Nokia soll im Auftrag der Nasa ein LTE-Netz auf dem Mond aufbauen.
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Nokia soll im Auftrag der Nasa ein LTE-Netz auf dem Mond aufbauen.

Raumfahrt

Nasa beauftragt Nokia mit 4G-Netz für den Mond

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Der finnische Konzern Nokia soll im Auftrag der Nasa ein Mobilfunknetz auf dem Mond einrichten. Geplant ist 4G/LTE - Hintergrund ist das „Artemis“-Programm der Nasa.

  • Das finnische Mobilfunkunternehmen Nokia soll im Auftrag der Nasa ein Mobilfunknetz auf dem Mond einrichten.
  • Was es in vielen Regionen der Erde noch nicht gibt, soll es bis 2022 auf dem Mond geben: Ein 4G/LTE-Netz.
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In Deutschland gibt es immer noch zahlreiche Regionen mit schlechtem Handyempfang. Bewohnerinnen und Bewohner solcher Gegenden dürften über diese Meldung nur den Kopf schütteln: Der finnische Mobilfunkkonzern Nokia soll im Auftrag der US-Raumfahrtorganisation Nasa ein Handynetz auf dem Mond aufbauen. Und zwar nicht irgend eines, sondern ein 4G/LTE-Netz - von dem viele Smartphone-Besitzerinnen und -Besitzer auf der Erde bisher nur träumen können. 14,1 Millionen US-Dollar stellt die Nasa dafür dem US-Ableger von Nokia zur Verfügung.

Bis Ende 2022 soll das LTE-Netz auf dem Mond aufgebaut werden. Nokia arbeitet dabei nach eigenen Angaben mit dem Raumfahrtunternehmen Intuitive Machines zusammen, dessen Mond-Lander die Teile für das Netzwerk auf den Mond transportieren soll. „Das Netzwerk wird sich selbst konfigurieren und das erste LTE-Kommunikationssystem auf dem Mond errichten“, heißt es in einer Pressemitteilung von Nokia.

Nasa-Programm „Artemis“ soll erste Frau auf den Mond bringen

Was für manchen wie ein schlechter Scherz klingen mag, hängt direkt mit dem Nasa-Programm „Artemis“ zusammen: Bis 2024 sollen im Rahmen dieses Programms die erste Frau und der nächste Amerikaner auf dem Mond landen, bis 2028 will die Nasa eine Mondbasis aufbauen. Das langfristige Ziel der Amerikaner ist die dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond.

Das Netzwerk, das auf dem Mond entstehen soll, soll im ersten Schritt wichtige Aufgaben zur Vorbereitung bemannter „Artemis“-Missionen erleichtern: Es soll beispielsweise dabei helfen, Mondrover fernzusteuern, Daten zu transportieren und in Echtzeit zu navigieren. Außerdem gehören dazu auch Sprach- und Video-Kommunikation, Telemetrie sowie Einsatz und Steuerung von Roboter- und Sensornutzlasten, heißt es in einer Mitteilung.

4G/LTE-Netz auf dem Mond: Technik muss in harscher Umgebung funktionieren

Um auf dem Mond zu funktionieren, muss die Technik an die harsche Umgebung des Erdtrabanten angepasst sein: Auf dem Mond kann es mehr als 100 Grad heiß werden - die Mondnächte können allerdings auch sehr kalt werden. Doch zuvor muss die Technik den Raketenstart und die Landung auf dem Mond überstehen - für den Flug gelten außerdem Einschränkungen, was Größe und Gewicht angeht.

Neben Nokia haben auch weitere US-Unternehmen Geld von der Nasa erhalten, um Technologien für das „Artemis“-Programm zu entwickeln - darunter beispielsweise SpaceX, Intuitive Machines, Lockheed Martin und United Launch Alliance. Der Plan der Nasa sieht vor, dass private Unternehmen Technologien für die Mondmissionen entwickeln, gefördert mit Geldern der Nasa. So soll die private Industrie unterstützt werden, während die Nasa - und damit der US-Steuerzahler - Geld spart. (Tanja Banner)

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