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Nasa-Sonde „Voyager 1“: Kein Objekt ist so weit von der Erde entfernt

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Von: Tanja Banner

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Das Foto stellt die Raumsonde „Voyager 1“ der Nasa dar. Hat sie außerirdisches Leben entdeckt?
„Voyager 1“: Die Raumsonde der Nasa sendet interstellare Daten an die Erde. © IMAGO/agefotostock

Seit mehr als 45 Jahren sind die Nasa-Raumsonden „Voyager 1“ und „Voyager 2“ auf dem Weg durchs Weltall. Wo sie sich befinden und wo sie hinfliegen.

Washington D.C. – Die beiden Nasa-Raumsonden „Voyager 1“ und „Voyager 2“ haben Geschichte geschrieben – und sind damit noch längst nicht fertig. Im Jahr 1977 sind die Zwillingssonden innerhalb von 16 Tagen ins Weltall gestartet und haben dort ihre jeweils auf fünf Jahre ausgelegten Missionen durchgeführt. So hat „Voyager 1“ beispielsweise den Planeten Jupiter und Saturn einen Besuch abgestattet und im Februar 1990 das berühmte „Pale Blue Dot“-Bild aufgenommen.

Bereits 2012 durchquerte „Voyager 1“ als erste Raumsonde die Heliopause und erreichte den interstellaren Raum. Das Ziel der „Voyager Interstellar Mission“ (VIM): Die Raumsonde soll die Umgebung im äußeren Sonnensystem charakterisieren und herausfinden, wo der Einfluss der Sonne endet. „Voyager 2“ steht ihrer Schwester in nichts nach: Die Raumsonde erkundete nach ihrem Start die Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun, bevor sie 2018 ebenfalls in den interstellaren Raum eintrat.

„Voyager“-Raumsonden der Nasa sind in den Tiefen des Weltalls unterwegs

Doch wo befinden sich die beiden Nasa-Sonden derzeit? Mehr als 45 Jahre nach ihrem Start haben die beiden „Voyager“-Sonden bereits große Strecken im Weltraum zurückgelegt. Die Zahlen sind beeindruckend:

Die Nasa-Raumsonde „Voyager 1“ ist das am weitesten von der Erde entfernte menschengemachte Objekt und die erste Raumsonde, die den interstellaren Raum erreicht hat. Fachleute bei der US-Raumfahrtorganisation Nasa gehen davon aus, dass die Raumsonde in etwa 300 Jahren die Oortsche Wolke erreichen wird. Dabei handelt es sich um eine hypothetische, bisher nicht nachgewiesene Ansammlung astronomischer Objekte am Rande des Sonnensystems. Dort sollen langperiodische Kometen ihre Heimat haben, so der aktuelle Stand der Forschung.

„Voyager 1“ erreicht in 16.700 Jahren den erdnächsten Stern Proxima Centauri

Behält die Sonde ihre aktuelle Geschwindigkeit von etwa 61.000 Kilometern pro Stunde bei, wird sie nach Angaben der Nasa etwa 30.000 Jahre benötigen, um die riesige Oortsche Wolke zu durchqueren. In etwa 40.000 Jahren wird „Voyager 1“ dem Stern AC+793888 im Sternbild Giraffe begegnen, schätzt die Nasa.

Weil die beiden Raumsonden unterschiedliche Flugrouten hatten, befinden sie sich unterschiedlich weit von der Erde entfernt und steuern auch im interstellaren Raum in verschiedene Richtungen. „Voyager 2“ wird in etwa 40.000 Jahren am Stern Ross 248 vorbeifliegen. In etwa 296.000 Jahren soll die Raumsonde in 4,3 Lichtjahren Entfernung am Stern Sirius vorbeikommen. Sirius ist der hellste Stern am irdischen Himmel und im Januar am Himmel zu sehen. Er blinkt auffällig über dem Horizont.

Nasa musste einen Teil der „Voyager“-Instrumente abschalten

Die beiden „Voyager“-Raumsonden haben nach den vielen Jahren im Weltall nicht mehr genügend Energie, um sämtliche Instrumente weiterzubetreiben. Die Nasa hat längst zahlreiche Instrumente – darunter auch Kameras – abgeschaltet. Bei „Voyager 1“ sind noch vier Instrumente aktiv, die Schwestersonde hat noch ein Instrument mehr.

Die Sonden haben inzwischen unser Sonnensystem verlassen.
Die „Voyager“-Sonden der Nasa haben inzwischen den interstellaren Raum erreicht. © Nasa

Bei der Nasa hofft man, dass die Raumsonden noch einige Zeit lang durchhalten. „Im optimistischsten Fall kommen wir um 2038, 2040 herum heraus. Für 2030 habe ich ein gutes Gefühl, aber 2035 ist beängstigend und 2040 wäre ein Wunder. Aber es sind die ‚Voyager‘. Niemand dachte, dass wir 2022 hier sein würden“, betonte Bruce Waggoner, Leiter der „Voyager“-Mission, zum 45. „Voyager“-Jubiläum gegenüber Axios.

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Irgendwann wird den „Voyager“-Raumsonden der Nasa die Energie ausgehen

Irgendwann wird den Zwillings-Sonden die Energie ausgehen. Sie werden nicht mehr mit der Erde kommunizieren können und auch nicht mehr steuern. Doch ihre Reise in die Tiefen des Weltalls wird trotzdem nicht enden: „Die ‚Voyagers‘ sind dazu bestimmt, durch die Milchstraße zu wandern – vielleicht für alle Zeiten“, heißt es bei der Nasa. (tab)

Transparenzhinweis: Da die Zahlen nicht korrekt waren, haben wir den Hinweis auf den Stern Proxima Centauri entfernt.

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