mit Symptomen.

Corona-Studie von Team um Christian Drosten ausgewertet

In die Untersuchung eingeflossen waren positive Testergebnisse, die zwischen Ende Februar und Anfang April an Testzentren in Berlin und Umgebung nachgewiesen wurden. Ausgewertet für die Studie hat sie ein Team der Berliner Charité um den Virologen Christian Drosten.

Keinen großen Einfluss auf die Infektiosität hat nach den Erkenntnissen der Forschenden das Alter – mit Ausnahme kleiner Kinder bis fünf Jahre, deren Wert um 20 Prozent unter dem der Erwachsenen lag. In einer Pressemitteilung der Charité weist Christian Drosten allerdings darauf hin, dass diese Differenz auch mit der anderen Probenentnahme bei Kindern zu tun haben könnte.

Minderheit der Corona-Infizierten ist für größten Teil der Ansteckungen verantwortlich

Bestätigt hat die Studie eine vor Monaten erstmals veröffentlichte These, wonach eine Minderheit der Infizierten für den größten Teil der Ansteckungen verantwortlich ist. So fielen neun Prozent der untersuchten Proben durch eine „außergewöhnlich hohe Viruslast von einer Milliarde Erbgutkopien oder mehr auf“. Mehr als ein Drittel dieser potenziell hochinfektiösen Menschen hatte keine oder nur milde Symptome. (Pamela Dörhöfer)

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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