1. Startseite
  2. Wissen

Nasa: Menschen werden bis 2030 auf dem Mond leben und arbeiten

Erstellt:

Von: Tanja Banner

Kommentare

Lange wurde der Mond von der Raumfahrt ignoriert, jetzt steht er im Mittelpunkt des Interesses. Ein regelrechter Run auf den Mond beginnt.

Washington D.C. – Einst stand der Mond im Mittelpunkt der Raumfahrt. In der „Apollo“-Ära wurde er von insgesamt zwölf Astronauten betreten – doch anschließend ging das Interesse am Erdtrabanten schnell zurück, am 14. Dezember 1972 verließen die letzten Menschen den Mond. In den vergangenen Jahren hat man den Erdtrabanten nun wiederentdeckt – nicht nur bei der Nasa. Die US-Raumfahrtorganisation fördert seit einiger Zeit private Missionen zum Mond und will diese auch selbst nutzen, um Fracht zum Erdtrabanten zu transportieren.

Das langfristige Ziel der Nasa: Es sollen wieder Menschen den Mond betreten – dieses Mal jedoch nicht nur vorübergehend, die Missionen sollen „langfristig und nachhaltig“ sein, wie es bei der Raumfahrtbehörde heißt. Geplant ist eine Raumstation, die den Mond umkreist (das sogenannte „Lunar Gateway“) sowie eine Forschungsstation auf dem Mond – und zahlreiche Unternehmen, die sich am Unternehmen „Mond“ beteiligen.

Nasa: Bis 2030 sollen Menschen auf dem Mond leben und arbeiten

Bis 2030 sollen Menschen auf dem Mond leben und arbeiten, heißt es bei der Nasa. „Sicherlich werden wir in diesem Jahrzehnt Menschen haben, die für eine gewisse Zeit auf der Oberfläche leben, je nachdem, wie lange wir dort sein werden. Sie werden Habitate haben, sie werden Rover auf dem Boden haben“, erklärt Howard Hu, der Leiter des „Orion“-Mondraumschiffprogramm der Nasa in einem BBC-Interview. „Wir werden Menschen an die Oberfläche schicken, die dort leben und Wissenschaft betreiben werden“, so Hu weiter.

Der Mond bekommt in den kommenden Jahren wieder viel Besuch.  Zuerst kam die Nasa-Raumkapsel „Orion“ der Oberfläche des Erdtrabanten bis auf 80 Kilometer nah.
Der Mond bekommt in den kommenden Jahren wieder viel Besuch. Zuerst kam die Nasa-Raumkapsel „Orion“ der Oberfläche des Erdtrabanten bis auf 80 Kilometer nah. © Imago/Nasa

Derzeit ist die Menschheit jedoch noch so weit vom Mond entfernt, wie nach dem Ende des „Apollo“-Programms vor knapp 50 Jahren. Doch die Nasa hat einen ersten großen Schritt gemacht: Die Raumfahrtorganisation hat die lange erwartete Mission „Artemis 1“ gestartet. Es war der Jungfernflug der neuen Nasa-Rakete SLS, die das Raumschiff „Orion“ auf den Weg zum Mond schickte. Dabei kam das Raumschiff dem Mond mit 80 Kilometern so nah, wie die Nasa dem Erdtrabanten seit vielen Jahren nicht mehr war.

Nasa fördert Mond-Missionen privater Unternehmen

2023 sollen die ersten von der Nasa im Rahmen des Commercial Lunar Payload Services Program (CLPS) geförderten Unternehmen zum Mond aufbrechen und dort erste Fracht abliefern. Den Start machen das Unternehmen Astrobotic mit dem „Peregrine Lander“ und Intuitive Machines mit dem Lander „Nova-C“. Die Landeplattformen sollen unter anderem wissenschaftliche Instrumente und kleine Rover auf den Mond befördern. Die Nasa plant, dass in Zukunft mindestens zwei CLPS-Raumsonden pro Jahr auf dem Mond landen sollen, geplant sind insgesamt zehn Missionen.

Parallel dazu will die Nasa auch nicht untätig bleiben: 2024 soll die Mission „Artemis 2“ erstmals wieder Menschen in die Nähe des Mondes bringen – sie sollen ihn umkreisen. Frühestens 2025 steht dann mit „Artemis 3“ die erste Mondlandung seit mehr als 50 Jahren an. Dann will die Nasa die erste Frau und die erste person of color auf dem Mond landen lassen.

Vereinigte Arabische Emirate könnten Rover auf dem Mond landen

Und auch die Privatwirtschaft jenseits der Nasa-Programme schläft nicht: Nachdem 2019 zwei private Raumsonden vergeblich versucht hatten, den Mond zu erreichen (beide stürzten ab), soll noch 2022 eine Kooperation zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und einem japanischen Unternehmen zum Mond aufbrechen. Die Emirate wollen den 53x53 Zentimeter kleinen Rover „Rashid 1“ im März 2023 in der Region „See der Träume“ landen lassen – es wäre der kleinste Rover, der bisher auf dem Mond gelandet ist. Das japanische Unternehmen ispace steuert den Lander „Hakuto-R“ bei und spricht von einer „historischen Mission“.

Weltraum-Newsletter

Die wichtigsten Nachrichten rund um den Mond, den Mars, die Astronomie und Raumfahrt erhalten Sie zweimal im Monat mit unserem kostenlosen Weltraum-Newsletter.

Gelingt die Landung, wären die Vereinigten Arabischen Emirate erst die vierte Nation, die eine weiche Landung auf dem Mond schafft. Bisher ist das nur den USA, der ehemaligen Sowjetunion und China gelungen. China ist auf dem Mond derzeit das aktivste Land: Ein chinesischer Rover ist auf der Rückseite des Mondes unterwegs, zuvor hat China den Mond umkreist und einen weiteren Rover gelandet. Außerdem ist es den Chinesen bereits gelungen, Mondgestein zur Erde zurückzutransportieren.

China ist derzeit aktivstes Land auf dem Mond

China plant weitere robotische Missionen zum Mond und will eines Tages gemeinsam mit Russland eine Forschungsstation am Südpol des Erdtrabanten aufbauen. Und auch in Europa ist der Mond ein Thema: Bei der europäischen Raumfahrtorganisation Esa träumt man von einem „Moon Village“, einem Monddorf, bei dem Menschen aller Nationen zusammenarbeiten sollen.

Der Mond bekommt in den kommenden Jahren wieder viel Besuch.
Der Mond bekommt in den kommenden Jahren wieder viel Besuch. © imago/Nasa

Mit dem Mond sind die Planungen jedoch nicht zu Ende: Mindestens die US-Raumfahrt möchte den Erdtrabanten als „Sprungbrett“ für den weiten Weg zum Mars nutzen. (tab)

Auch interessant

Kommentare