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Die CO2-Konzentration ist 2019 und 2020 weiter angestiegen.
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Die CO2-Konzentration ist 2019 und 2020 weiter angestiegen.

Klimakrise

Nur eine winzige Delle in der CO2-Bilanz

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre erreicht trotz Corona-Lockdown einen Höchststand. Die Pandemie bringe kaum Entlastung für das Klima, warnt die Weltorganisation für Meteorologie.

Die Corona-Krise lässt den Treibhausgas-Ausstoß sinken: Homeoffice statt Fahrten zur Arbeit, deutlich weniger Flüge, verringerte Industrieproduktion – all das schlägt sich in der CO2-Bilanz nieder. Fachleute rechnen für 2020 mit einem Rückgang zwischen 4,2 und 7,5 Prozent gegenüber 2019. Entlastung für das Klima bringt das aber kaum, wie die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in ihrem diesjährigen Treibhausgas-Bericht feststellte.

Die CO2-Konzentration ist 2019 und 2020 weiter angestiegen. Im vorigen Jahr überschritt sie erstmals seit Beginn der Industrialisierung um 1850 die Marke von 410 ppm (Teilchen pro Million Teilchen Luft). Vor der Industrialisierung lag der Wert bei 280 ppm. Seither gibt es jedes Jahr eine Zunahme, weil das zusätzlich in die Atmosphäre gepumpte Kohlendioxid nur sehr langsam wieder abgebaut wird.

WMO-Generalsekretär Petteri Taalas zeigte sich alarmiert darüber, dass nur vier Jahre, nachdem die Schwelle von 400 ppm geknackt wurde, die 410 ppm überschritten sind. Eine solche Steigerungsrate habe es in der Geschichte der CO2-Aufzeichnungen noch nie gegeben.

Petteri Taalas sagte: „Die Erde hat zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren eine ähnlich hohe Konzentration erlebt.“ Damals hätten die globale Mitteltemperatur um zwei bis drei Grad höher und der Meeresspiegel zehn bis 20 Meter höher gelegen. „Aber es lebten nicht 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde.“

Die Pandemie bewirkt laut der Wetterorganisation nur eine „winzige Delle“ in der weiter ansteigenden Kurve der CO2-Konzentration. „Das Kohlendioxid wird weiter zunehmen, wenn auch in einem leicht verringerten Tempo“, erläuterte Taalas. Das gebremste Tempo des Anstiegs liege dabei noch „deutlich innerhalb der natürlichen Variabilität“.

Emissionen stärker senken

Bis zu den Corona-Lockdowns im Frühjahr waren die globalen Treibhausgas-Emissionen im gesamten vergangenen Jahrzehnt stetig angewachsen. Um auf einen Pfad zu kommen, der das Einhalten der Pariser Klimaziele ermöglicht, müssten sie jedoch ab sofort spürbar sinken. So ist das 1,5-Grad-Erwärmungslimit laut dem Weltklimarat IPCC nur zu halten, wenn der CO2-Ausstoß pro Jahr um 7,6 Prozent abnimmt. „Wir brauchen einen substantiellen Abfall der Kurve“, sagte nun auch Taalas.

Die WMO stellt klar: Die Menge an Treibhausgasen, die sich in der Atmosphäre angereichert haben, werde erst sinken, wenn die zusätzlich eingebrachten Emissionen gegen Null tendieren. Erst dann werde die laufende Netto-Aufnahme von CO2 durch Ökosysteme und Ozeane beginnen, den CO2-Gehalt in der Atmosphäre wieder zu reduzieren. Doch selbst dann wird ein großer Teil des zusätzlichen Kohlendioxids noch lange dort verbleiben und die Temperatur weiter ansteigen lassen. „CO2 bleibt jahrhundertelang in der Atmosphäre und noch länger im Ozean.“, so Taalas.

Der erwartete Rückgang des CO2-Ausstoßes im Jahr 2020 um 4,2 bis 7,5 Prozent verringert den Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre laut WMO-Anhaben allenfalls um Werte zwischen 0,08 und 0,23 ppm. Die natürliche Variation hingegen betrage rund ein ppm. Sie hängt unter anderem davon ab, wie stark Kohlendioxid in einem Jahr von der Vegetation absorbiert wird.

Wegen des starken Anstiegs der CO2-Konzentrationen hatte Mitte des Jahres auch schon der IPCC Alarm geschlagen: Aktuelle Berechnungen zeigten, dass das dramatischste der von ihm vorgelegten Klima-Szenarien wahrscheinlich sei. Danach könnte sich die Erde bis zum Jahr 2120 um mehr als fünf Grad erwärmen. Angestrebt wird eine Begrenzung auf 1,5 bis zwei Grad.

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