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Die Nasa-Sonde Voyager 1 ist seit 44 Jahren unterwegs.
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Die Nasa-Sonde Voyager 1 ist seit 44 Jahren unterwegs.

Raumfahrt

Nasa-Sonde Voyager 1: Der Sound des Kosmos

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Die vor 44 Jahren ausgesandte Nasa-Sonde Voyager 1 zeichnet Geräusche aus dem Weltall auf, die der Forschung viel über den Rand unseres Sonnensystems verraten.

Sagenhafte 23 Milliarden Kilometer hat Voyager 1 in den vergangenen 44 Jahren zurückgelegt – so weit hat sich bislang noch kein von Menschen gemachtes Objekt von der Erde entfernt. Im August 2012 verließ die Sonde der US-Weltraumagentur Nasa unser Sonnensystem und trat in den interstellaren Raum ein. Die Instrumente an Bord haben dort ein schwaches, aber konstantes Summen von Gas empfangen und zur Erde geschickt. 21 Stunden brauchen die Daten vom aktuellen Aufenthaltsort der Sonde bis ihrem Heimatplaneten mittlerweile.

Ein Forschungsteam der Cornell University in Ithaca (US-Bundestaat New York) hat die Geräusche ausgewertet und die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ veröffentlicht.

Nasa-Sonde Voyager 1 ist seit 1977 im Weltall unterwegs

Voyager 1 war am 5. September 1977 von Cape Canaveral in Florida aus gestartet, 16 Tage nach ihrer Schwestersonde Voyager 2, die sie wegen ihrer größeren Geschwindigkeit bereits drei Monate später überholte. Der Vorsprung wuchs im Laufe der Zeit: Voyager 2 passierte die Grenze unseres Sonnensystems erst mehr als sechs Jahre nach Voyager 1, im Herbst 2018.

Erstes Ziel der Mission war die Erforschung von Jupiter (den die Voyager-1-Sonde 1979 erreichte) und Saturn (wo sie Ende 1980 ankam), den beiden größten Planeten unseres Sonnensystems. Voyager 2 besuchte außerdem noch Uranus und Neptun. Ursprünglich war die Doppelmission nur auf vier Jahre angelegt gewesen. Nun dauert sie schon mehr als zehnmal so lange. Und die Reise sollte noch viel weiter gehen, in den Weltraum hinter unserem Sonnensystem, dorthin, wo noch nichts von Menschen Gemachtes je gewesen ist. Und immer noch senden beide Sonden Daten nach Hause.

Die Nasa-Sonden Voyager 1 und Voyager 2 haben inzwischen unser Sonnensystem verlassen.

Für den Fall, dass die Boten der Erde unterwegs auf außerirdisches Leben treffen sollten, haben sie mit Gold überzogene Kupferplatten an Bord, die Informationen über die Menschheit in Form von Bild- und Tonaufnahmen sowie die Position unserer Sonne beinhalten.

Nasa-Sonde Voyager 1 nimmt „konstantes Summen“ im interstellaren Raum wahr

Die von Voyager 1 im interstellaren Raum aufgenommenen Geräusche erkannte das US-Forschungsteam als „blasses, konstantes Summen von interstellarem Gas“, wie Studienautorin Stella Koch-Ocker von der Cornell University sagt.

Die gesendeten Daten ermöglichten es zu verstehen, wie das interstellare Plasma jenseits unseres Sonnensystems mit dem Sonnenwind interagiere und wie die Umgebung der Heliosphäre geformt werde, erklärt die Doktorandin. Die Heliosphäre (aus dem Griechischen: Sonnenkugel) bezeichnet die Astrosphäre der Sonne. Es ist ein Bereich, der das gesamte Sonnensystem einschließt, wo Sonnenwinde sowie deren Magnetfelder aktiv sind. Ein Sonnenwind wiederum ist ein Partikelstrom – ein Plasma – aus elektrisch geladenen Teilchen. Die Heliosphäre bilde eine Art schützende Blase um unser Sonnensystem, erklärt Stella Koch-Ocker. Geformt und modifiziert werde die Heliosphäre von der interstellaren Umgebung. Diese Zusammenhänge waren bisher noch nicht klar gewesen.

Nasa-Raumsonde Voyager 1 zeichnet auch Sonnenwinde auf

Nachdem die Voyager 1-Sonde den interstellaren Raum erreicht hatte, zeichneten die Geräte an Bord zunächst Störungen auf, die von den Sonnenwinden erzeugt wurden. Zwischen diesen Eruptionen allerdings war das beschriebene monotone Summen zu vernehmen. „Das interstellare Medium ist wie ein ruhiger oder sanfter Regen“, veranschaulicht es James Cordes, Professor für Astronomie und Ko-Autor der Studie: „Im Falle eines Sonnenausbruchs ist es so, als würde man einen Blitz in einem Gewitter erkennen, und danach regnet es wieder sanft.“ Voyager 1 wird weiter Daten aus dem interstellaren Raum messen – und das „unabhängig davon, was die Sonne gerade mache“, sagt Shami Chatterjee, die ebenfalls an der Studie mitgearbeitet hat.

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Auch Voyager 2 liefert wichtige Erkenntnisse aus dem Weltall

Auch die Schwestersonde Voyager 2 hatte 2018 bei ihrem Eintritt in den interstellaren Raum wichtige Erkenntnisse geliefert. So bestätigte sich durch ihre Daten, dass es am Rand unseres Sonnensystems keinen fließenden Übergang gibt, sondern eine klare, messbare Grenze, die mit einer zunehmenden Plasma-Dichte verbunden ist.

Bei der Nasa hofft man, dass die Instrumente an Bord der Voyager-Sonden noch einige Jahre arbeiten. Der Treibstoff reicht vermutlich bis 2040. Aber auch wenn sie keine Daten mehr zur Erde schicken werden, dürften die Sonden ihre Reise fortsetzen. Vielleicht kommt es ja tatsächlich einmal zu einem Rendezvous mit außerirdischen Lebensformen (auch wenn die Chancen vermutlich eher bescheiden sind). Die enthaltene Schallplatte mit dem Titel „Sounds of Earth“ samt Grüßen in 55 verschiedenen Sprachen jedenfalls soll angeblich 500 Millionen Jahre halten. (Pamela Dörhöfer)

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