Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gemeinsames Mahl am Feuer: Der Speiseplan der Neandertaler – hier eine Rekonstruktion bei einer Ausstellung – war vielfältig.
+
Gemeinsames Mahl am Feuer: Der Speiseplan der Neandertaler – hier eine Rekonstruktion bei einer Ausstellung – war vielfältig.

Urmenschen

Neandertaler aßen auch Pflanzen

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
    schließen

Neue Untersuchungen belegen, dass die Urmenschen keine reinen Fleischesser waren. Anders als früher oft vermutet verzehrten Neandertaler auch pflanzliche Kost.

Die Paleo-Diät ist unter den unzähligen Ernährungstrends einer der jüngeren und verspricht neben Gewichtsabnahme auch bessere Leistungsfähigkeit. Die Idee dahinter ist es, genau das zu essen, was bereits unsere Vorfahren in der Altsteinzeit zu sich genommen haben. Doch wissen wir eigentlich genau, was vor zehntausenden Jahren auf dem Speiseplan stand? Forscher haben das jetzt für unseren berühmtesten ausgestorbenen Verwandten untersucht: „Wir haben uns die Ernährung von Neandertalern im Detail angeschaut“, sagt Hervé Bocherens vom Senckenberg center für Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen.

Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Neandertaler sich überwiegend von pflanzenfressenden Großsäugern wie Mammut und Wollnashorn ernährten, dass sie aber auch – anders als früher oft vermutet – pflanzliche Kost verzehrten. Die Ergebnisse der Studie sind in den Fachmagazinen „Journal of Human Evolutioh“ und „Quaternary Internationel“ erschienen.

Knochenfunde anaylsiert

Die Forscher hatten dafür die Isotopenzusammensetzungen im Kollagen von Urmenschenknochen untersucht, die von zwei Fundstellen in Belgien stammen. Kollagen ist ein wesentlicher organischer Bestandteil des Bindegewebes in Knochen, Zähnen, Knorpeln, Sehnen, Bändern und in der Haut. In unmittelbarer Nähe der Frühmenschen lagen auch die 45 000 und 40 000 Jahre alten Knochen von Mammuten, Wollnashörnern, Wildpferden, Rentieren, Wisenten, Höhlenhyänen-, bären - und -löwen sowie Überreste von Wölfen.

Die Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich die Nahrung der Neandertaler deutlich von der anderer Raubtiere unterschied, erklärt Hervé Bocherens. „Früher ist man davon ausgegangen, dass die Neandertaler die selben Nahrungsquellen wie ihre tierischen Nachbarn nutzten. Unsere Ergebnisse zeigen aber, dass alle Raubtiere eine sehr spezifische ökologische Nische besetzten, wobei in der Regel kleinere Beutetiere wie Rentiere, Wildpferde oder Wisente bevorzugt wurden, während sich die Neandertaler auf die großen Pflanzenfresser wie Mammut oder Wollnashorn festlegten.“

Doch nicht allein Fleisch nahmen unsere Verwandten zu sich: Die Analyse der Isotopenzusammensetzung einzelner Aminosäuren des Kollagens belegen, dass etwa 20 Prozent ihrer Nahrung aus pflanzlicher Kost bestand. In Fachkreisen wurde diese evolutionsbiologisch bedeutsame Frage seit Jahrzehnten diskutiert – vorher indes stets ohne konkrete Ergebnisse. „In dieser Studie konnte erstmalig quantitativ ermittelt werden, wie groß der Anteil pflanzlicher Nahrung der späten Neandertaler ist“, sagt Hervé Bocherens: „Eine ähnliche Ernährung wird auch für steinzeitliche moderne Menschen angenommen“.

Leseempfehlungen zum Thema Ernährung

Wissenschaftler haben verschiedene Ernährungsformen und ihre Auswirkungen auf Typ-2-Diabetes untersucht. Sie kommen zum Schluss, dass die so genannte „Mittelmeer-Diät“ am besten hilft. Die Paleo-Diät - die Ernährung wie in der Steinzeit - verändert dagegen die Darmflora und kann dadurch Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern, zeigt eine neue Studie.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare