Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Moxie“-Experiment

Rover „Perseverance“ gewinnt Sauerstoff auf dem Mars – Der ist nicht nur zum Atmen wichtig

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
    schließen

Leben auf dem Mars ist nur möglich, wenn man Sauerstoff mitbringt – oder ihn dort produziert. Das ist nun einem Experiment des Nasa-Rovers „Perseverance“ gelungen.

Eines Tages sollen Menschen Fuß auf den Mars setzen, das ist das erklärte Ziel der US-Raumfahrtorganisation Nasa und auch des Weltraum-Pioniers Elon Musk. Schließlich hat er sein Raumfahrtunternehmen SpaceX nur gegründet, um der Menschheit zu helfen, eines Tages „multiplanetar“ zu werden, also auf mehreren Planeten zu leben. Dem Ziel, den Mars zu betreten, dürfte die Menschheit nun ein kleines Stück nähergekommen sein – Mars-Rover „Perseverance“ sei Dank.

Der Nasa-Rover ist im Februar 2021 auf dem roten Planeten gelandet und hat – während alle Welt erstaunt die ersten Flüge des kleinen Hubschraubers „Ingenuity“ auf dem Mars bestaunt hat – ein weiteres Technologie-Experiment gestartet. Und zwar mit großem Erfolg: Das Instrument „Moxie“ (Mars Oxygen In-Situ Resource Utilization Experiment) hat am 20. April 2021 auf dem Mars Sauerstoff aus der dünnen Atmosphäre extrahiert.

Mars: Nasa-Experiment „Moxie“ extrahiert Sauerstoff aus der Atmosphäre

Die Technologie könne den Weg von „Science Fiction zu Science Fact“ ermöglichen, freut man sich bei der Nasa nach dem gelungenen Experiment, das in der Tat bedeutend ist: „Moxie“ ist etwa so groß wie ein Toaster und hat im ersten Anlauf etwa fünf Gramm Sauerstoff produziert – diese Menge würde ein Astronaut oder eine Astronautin in etwa zehn Minuten verbrauchen. „Das ist ein wichtiger erster Schritt, um Kohlendioxid auf dem Mars in Sauerstoff umzuwandeln“, freut sich Jim Reuter vom Space Technology Mission Directorate (STMD) der Nasa.

Der Nasa-Rover „Perseverance“ (vorne) hat ein Selfie von sich und dem Mars-Hubschrauber „Ingenuity“ (hinten) auf dem Mars aufgenommen.

„Moxie“ ist darauf ausgelegt, bis zu zehn Gramm Sauerstoff pro Stunde herzustellen. Dabei spaltet das kleine Gerät Kohlendioxid aus der Mars-Atmosphäre mithilfe von Hitze und Strom. Es entstehen Sauerstoff – der gespeichert wird – und Kohlenmonoxid, das von dem kleinen Gerät an Bord des Rovers „Perseverance“ in die Mars-Atmosphäre abgegeben wird. „Moxie hat noch mehr Arbeit zu erledigen, aber die Ergebnisse sind verheißungsvoll“, erklärt Reuter.

Leben auf dem Mars: Sauerstoff wird nicht nur zum Atmen benötigt

In Zukunft könnten größere Versionen von „Moxie“ eine wichtige Rolle bei der Erforschung des Mars spielen. Einerseits können sie Astronaut:innen Sauerstoff zum Atmen liefern und dadurch Gewicht einsparen: Sauerstoff, der auf dem Mars produziert wird, nimmt keinen Platz und kein Gewicht an Bord der Rakete weg. Eine viel größere Menge an Sauerstoff wird jedoch in einem ganz anderen Bereich verbraucht – was vielen gar nicht klar sein dürfte: Auch die Rakete braucht Sauerstoff. Um vier Astronaut:innen von der Mars-Oberfläche abheben zu lassen, benötigt man etwa sieben Tonnen Raketentreibstoff und 25 Tonnen Sauerstoff, rechnet die Nasa vor. Und es sei „ökonomischer und praktischer“, einen Sauerstoff-Konverter mitzunehmen, der nur eine Tonne wiege, als 25 Tonnen Sauerstoff.

Es ist etwa so groß wie ein Toaster und befindet sich an Bord des Mars-Rovers „Perseverance“: Das Nasa-Experiment „Moxie“, das Sauerstoff auf dem Mars produziert hat.

„Sauerstoff ist nicht nur das Zeug, das wir atmen“, betont Reuter. „Künftige Raumfahrer:innen werden davon abhängig sein, Sauerstoff auf dem Mars zu produzieren, um nach Hause zurückzukehren.“ Der Sauerstoff, den die Astronaut:innen beim Atmen verbrauchen, fällt dagegen gar nicht so sehr ins Gewicht: „Vier Astronauten, die ein Jahr auf dem Mars verbringen, verbrauchen zusammen vielleicht eine Tonne Sauerstoff“, erklärt Michael Hecht vom Massachusetts Institute of Technology.

Mars-Experiment der Nasa: „Moxie“ soll weiter Sauerstoff produzieren

Im Laufe eines Mars-Jahres (knapp zwei Erden-Jahre) soll „Moxie“ mindestens noch neun Mal Sauerstoff aus der Atmosphäre extrahieren. Der erste Versuch sollte zeigen, dass die Idee funktioniert. Später soll das Gerät in verschiedenen atmosphärischen Konditionen getestet werden – zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten. In der dritten Phase des Experiments wolle man „an die Grenzen gehen“, so Hecht.

Neues aus der Raumfahrt und Astronomie-News finden Sie auf unseren Themenseiten.

Im STMD, das „Moxie“ finanziert, ist man zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen: „Moxie ist nicht nur das erste Instrument, das auf einer anderen Welt Sauerstoff produziert“, freut sich Trudy Kortes, die die Abteilung für Technologie-Demonstrationen leitet. „Es ist die erste Technologie dieser Art, die künftigen Missionen dabei helfen wird, Elemente aus der Umwelt einer anderen Welt zu nutzen.“ Dieser Ansatz ist auch als „in-situ resource utilization“ (Nutzung der vor Ort vorhandenen Ressourcen“) bekannt und soll auch bei künftigen Mondlandungen zum Einsatz kommen. In Fall des Mondes denkt man jedoch eher darüber nach, Mondgestein oder Wasser zu verwenden. (Tanja Banner)

Rubriklistenbild: © Nasa/JPL

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare