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Erik Solheim ist als Unep-Chef zurückgetreten - nach heftiger Kritik an seinen vielen Flugreisen.

Erik Solheim

Aus für den Öko-Jetsetter

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Erik Solheim, oberster Umweltschützer der Vereinten Nationen, tritt zurück - nach heftiger Kritik an seinen vielen Flugreisen. Peinlicher geht's nimmer.

Eine Bruchlandung, wie sie im Buche steht. Zum „Held der Umwelt“ hatte das Time Magazine Erik Solheim gekürt. Die Welt-Naturschutz-Union nannte ihn „Schutzpatron der Natur“. Und das UN-Umweltprogramm Unep gab ihm den Titel „Champion der Erde“. Nun ist Solheim, seit 2016 Chef von besagter Unep und damit oberster Umweltschützer der Vereinten Nationen, zurückgetreten – nach heftiger Kritik vor allem an seinen vielen Flugreisen. Peinlicher geht’s nimmer.

Eine solcher Führungsjob bei den UN ist mit viel Fliegerei verbunden, keine Frage. Doch Solheim, vorher norwegischer Umweltminister, übertrieb die Sache nicht nur ein wenig. Laut einer internen Überprüfung hat er in nur 22 Monaten fast 500 000 Dollar für Flugreisen und Hotels ausgegeben, zum Teil, ohne sich an interne Vorschriften zu halten. Er soll während rund 80 Prozent seiner Arbeitszeit unterwegs und nicht in der Unep-Zentrale in Nairobi gewesen sein. Die Schlussfolgerung der Prüfer: Für eine UN-Organisation, die als eine der Hauptaufgaben die Bekämpfung des Klimawandels ist, stelle Solheims Dauerfliegerei ein „Reputationsrisiko“ dar.

Intern hatte es schon länger Ärger wegen des Führungsstils des Chefs gegeben, zudem ließen eine nicht öffentlich gemachte Sponsoring-Aktion für eine Segelregatta und die Unterstützung für das umstrittene chinesische Seidenstraßen-Projekt Unep in schlechtem Licht erscheinen.

Unep-Geld eingefroren

Tatsächlich war die Sache für Unep höchst kritisch geworden. Mehrere Länder, darunter Dänemark, die Niederlande und Schweden, hatten gedroht, ihren Anteil an der Unep-Finanzierung bis zur Lösung der Causa Solheim einzufrieren. Das Ganze hätte sich zu einer veritablen Finanzkrise für die Organisation auswachsen können. Mit Solheims Rücktritt ist diese Gefahr immerhin gebannt. Ein neuer Chef – oder eine Chefin – wird einiges aufzuräumen haben, so wie weiland der deutsche Ex-Umweltminister Klaus Töpfer, der als Solheims Vorvorgänger die UN-Umweltorganisation ebenfalls in einer Krise übernahm und ihr ein Top-Renommee verschaffte.

Solheim selbst versteht die Kritik an seinem Jetset-Leben übrigens nicht. Er habe so viel herumdüsen müssen, um die Arbeit von Unep sichtbarer zu machen, rechtfertigte er sich. Seine drei „Vielflieger“-Karten, derer er sich brüstete, wird er demnächst nicht mehr so oft nutzen können. 

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