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Auch im Jahr 2022 werden zahlreiche Raketen ins Weltall aufbrechen. Unter anderem planen Nasa, Esa und Co. Missionen zum Mond, zum Mars und zu Asteroiden. Auch die ISS wird ein Ziel sein.
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Auch im Jahr 2022 werden zahlreiche Raketen ins Weltall aufbrechen. Unter anderem planen Nasa, Esa und Co. Missionen zum Mond, zum Mars und zu Asteroiden. Auch die ISS wird ein Ziel sein.

Raumfahrt

Mars, Mond, Asteroiden – Das sind die wichtigsten Raumfahrt-Missionen 2022

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Ein Fokus der Raumfahrt im Jahr 2022 liegt auf dem Mond, aber auch der Mars, Asteroiden und die astronautische Raumfahrt kommen nicht zu kurz. Die Pläne von Nasa, Esa und Co.

Frankfurt – Das Raumfahrt-Jahr 2021 hatte einige große Highlights: Missionen der US-Raumfahrtorganisation Nasa, der chinesischen CNSA und der Vereinigten Arabischen Emirate erreichten den Mars und liefern seitdem zuverlässig wissenschaftliche Erkenntnisse und Bilder vom roten Planeten. Asteroiden-Missionen entnahmen Bodenproben und brachten sie zur Erde zurück. Der Weltraumtourismus nahm an Fahrt auf – Virgin Galactic, Blue Origin und SpaceX brachten Tourist:innen ins Weltall. Für Astronominnen und Astronomen dürfte der lange erwartete Start des „James Webb“-Weltraumteleskops von Nasa und Esa Ende 2021 ein besonderes Highlight gewesen sein.

Doch was steht für 2022 auf dem Raumfahrt-Programm? Während im vergangenen Jahr der Fokus eindeutig auf dem roten Planeten Mars lag, liegt er dieses Jahr auf dem Mond. Gleich mehrere Missionen sollen den Erdtrabanten im Jahr 2022 ansteuern oder die Grundlage für spätere Mond-Flüge legen. Aber auch der Mars wird wieder angeflogen und Asteroiden sind ebenfalls im Fokus der Raumfahrt.

Raumfahrt 2022: Die Nasa will zurück zum Mond, SpaceX macht Grundlagenarbeit

Eine der wichtigsten Nasa-Missionen in diesem Jahr dürfte der erste Flug der neuen Schwerlastrakete SLS (Space Launch System) sein. Dieser Start, der derzeit für März 2022 geplant ist, soll die Rakete um den Mond führen. Es ist die Mission „Artemis 1“, der Startschuss für das „Artemis“-Programm der Nasa, das frühestens im Jahr 2025 wieder Menschen auf den Mond befördern soll. So zumindest der Plan – der Start von „Artemis 1“ wurde bereits mehrfach verschoben, der Termin, wann wieder Menschen auf dem Mond stehen sollen, ebenfalls.

Eine weitere große Rakete soll 2022 ihr Debüt feiern: Das „Starship“ von SpaceX soll in diesem Jahr erstmals zu einem Orbital-Flug aufbrechen, genannt wird derzeit ein Termin frühestens im März 2022. Auch dieser Start hat mit den Mondplänen der Nasa zu tun: Das „Starship“ soll als Mondlandefähre dienen, wenn das nächste Mal Menschen zum Mond fliegen. SpaceX und Elon Musk hatten eine Nasa-Ausschreibung gegen „Blue Origin“ von Amazon-Gründer Jeff Bezos gewonnen.

Raumfahrt 2022: Nasa schickt gleich mehrere Missionen zum Mond

Gleich drei robotische Lander sollen im Jahr 2022 im Auftrag der Nasa auf dem Mond landen. Die privaten Firmen Intuitive Machines und Astrobotic wurden von der US-Raumfahrtorganisation ausgewählt, um kleine Mondlander mit verschiedenen wissenschaftlichen Instrumenten bis Ende 2022 auf den Mond zu bringen. Hintergrund ist das Commercial Lunar Payload Services Program (CLPS) der Nasa, das private Raumfahrtunternehmen dafür bezahlt, Fracht und Forschungsinstrumente zum Mond zu bringen.

