Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Treffen eine bestimmte Phase des Mond-Zyklus und ein hoher Meeresspiegel aufeinander, kann es zu starken Überschwemmungen kommen, warnt die Nasa.
+
Treffen eine bestimmte Phase des Mond-Zyklus und ein hoher Meeresspiegel aufeinander, kann es zu starken Überschwemmungen kommen, warnt die Nasa.

Studie

Nasa warnt: Der Mond sorgt in Zukunft für schwere Überschwemmungen

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
    schließen

Die Nasa warnt: Im kommenden Jahrzehnt wird der Mond für starke Überschwemmungen in Küstenregionen sorgen. Schuld daran sind zwei Phänomene.

Frankfurt am Main – Dass der Mond mit Ebbe und Flut auf der Erde in Zusammenhang steht, ist weithin bekannt. Dass ein Supermond – ein Vollmond, der sich besonders nah an der Erde befindet – besonders starke Gezeiten (die Springtide) auslösen kann, ist ebenfalls bekannt. Zuletzt wurde dieses Phänomen genutzt, um das festgefahrene Containerschiff „Ever Given“ aus dem Suezkanal zu befreien. Doch ein weiteres Mond-Phänomen, das sich ebenfalls auf Ebbe und Flut auswirkt, ist bisher relativ unbekannt: In der Umlaufbahn des Mondes um die Erde gibt es eine Art Taumelbewegung, einen Zyklus, der 18,6 Jahre andauert und sich dann wiederholt.

Die Mond-Umlaufbahn „eiert“ – ein Phänomen, das seit 1728 bekannt und weder neu noch gefährlich ist, betont die US-Raumfahrtorganisation Nasa in einer Mitteilung. Doch kombiniert mit einem weiteren Phänomen, kann der Mond in den kommenden Jahren für zahlreiche Überschwemmungen sorgen, warnt ein Forschungsteam der Nasa.

Mond-Phänomen sorgt für stärkere Gezeiten – Flut wird höher, Hochwasser droht

Die Hälfte des Mond-Zyklus von 18,6 Jahren schwächt die täglichen Gezeiten: Die Flut ist niedriger als gewöhnlich, Ebbe höher als normal. In der zweiten Hälfte des Zyklus werden die Gezeiten verstärkt: Die Flut wird höher, Ebbe niedriger als normal. Doch zeitgleich steigen die Meeresspiegel durch den Klimawandel an – was in Kombination mit dem Mond-Zyklus in der Zukunft fatale Auswirkungen haben dürfte, haben Forschende des „Sea Level Change Science Teams“ der Nasa an der Universität von Hawaii herausgefunden.

Ihre Studie, die im Fachjournal „Nature Climate Change“ veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Flut in Zukunft häufig höher wird – und teilweise sogar einen Monat oder länger andauern kann. Abhängig sei das von den Positionen von Mond, Erde und der Sonne. „Niedrig gelegene Gebiete nahe dem Meeresspiegel sind besonders gefährdet von den verstärkten Fluten – und es wird schlimmer werden“, betont Nasa-Administrator Bill Nelson. „Die Kombination aus der Anziehungskraft des Mondes, dem steigenden Meeresspiegel und dem Klimawandel wird die Überschwemmungen an unseren Küsten und auf der ganzen Welt weiter verschärfen“, so Nelson weiter.

Treffen eine bestimmte Phase des Mond-Zyklus und ein hoher Meeresspiegel aufeinander, kann es zu starken Überschwemmungen kommen, warnt die Nasa.

Mond und Klimawandel führen in den 2030er Jahren zu höheren Fluten und mehr Hochwasser

Der kumulierte Effekt im Laufe der Zeit werde eine Wirkung haben, so Phil Thompson, Hauptautor der Studie und Assistenzprofessor an der Universität von Hawaii. Überschwemmungen, die durch die Flut ausgelöst würden, würden häufig nicht ernst genug genommen, da weniger Wasser involviert sei, erklärt er weiter. „Aber wenn es zehn oder 15 Mal im Monat eine Flut gibt, kann ein Geschäft, dessen Parkplatz unter Wasser steht nicht arbeiten. Menschen verlieren ihre Arbeitsstelle, weil sie nicht zur Arbeit gelangen und versickernde Senkgruben werden zu einem Problem der öffentlichen Gesundheit“, führt Thompson weiter aus.

OrtHochwassertage pro Jahr 2023-2033 / 2033-2043
Honolulu (Hawaii)2 / 63
Boston (Massachusetts)6 / 46
La Jolla (Kalifornien)1 / 49
St. Petersburg (Florida)6 / 67
Quelle: Studie

Mond verstärkt die Gezeiten – höhere Meeresspiegel sorgen für hohe Flut und Hochwasser

Derzeit befindet sich der Mond in jener Phase seines Zyklus, in der die Gezeiten verstärkt werden. Jedoch seien die Meeresspiegel entlang der US-Küsten noch nicht so stark gestiegen, dass Überflutungsschwellen regelmäßig überschwemmt würden, so die Nasa. Wenn der Mond-Zyklus das nächste Mal in die Phase kommt, in der Gezeiten verstärkt werden, wird das jedoch anders aussehen, warnen die Forschenden: Bis Mitte der 2030er Jahre hätten die Meeresspiegel noch viel Zeit, anzusteigen – was dafür sorgen dürfte, dass die Zahl der Hochwasser an fast allen US-Küstenlinien sowie auf Hawaii und Guam einen Sprung nach oben machen wird. 2019 hat die Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) in den USA mehr als 600 Hochwasser in Verbindung mit der Flut gezählt. Diese Zahl wird den Forschenden zufolge in den 2030er Jahren dramatisch ansteigen.

Weltraum-Newsletter

Sonne, Mond und Sterne – was passiert derzeit in der Astronomie? Raketen, Satelliten und Raumsonden – was passiert in der Raumfahrt? Der FR-Newsletter rund um Astronomie und Raumfahrt hält Sie auf dem Laufenden.

Aus der Studie soll ein Online-Tool entstehen, mit dessen Hilfe Entscheidungsträger und die Allgemeinheit Zugriff auf die Daten für ihren Ort haben, heißt es in einer Mitteilung der Nasa. „Aus der Planungsperspektive ist es wichtig zu wissen, wann es einen Anstieg gibt“, erklärt Ben Hamlington, der an der Studie mitgearbeitet hat. „Wenn man weiß, dass alle Ereignisse in einem Monat liegen oder dass man im zweiten Halbjahr schlimmere Überflutungen haben wird als im ersten Halbjahr – das sind wertvolle Informationen.“ (tab)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare