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In Südafrika ist eine neue Variante von Sars-CoV-2 entdeckt worden. Sie wird als „C.1.2“ bezeichnet.
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In Südafrika ist eine neue Variante von Sars-CoV-2 entdeckt worden. Sie wird als „C.1.2“ bezeichnet.

Mutationen

Neue Corona-Variante in Südafrika entdeckt

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Eine Sorge besteht darin, dass bei der C.1.2-Variante des Coronavirus der Schutz durch die Impfung noch stärker beeinträchtigt wird als bei der Delta-Variante.

Kapstadt – Und wieder ist eine neue Variante von Sars-CoV-2 aufgetaucht: In Südafrika haben ein Forschungsteam für das Nationale Institut für übertragbare Krankheiten und mehrere südafrikanische Universitäten einen als „C.1.2“ bezeichneten Stamm entdeckt, der besonders viele Mutationen trägt; einige davon kennt man bereits von anderen Corona-Varianten wie Delta. Die Wissenschaftler:innen schreiben, dass die C.1.2-Variante in allen Provinzen des Landes nachgewiesen wurde, bislang aber nur einen geringen Teil des Infektionsgeschehens ausmacht – wenn auch mit steigender Tendenz.

Vieles ist noch unbekannt an dieser Variante. So lässt sich noch nicht sagen, ob C.1.2 ansteckender ist und bei einer Infektion für schwerere Verläufe sorgt – und ob sie in der Lage ist, die auch in Südafrika vorherrschende Delta-Variante zu verdrängen. Die Studie mit dem Titel „The continuous evolution of Sars-CoV-2 in South Africa: a new lineage with rapid accumulation of mutations of concern and global detection“ wurde preprint auf „Medrxiv“ veröffentlicht und noch nicht unabhängig begutachtet.

Neue Coronavirus-Varianta in Südafrika: Delta fing auch so an

C.1.2 soll im Mai 2021 in Südafrika 0,2 Prozent der nachgewiesenen und im Labor sequenzierten Virusgenome ausgemacht haben. Im Juni soll der Wert auf 1,6 Prozent und im Juli auf zwei Prozent gestiegen sein. Das klingt nach sehr wenig, allerdings hat auch die derzeit in vielen Ländern dominierende Delta-Variante mit so geringen Werten angefangen. Auch in weiteren Ländern in Afrika, in Europa – unter anderem in der Schweiz und Großbritannien, aber nicht in Deutschland –, in China und in Neuseeland soll die Variante bereits aufgetaucht sein. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat C.1.2 bislang weder als „besorgniserregende Variante“ (wie Alpha, Beta, Gamma und Delta), noch als „Variante unter Beobachtung“ eingestuft.

Das südafrikanische Forschungsteam ermittelte für C.1.2 eine Rate von 41,8 Mutationen im Jahr, andere Varianten kommen auf durchschnittlich „nur“ etwa 25 genetische Veränderungen jedes Jahr. Damit wäre die Mutationsrate von C.1.2 etwa 1,7 Mal so hoch. Einige der das Spike-Protein von C.1.2 betreffenden Mutationen sollen vorher bereits bei anderen Varianten, darunter Beta, Gamma und Alpha, aufgetreten sein. Ein Teil dieser Veränderungen könnte eine bessere Bindungsfähigkeit des Virus an menschliche Zellen bewirken. Auch mit der Delta-Variante gibt es gemeinsame Mutationen.

Neue Coronavirus-Varianta in Südafrika: Weitere Untersuchungen nötig

Eine Sorge besteht darin, dass einige der bei C.1.2 entdeckten zusätzlichen genetischen Veränderungen dazu führen könnten, dass der Schutz durch die Impfung oder eine durchgemachte Infektion noch stärker als bei der Delta-Variante beeinträchtigt wird. „Es könnte sein, dass diese Mutationen Eigenschaften beeinflussen, die es dem Virus ermöglichen, der Immunantwort auszuweichen oder die es ansteckender machen“, wird die Virologin Megan Steain von Sydneys Central Clinical School in einem Artikel der britischen Zeitung „Guardian“ zitiert. Um Delta auszubooten, müsse die Variante allerdings „ziemlich gut, ziemlich fit und ziemlich schnell übertragbar“ sein, räumt die Wissenschaftlerin ein. Daran ist in Südafrika schon die Beta-Variante gescheitert, sie wurde von Delta zurückgedrängt. Es könnte deshalb sein, dass die C.1.2-Variante auch wieder ausstirbt, sagt Megan Steain.

Die Autorinnen und Autoren der Studie aus Südafrika betonen, dass weitere Untersuchungen nötig seien, um genau zu verstehen, welche Auswirkungen die bei C.1.2 festgestellten Mutationen haben – vor allem, um einschätzen zu können, ob die genetischen Veränderungen einen evolutionären Vorteil gegenüber der Delta-Variante haben und sie dadurch verdrängt werden könnte. (Pamela Dörhöfer)

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