Bereits im Frühjahr 2022 soll der Lander Nova-C von Intuitive Machines mit einer „Falcon 9“-Rakete von SpaceX zum Mond starten. Geht alles nach Plan, soll im vierten Quartal 2022 bereits eine zweite Mondmission von Intuitive Machines folgen. Der Peregrine-Lander von Astrobotic soll Mitte 2022 zum Mond starten – mit dem Jungfernflug der neuen Vulcan-Rakete der United Launch Alliance (ULA).

Die Schwerlastrakete SLS (Space Launch System) der Nasa soll 2022 erstmals um den Mond fliegen. (Archivbild)

Raumfahrt 2022: Nasa will Mond-Orbit testen, andere Nationen fliegen ebenfalls zum Mond

Im März 2022 soll das private Raumfahrtunternehmen Rocket Lab einen kleinen CubeSat für die Nasa ins Weltall schicken. Dieser kleine Satellit namens „Capstone“ soll eine Umlaufbahn um den Mond testen, die später die geplante Mond-Station „Gateway“ nutzen soll.

Auch andere Nationen wagen im Jahr 2022 einen Ausflug zum Mond: Südkorea will den „Korea Pathfinder Lunar Orbiter“ mit Hilfe von SpaceX in die Mondumlaufbahn schicken, wo der Satellit die Geologie des Mondes untersuchen soll. Außerdem hat der Satellit eine Kamera an Bord, die nach möglichen Landestellen für eine nachfolgende Landemission suchen soll.

Erstmals seit 1976 will auch Russland wieder auf dem Mond landen. Der „Luna-25“-Lander soll etwa Mitte 2022 zum Mond aufbrechen und dort unter anderem den Boden erforschen und künftige Lande-Technologien testen. Nach einer Bruchlandung im Jahr 2019 will Indien mit der Mission „Chandrayaan-3“ erneut versuchen, auf dem Mond zu landen. Angepeilt ist bisher das dritte Quartal 2022. Und auch eine japanische Firma möchte in diesem Jahr ihr Glück auf dem Mond versuchen. Gelingt die Landung, sollen gleich zwei kleine Rover auf dem Erdtrabanten ausgesetzt werden – einer von ihnen, „Rashid“, stammt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der zweite wird von der Japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa beigesteuert.

Raumfahrt 2022: Nur die Esa nutzt das Startfenster zum Mars

Eigentlich war der Start der europäisch-russischen „Exomars“-Mission für 2018 geplant. Ein erster Teil der Mission, der „Trace Gas Orbiter“ umkreist mittlerweile den roten Planeten, während die Landung des Testrovers „Schiaparelli“ schiefging. Der zweite Teil der Mission, der Start des Rovers „Rosalind Franklin“ ist nun für September 2022 geplant. Im Herbst gibt es ein gutes Startfenster zum Mars, das die europäische Raumfahrtorganisation Esa und ihr russisches Pendant Roskosmos nutzen möchten, nachdem der Start 2020 aufgrund von Fallschirm-Problemen abgesagt wurde.

Für den 22. September 2022 ist der europäisch-russische Start zum Mars derzeit vorgesehen, am 10. Juni 2023 soll „Rosalind Franklin“ auf dem Mars landen. Ob die Landung dieses Mal gelingen wird? Die russischen und europäischen Erfahrungen mit dem Planeten Mars sind nicht unbedingt gut – 19 russische und zwei europäische Landeversuche auf dem Mars sind bisher gescheitert. Zuletzt traf es „Schiaparelli“, der 2016 eine Bruchlandung auf dem roten Planeten hinlegte.

Sie sind 2021 auf dem Mars gelandet: Der Nasa-Rover „Perseverance“ und der kleine Helikopter „Ingenuity“.

