Eine SpaceX Falcon9-Rakete mit dem Raumschiff „Crew Dragon“ hebt vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida ab.
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Eine SpaceX Falcon9-Rakete mit dem Raumschiff „Crew Dragon“ hebt vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida ab.

Raketenstart

SpaceX-Raumkapsel bringt Astronaut:innen zur ISS - Erster operativer Flug

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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In der Nacht soll eine SpaceX-Kapsel mit vier Astronaut:innen zur ISS abheben. Damit sind die USA und die Nasa wieder dort angekommen, wo sie hinwollten: In der Normalität.

  • Die Nasa schickt erstmals seit 2011 wieder eine Routinemission von amerikanischem Boden zur ISS.
  • Die SpaceX-Kapsel „Crew Dragon Resilience“ soll gleich vier Astronaut:innen zur ISS bringen - so viele wie lange nicht mehr.
  • Neuigkeiten aus der Weltraumforschung, der Raumfahrt und dem Weltall.

Update vom Montag, 16. November 2020, 06.46 Uhr: Die SpaceX-Rakete mit vier Astronauten an Bord ist am Sonntag vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida aus zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Der wegen starken Windes um einen Tag verschobene Start sei gut verlaufen, gab die US-Weltraumbehörde Nasa bekannt. Der Flug der Kapsel „Crew Dragon“ soll etwas mehr als 27 Stunden dauern. Es ist erst der zweite Start einer bemannten SpaceX-Rakete des Unternehmers Elon Musk.

An Bord der „Crew Dragon“ sind drei Nasa-Astronauten und ein Japaner, die sechs Monate auf der Raumstation bleiben sollen. Ein halbes Jahr nach seinem historischen Flug zur ISS schickt das US-Unternehmen SpaceX von Tesla-Gründer Elon Musk damit erstmals eine bemannte Rakete zu einer Langzeit-Routinemission ins All.
In den vergangenen Jahren waren US-Astronauten auf russische Raketen angewiesen, um zur ISS zu kommen. Die Nasa hatte ihr Shuttle-Programm wegen hoher Kosten und nach zwei Unglücken vor neun Jahren eingestellt.

SpaceX-Rakete: Verzögerung beim Start

Update vom Sonntag, 15. November 2020: Eigentlich sollten die vier Astronaut:innen Michael Hopkins, Victor Glover und Shannon Walker aus den USA und Soichi Noguchi aus Japan bereits die Internationale Raumstation ISS erreicht haben - doch der Start der Rakete, die die SpaceX-Raumkapsel mit den vier Astronaut:innen ins All befördern sollte, wurde wegen schlechten Wetters verschoben. Am Sonntagabend Ortszeit (1.27 Uhr am Montagmorgen MEZ) soll es nun soweit sein, erstmals sollen „operative“ Astronaut:innen an Bord der SpaceX-Kapsel „Crew Dragon“ zur ISS starten, die historische Mission nennt die Nasa „Crew-1“.

Im Unterschied zum ersten Start zur ISS, als zwei Nasa-Astronauten im SpaceX-Raumschiff saßen, handelt es sich dieses Mal um vier Astronaut:innen, die planmäßig zur ISS fliegen und dort Kollegen ablösen, die bereits vor kurzer Zeit wieder zur Erde zurückgekehrt sind. Die beiden Astronauten, die den letzten Test der „Crew Dragon“ durchgeführt hatten, arbeiteten zwar auch an Bord der ISS mit, waren jedoch in erster Linie für den Test der SpaceX-Raumkapsel im All.

Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass der Start der SpaceX-Kapsel zur ISS erneut verschoben wird. Derzeit sagen die Wetterexperten der Nasa eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für passendes Start-Wetter voraus.

SpaceX-Kapsel bringt Astronaut:innen zur ISS - Historische Mission „Crew-1“

Erstmeldung vom Freitag, 13. November 2020: Kennedy Space Center, Florida - Vor etwa einem halben Jahr ist erstmals eine Raumkapsel von SpaceX mit drei Astronauten an Bord zur Internationalen Raumstation ISS gestartet und anschließend wieder im Meer gewassert. Es handelte sich um den letzten Test der „Crew Dragon“-Kapsel. Nun soll erstmals eine SpaceX-Kapsel zu einer ISS-Routinemission aufbrechen. Am heutigen Samstagabend (14.11., Ortszeit) soll die SpaceX-Kapsel, die die Astronaut:innen auf den Namen „Resilience“ (dt.: Widerstandsfähigkeit, Ausdauer) getauft haben, vom Kennedy Space Center in Florida starten.

