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Ein Teil von Nigerias Bäumen landet in Säcken auch in deutschen Supermärkten – zum Grillen.

Öko-logisch

Nicht nur der Amazonas brennt: Afrika wird gegrillt

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Nicht genügend Aufmerksamkeit erhalten die Brände, die derzeit in Afrika wüten: Quer über den Kontinent zieht sich ein Feuerring.  

Operation Grünes Brasilien – so heißt die Löschaktion, die Brasiliens Regierung nach dem internationalen Aufschrei über die verheerenden Brände am Amazonas ins Leben gerufen hat. Feuerwehr und Militär versuchen, die Feuer einzudämmen, zudem ist das Abbrennen von Feldern und Weideland für 60 Tage verboten worden. Erste Erfolge der Aktion gibt es. Doch dass die Feuer damit wirklich im großen Stil zurückgedrängt werden können, glaubt kaum jemand, der sich auskennt. Die Brandherde ziehen derzeit weiter Richtung Nord-Amazonas, wo die Trockenperiode gerade erst anfängt.

Immerhin ist die Krise am Amazonas, die sich mit dem Amtsantritt von Präsident Jair Bolsonaro dramatisch verschärft hat, ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gekommen – vor allem dank Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, der sie zum Thema auf dem jüngsten G 7-Gipfel gemacht hat. Leider ist dieses Bewusstsein jedoch erratisch. Es vergisst schnell, wenn die Schlagzeilen von anderen Themen beherrscht werden. Und es blendet ändere wichtige Dinge aus, wenn sie ihm nicht quasi mit dem Holzhammer eingetrichtert werden.

Im toten Winkel

Nicht annähernd genügend Aufmerksamkeit erhalten die Brände, die derzeit in Afrika wüten. Vom Indischen Ozean bis zur Atlantikküste zieht sich ein Feuerring quer über den Kontinent, wie Satellitenaufnahmen der Nasa zeigen. In nur drei Ländern – Angola, Kongo und Sambia – wurden zusammen mehr als 11.000 Brände gezählt. Verglichen damit erscheinen die 2000 Feuer in Brasiliens Regenwald nur halb so schlimm (was sie nicht sind).

Regenwald: Donald Trump lässt holzen

Das Problem ist offenbar: Während im Fall Brasilien die Ursachen und Verantwortungslinien der Waldvernichtung leicht zu benennen sind – der Expansionsdrang von Agrar- und Rohstoffkonzernen sowie ein Präsident, der diese, im Wortsinne, dazu anfeuert – ist die Lage in Afrika viel komplexer. Dort wird Tropenholz wild geschlagen, um es zu exportieren. Arme Subsistenzbauern brennen ihre Felder vor der Aussaat ab, um sie ohne großen Aufwand vom Unkraut zu befreien. Oft werden die Baumstämme mangels anderer Energiequellen auch als Feuerholz genutzt oder zu Holzkohle verarbeitet. Übrigens nicht nur für den Eigenbedarf, ein großer Teil geht in den Export. Ein Teil von Nigerias Bäumen etwa landet so in Säcken auch in deutschen Supermärkten – zum Grillen.

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