Raumfahrt 2022: Erforschung von Asteroiden geht weiter

Im Jahr 2021 ist die Nasa-Mission „Dart“ zum Asteroiden-System „Didymos“ aufgebrochen. Im Jahr 2022 soll sie den Doppel-Asteroiden – ein großer Asteroid wird von einem kleineren Asteroiden umkreist – erreichen und zur Tat schreiten: „Dart“ soll im September 2022 den kleineren Asteroiden rammen und so dessen Umlaufbahn verändern. Es handelt sich um den ersten praktischen Test einer Theorie der planetaren Verteidigung. Die Erkenntnisse sollen dazu verwendet werden, genauere Pläne zur Abwehr gefährlicher Asteroiden zu erstellen. Ein zweiter Teil der Mission wird von der europäischen Esa durchgeführt und soll im Jahr 2024 starten.

Für August 2022 plant die Nasa eine weitere Asteroiden-Mission: Eine Raumsonde soll den Asteroiden „Psyche“ besuchen. Der Asteroid besteht aus Nickel und Eisen und man geht davon aus, dass er der Überrest eines Planeten ist. Die Erforschung von „Psyche“ soll den Forschenden einen Einblick in Planetenkerne geben.

Raumfahrt 2022: Astronautische Missionen zur ISS und Weltraumtourismus

2021 war das Jahr, in dem der Weltraumtourismus seinen Anfang nahm, 2022 wird das Jahr sein, das touristische Missionen zur Internationalen Raumstation ISS alltäglicher machen dürfte. Ende 2021 besuchten zwei Japaner die ISS, transportiert wurden sie von einer russischen Sojus-Raumkapsel, begleitet wurden sie von einem erfahrenen russischen Kosmonauten. Im aktuellen Jahr plant SpaceX, das private Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, gleich zwei rein touristische Missionen zur ISS: Am 28. Februar 2022 sollen vier Weltraumtouristen (unter ihnen ein früherer Nasa-Astronaut) an Bord einer „Crew Dragon“-Kapsel zur Raumstation fliegen. Insgesamt sollen sie sich dort acht Tage lang aufhalten und dort auch 25 Experimente in der Schwerelosigkeit durchführen. Eine zweite touristische SpaceX-Mission zur ISS ist für Herbst 2022 geplant. Auch Weltraumtourismus-Flüge von Virgin Galactic (von Richard Branson) und Blue Origin (von Jeff Bezos) dürften für 2022 wieder auf dem Programm stehen.

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Jenseits des Weltraumtourismus sollte sich in der astronautischen Raumfahrt 2022 ebenfalls einiges tun: Boeing will frühestens im Mai 2022 den nächsten Versuch unternehmen, mit dem neuen Raumschiff „Starliner“ zur ISS zu fliegen. Ein erster Versuch im Jahr 2019 misslang, seitdem wurde kein Startversuch mehr unternommen. Gelingt der unbemannte Flug zur ISS, soll später im Jahr ein Flug mit Crew stattfinden. China ist derzeit dabei, die Raumstation „Tiangong“ aufzubauen. Im Jahr 2022 soll die Station weiter ausgebaut werden, geplant ist, dass sie mindestens zehn Jahre lang dauerhaft mit drei Astronaut:innen besetzt sein wird.

Eine Mission, die 2021 startete, aber erst im aktuellen Jahr zeigen wird, was sie kann, ist das „James Webb Space Telescope“ von Nasa, Esa und der kanadischen Raumfahrtorganisation CSA. Ende 2021 gestartet, braucht das riesige Weltraumteleskop etwa ein halbes Jahr, bis es an seinem Ziel in 1,5 Millionen Kilometer Entfernung zur Erde, angekommen und einsatzbereit ist. Dann erwarten Forschende nichts mehr als die Revolution unseres Wissens über das Weltall. „Webb“ soll so weit in die Vergangenheit blicken können wie kein Teleskop zuvor und unter anderem die ältesten Galaxien im Infrarotlicht erspähen. (tab)

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