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Weltraum

Gibt es Leben auf der Venus? Nasa sendet zwei Missionen zum Nachbarplaneten der Erde

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Die Wissenschaft beschäftigt sich mit möglichem Leben auf der Venus. Nun plant die Nasa gleich zwei Missionen, die den Planeten erforschen sollen.

Washington/Frankfurt – Die Venus ähnelt in vielen Dingen der Erde – doch in einem entscheidenden Punkt unterscheiden sich die beiden Planeten deutlich voneinander: Während die Erde lebensfreundlich ist, kann man ihren Nachbarplaneten eher als Gluthölle bezeichnen, die US-Raumfahrtorganisation Nasa spricht gar von einer „Inferno-ähnlichen Welt“. Trotzdem könnte sie einst ein bewohnbarer Planet in unserem Sonnensystem gewesen sein und sogar einen Ozean und ein erdähnliches Klima gehabt haben, vermuten Fachleute.

Um mehr über den nächsten Nachbarn der Erde herauszufinden, will die Nasa in den kommenden Jahren gleich zwei Raumsonden zur Venus schicken. Im Rahmen des „Discovery Program“ hat die US-Behörde die Missionen DAVINCI+ und VERITAS ausgewählt, um den Planeten weiter zu erforschen. Die Raumsonden sollen in den Jahren 2028 bis 2030 zum Nachbarplaneten der Erde aufbrechen.

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Nasa will die Venus erforschen: „Erstaunlich, wie wenig wir wissen“

„Es ist erstaunlich, wie wenig wir über die Venus wissen“, wundert sich Tom Wagner, Wissenschaftler im „Discovery Program“ der Nasa. Er betont: Die beiden künftigen Venus-Missionen der Nasa sollen vieles über den Planeten herausfinden – von den Wolken am Himmel über die Vulkane auf der Oberfläche bis hin zum Kern des Planeten. „Es wird sein, als hätten wir den Planeten neu entdeckt.“

„Wir bringen unser planetarisches Wissenschaftsprogramm mit der intensiven Erforschung einer Welt auf Touren, die die Nasa seit mehr als 30 Jahren nicht mehr besucht hat“, freut sich Nasa-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen. „Wir läuten ein neues Jahrzehnt der Venus ein, um zu verstehen, wie ein erdähnlicher Planet zu einem Treibhaus werden kann“, erklärt Zurbuchen in einer Mitteilung der Nasa. Die Behörde wolle nicht nur die Evolution von Planeten und die Bewohnbarkeit in unserem Sonnensystem verstehen, sondern das Wissen auch auf Exoplaneten ausdehnen.

Die Venus birgt noch viele Geheimnisse, die zwei künftige Nasa-Missionen ihr entlocken sollen. Das Bild entstand aus Daten der Nasa-Raumsonden „Magellan“ und „Pioneer Venus Orbiter“.

Gibt es Leben auf der Venus? Aktuelle Forschung dürfte mit der Nasa-Auswahl zu tun haben

In den vergangenen Monaten sorgten einige wissenschaftliche Arbeiten zur Venus für Aufsehen: Mithilfe von Teleskopen hatten Forschende in der Atmosphäre der Venus das seltene Molekül Phosphin entdeckt, das auf der Erde nur auf zwei Arten hergestellt wird: industriell oder durch Mikroben, die in sauerstofffreier Umgebung leben. Die Forschung war umstritten, doch alte Daten der „Pioneer“-Raumsonde der Nasa bestätigten den Fund. Die Planung der beiden ausgewählten Venus-Missionen dürfte lange Zeit vor diesen Funden begonnen haben und nichts damit zu tun haben – doch dass die Nasa sich für gleich zwei Venus-Missionen entschieden hat, dürfte durchaus mit den aktuellen Forschungsergebnissen in Verbindung stehen.

Planet:Venus
Entfernung von der Sonne:108.200.000 Kilometer
Umlaufzeit um die Sonne:225 Tage
Temperatur:437-497 Grad Celsius
Druck:92 bar
Hauptbestandteile der Atmosphäre:Kohlenstoffdioxid (96,5%), Stickstoff (3,5%), Schwefeldioxid (0,015%)

Nasa-Mission DAVINCI+ soll erkunden, wie die Venus-Atmosphäre zusammengesetzt ist

Die Raumsonde DAVINCI+ (Deep Atmosphere Venus Investigation of Noble gases, Chemistry, and Imaging) soll unter anderem messen, wie die Atmosphäre der Venus zusammengesetzt ist. Dieses Wissen soll dabei helfen zu verstehen, wie sich die Atmosphäre geformt und verändert hat. Außerdem sollen Forschende anhand der Daten herausfinden können, ob der Planet jemals einen Ozean hatte. Eine Abstiegseinheit der Raumsonde soll durch die dicke Atmosphäre der Venus stürzen und dort unter anderem Edelgase aufspüren – diese Daten sollen der Forschung dabei helfen, herauszufinden, warum die Venus ein Treibhaus ist.

Weiterhin soll DAVINCI+ die ersten hochauflösenden Aufnahmen einer einzigartigen geologischen Formation zur Erde schicken: Die „Tesserae“ könnten mit den Kontinenten der Erde vergleichbar sein und möglicherweise bedeuten, dass es auf der Venus eine Plattentektonik gibt. „Die Ergebnisse von DAVINCI+ könnten unser Verständnis der Entstehung von Gesteinsplaneten innerhalb und außerhalb unseres Sonnensystems verändern“, heißt es bei der Nasa. Die Raumsonde wird die erste US-Mission in die Atmosphäre der Venus seit 1978 sein. Damals untersuchten die „Pioneer“-Raumsonden die Venus.

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Nasa-Mission VERITAS soll Oberfläche der Venus kartieren

Die zweite Venus-Mission trägt den Namen VERITAS (Venus Emissivity, Radio Science, InSAR, Topography, and Spectroscopy) und soll die Oberfläche des Planeten kartieren und auch die Topografie des Planeten aufzeichnen. Mithilfe dieser Daten sollen Forschende Rückschlüsse auf die geologische Geschichte des Planeten ziehen können und so herausfinden, wieso die Venus sich ganz anders entwickelt hat als die Erde. Es soll auch möglich werden, herauszufinden, ob Prozesse wie Plattentektonik und Vulkanismus auf der Venus aktiv sind. Und auch eine andere Frage soll VERITAS beantworten: Aus welchem Gestein besteht die Venus?

An der Venus-Mission VERITAS ist auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt: Es stellt das Spektrometer VEM (Venus Emissivity Mapper) zur Verfügung. (Tanja Banner)

Rubriklistenbild: © Nasa/JPL-Caltech

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