An Bord sein sollen dann gleich vier Astronaut:innen: Michael Hopkins, Victor Glover und Shannon Walker aus den USA und Soichi Noguchi aus Japan. Vor einigen Tagen erklärte die US-Raumfahrtorganisation Nasa die „Crew Dragon“-Kapsel für sicher und gab grünes Licht für den Start, der um 19.49 Uhr Ortszeit (Sonntag um 1.49 Uhr MEZ) erfolgen soll. Acht Stunden später soll die SpaceX-Kapsel „Resilience“ die Internationale Raumstation ISS erreichen. Die Astronauten sollen dort sechs Monate lang leben und arbeiten.

SpaceX-Kapsel „Crew Dragon Resilience“ startet zur ISS: Stolzer Tag für die USA

Der Start der SpaceX-Kapsel ist ein stolzer Tag für die Raumfahrtnation USA: Es ist das zweite Mal seit der Einstellung des Space-Shuttle-Programms im Jahr 2011, dass wieder Astronaut:innen von amerikanischem Boden ins All starten. Und dieses Mal handelt es sich nicht um einen Testflug, sondern um die Rückkehr zur Normalität: Künftig soll es wieder regelmäßige Starts vom Kennedy Space Center zur ISS geben. „Ich bin stolz, sagen zu können, dass wir zu einer regulären bemannten Raumfahrt mit einer amerikanischen Rakete und einem amerikanischen Raumschiff zurückkehren, die von amerikanischem Boden startet“, erklärte der scheidende Nasa-Chef Jim Bridenstine.

Der SpaceX-Direktor für bemannte Raumflüge, Benji Reed, erklärte, sein Unternehmen werde in den kommenden 15 Monaten insgesamt sieben Missionen mit Astronaut:innen oder Fracht für die Nasa organisieren. Von Dezember an werde es deshalb eine „ständige Präsenz von SpaceX-Dragons im Orbit geben“.

Shannon Walker, Victor Glover, Mike Hopkins und Soichi Noguchi werden mit der SpaceX-Kapsel „Crew Dragon Resilience“ zur ISS aufbrechen.

„Crew Dragon“ von SpaceX bringt gleich vier Astronaut:innen zur ISS

Die „Crew Dragon“-Kapseln von SpaceX wurden von der Nasa im Rahmen des „Commercial Crew“-Programms beauftragt. Gleichzeitig sollte auch Konkurrent Boeing eine Kapsel entwickeln, die Astronaut:innen zur ISS befördern kann. Nach mehreren Pannen hinkt der „Starliner“ von Boeing allerdings deutlich hinterher, ein Testflug erreichte die ISS nicht.

Das „Commercial Crew“-Programm war unter der US-Regierung Barack Obamas ins Leben gerufen worden, maßgeblich daran beteiligt war auch der damalige Vizepräsident und neu gewählte US-Präsident Joe Biden, der nach seinem Amtsantritt zwar einiges an der US-Raumfahrt ändern dürfte, das „Commercial Crew“-Programm aber mutmaßlich weiterlaufen lassen wird.

„Commercial Crew“-Programm mit SpaceX: Nasa und ISS ernten erste Früchte

Schließlich erntet die Nasa nun erst die ersten Früchte: Erstmals seit dem Ende der Space Shuttles können wieder mehr als drei Astronaut:innen gleichzeitig zur ISS befördert werden. Die SpaceX-Kapsel hat die USA aus ihrer Abhängigkeit von Russland befreit. Seit 2011 war sowohl die Nasa als auch alle anderen Raumfahrtorganisationen auf die russischen Sojus-Raumkapseln angewiesen, wenn sie Astronaut:innen zur ISS transportieren wollten

In die alten, aber zuverlässigen Kapseln passen maximal drei Personen, während in die „Crew Dragon“-Kapsel von SpaceX bis zu sieben Personen hineinpassen. Für Nasa-Missionen sollen die Kapseln jedoch nur mit maximal vier Astronaut:innen besetzt werden. Es gibt allerdings bereits Pläne für private Raumflüge mit den SpaceX-Kapseln, bei denen dann bis zu sieben Personen Platz finden könnten. (Tanja Banner)

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