Nasenspray AeroNab Schutz Coronavirus Forschung
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Ein neues Nasenspray soll zuverlässigen Schutz gegen das Coronavirus bieten. Zugleich soll es einfach und günstig herzustellen sein.

Nasenspray „AeroNabs“

Nasenspray könnte gegen Corona-Infektion helfen

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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Ein neu entwickeltes Nasenspray soll gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus helfen. Inzwischen wurden erste Forschungsergebnisse veröffentlicht.

  • Ein neu entwickeltes Nasenspray soll gegen Corona helfen.
  • Um einen Impfstoff handelt es sich bei dem Medikament nicht.
  • Federführend bei „AeroNabs“ ist ein deutsch-amerikanischer Professor.

San Francisco - Nasenspray ist ein beliebtes Mittel gegen Grippe - aber kann es auch gegen das Coronavirus helfen? Wenn es nach Forschern der University of California San Francisco geht, könnte die Antwort bald „ja“ lauten. Sie haben ein Medikament entwickelt, das 24 Stunden lang vor einer Ansteckung schützen soll. Die Forschungsergebnisse dazu haben sie jetzt auf der Plattform „bioRxiv“ veröffentlicht.

Deutsch-amerikanischer Professor forscht an Corona-Nasenspray „AeroNabs“

Das neue Medikament wurde auf den Namen „AeroNabs“ getauft. Er setzt sich zusammen aus den Begriffen Aerosol und Nebel, erklärt Professor Peter Walter, der als Biochemiker an der Entwicklung beteiligt war. In dem Nebel sind Moleküle enthalten, die vor dem Coronavirus schützen. „Wird dieser eingeatmet, gelangt er tief in die Lunge. Dort kann er das Virus angreifen, bevor dieses in die Körperzellen eindringt“, so Walter gegenüber der ARD. Der deutsch-amerikanische Wissenschaftler ist überzeugt, dass so für einen 24-stündigen Schutz gegen das Virus gesorgt werden könne.

So funktioniert das Nasenspray gegen Corona

Auch wenn Walter eine Ikone seines Fachs ist und schon mehrfach für den Nobelpreis vorgeschlagen war: Die Funktionsweise des Sprays ist vom Prinzip her recht einfach. Im Labor erzeugte das Team um den Biochemiker künstliche Proteinmoleküle ähnlich den Nanoantikörpern. Diese künstlichen Moleküle sollen an die Oberfläche des Virus andocken und so verhindern, dass sich das Virus an Rezeptoren des Körpers anschließen kann. „Die Moleküle verfügen über Binderegionen, mit denen sie sich an das Virus anheften“, erklärt Walter. Wenn sie dort einmal festsitzen, bewegen sie sich nicht mehr weg, das Virus wird unschädlich.

Bei den Nanoantikörpern handelt es sich um einfacher aufgebaute Antikörper, als sie normalerweise im menschlichen Körper vorkommen. Während normale Antikörper aus zwei schweren und zwei leichten Ketten von Proteinen aufgebaut sind, sind die Nanoantikörper nur aus schweren Ketten aufgebaut. Sie wurden bisher in Kamelen und Knorpelfischen gefunden.

Wie hilft ein Nasenspray gegen Corona?

Warum soll ein Nasenspray gegen Corona helfen? Das Virus dringt vor allem durch die Nase in den Körper ein, wo es bereits die menschlichen Zellen angreift. Dann dringt es tiefer in die Lunge vor, wo es seine ganze Zerstörungskraft entfaltet. Da das Nasenspray als Aerosol eingeatmet wird, kann es ebenfalls tief in die Lunge vordringen und auch dort vor dem Coronavirus schützen. Zwar hat Russland als erstes Land der Welt einen Impfstoff gegen das Coronavirus vorgestellt, aber nach Ansicht von Experten ist dabei Vorsicht geboten.

So könnte „AeroNabs“ eine Lücke füllen, bis es einen verlässlichen Impfstoff gibt und das russische Produkt ausreichend getestet ist. Ein weiterer Vorteil der Nanoantikörper ist, dass diese sehr einfach und günstig herzustellen sind. Das Nasenspray könnte einen vollständigen Schutz gegen das Coronavirus bieten, erklärt Walter. Sein Team hofft, dass bis zur Herstellung eines Impfstoffs die Ausbreitung so effizient bekämpft werden kann. Sollte AeroNab also in noch anstehenden Tests seine Wirkfähigkeit beweisen, könnte der Verkauf schon in wenigen Monaten starten. Entsprechende Gespräche mit Herstellern laufen bereits, erklärte der Biochemiker.

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