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T-Zellen spielen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von bedrohlichen Substanzen im menschlichen Körper. (Illustration)
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T-Zellen spielen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von bedrohlichen Substanzen im menschlichen Körper. (Illustration)

T-Zellen-Impfung

Neuer Corona-Impfstoff soll per Pflaster verabreicht werden

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Eine neue Art von Corona-Impfstoff soll T-Zellen ins Spiel bringen und könnte für eine längere Immunität sorgen. Doch erste Tests an Menschen stehen noch aus.

Frankfurt – Im Kampf gegen Corona sind mRNA-Impfstoffe wie die von Biontech/Pfizer und Moderna bisher besonders erfolgreich. Doch im Laufe der Zeit könnten auch andere Impfstoffe gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 zum Einsatz kommen: Das traditionelle Vakzin von Novavax steht kurz vor der Zulassung und das britische Biotech-Unternehmen Emergex hat die Zulassung für klinische Tests an einem T-Zellen-Impfstoff gegen Corona erhalten.

T-Zellen spielen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von bedrohlichen Substanzen im menschlichen Körper. Die Zellen greifen selbst keine Fremdkörper an, sie sind fokussiert auf bestimmte Krankheitserreger und zerstören Zellen, die von diesem Krankheitserreger befallen sind. Die Forschenden wollen diese Eigenschaft ausnutzen, indem sie dem menschlichen Körper über den Impfstoff eine T-Zell-Antwort einflößen. Der Körper hätte so gar keinen Kontakt zum Virus Sars-CoV-2.

Der von Emergex entwickelte Impfstoff soll T-Zellen darauf vorbereiten, infizierte Zellen direkt nach der Infektion aus dem Körper zu entfernen, berichtet das Portal Salon.com. So würde verhindert werden, dass sich das Virus repliziert und im Körper die Krankheit Covid-19 entsteht. Auch die Übertragbarkeit zwischen infizierten und nicht infizierten Menschen könnte verringert werden, da eine Replikation des Virus und ein Auftreten von Symptomen verhindern würden, heißt es. Die Forschung kann sich vorstellen, dass die T-Zellen-Impfung für eine längere Immunität sorgt als die bisher gängigen Corona-Impfungen.

Neuer Impfstoff gegen Corona: T-Zellen sollen infizierte Zellen zerstören

Aktuelle Corona-Impfstoffe sorgen dafür, dass Antikörper gebildet werden, die sich an das Virus anheften und verhindern, dass es Zellen infiziert. Dabei werden auch Reaktionen der T-Zellen ausgelöst, allerdings in geringerem Umfang als es bei der T-Zellen-Impfung erwartet wird. Forschende gehen davon aus, dass ein direktes Aktivieren der T-Zellen eine direktere Herangehensweise sein könnte. Noch ist der Impfstoff jedoch nicht am Menschen getestet worden.

Ein erster Test soll im Januar 2022 in der Schweiz starten, zwei Gruppen von je 13 Freiwilligen nehmen an der Doppelblindstudie teil, bei der nicht einmal die Studienleitung weiß, welche Gruppe den Impfstoff erhält und welche Gruppe mit einem Placebo „geimpft“ wird. Im Juni 2022 werden erste Zwischenergebnisse erwartet. Auch andere Unternehmen arbeiten derzeit an T-Zellen-Impfungen gegen Corona.

Robin Cohen von Emergex vergleicht die T-Zellen-Impfung, die sein Unternehmen testet, gegenüber dem britischen Guardian mit einem Asteroiden, der einen Planeten trifft. „Das Virus ist der Asteroid: Er trifft den Planeten und ein viraler Code, eine Signatur für das Virus, ist überall an der Oberfläche zu sehen“, erklärt Cohen. „Diese Signaturen werden von den T-Zellen als fremd erkannt und die T-Zellen zerstören die Zellen, bevor sie neue Viren produzieren können“, so der Emergex-Mitarbeiter weiter.

Neuer Corona-Impfstoff soll per Pflaster in den Körper gebracht werden

Der T-Zellen-Impfstoff, an dem das britische Unternehmen arbeitet, unterscheidet sich in einem weiteren Punkt von anderen Impfstoffen: Er soll nicht per Nadel, sondern mittels einer Art Pflaster in den Körper injiziert werden. Das mit Mikronadeln bestückte Hautpflaster soll etwa so groß wie ein Daumennagel sein und den Impfstoff innerhalb von Sekunden freisetzen. Beim Hersteller heißt es, das Verfahren sei „patientenfreundlicher“. Im Gegensatz zu den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna, die bei niedrigen Temperaturen gelagert werden müssen, soll der T-Zellen-Impfstoff außerdem bis zu drei Monate bei Zimmertemperatur haltbar sein.

Doch auch wenn die ersten Tests mit Menschen in absehbarer Zeit starten: Bis der T-Zellen-Impfstoff zur Verfügung steht, wird es noch einige Zeit dauern. Frühestens 2025 sei es so weit, schreibt der Guardian unter Verweis auf den üblichen Zeitrahmen bei der Entwicklung von neuen Impfstoffen. (tab)

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