Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Weltraum

Nasa will 2022 Touristen zur ISS fliegen – Zukunft der ISS besiegelt?

  • Delia Friess
    VonDelia Friess
    schließen

Die Nasa kündigt an bereits im Januar 2022 Privatpersonen ins All zu fliegen. Helfen soll dabei Elon Musk. Der Ausbau des Weltraumtourismus hängt auch mit dem Ende der ISS zusammen.

Texas, USA - Die Nasa kündigte am Montag (10.05.2021) offiziell an, in Kooperation mit dem Start-Up Axion Space und Elon Musks Unternehmen SpaceX, vier Privatpersonen bereits Anfang 2022 ins All zu fliegen. Das Unternehmen Axion Space wurde zwar erst 2006 gegründet, besteht aber hauptsächlich aus ehemaligen Nasa-Mitarbeiter:innen. Elon Musks Raumschiff Crew Dragon versorgt die ISS bereits seit 2012 mit Gütern. Das Unternehmen SpaceX von Elon Musk möchte außerdem auch in den kommenden zwei Jahren den Weltraumtourismus ausbauen und Flüge in die Umlaufbahn der Erde anbieten.

Die ISS gilt als Meilenstein der Zusammenarbeit von Nationen nach dem Kalten Krieg. Bisher gab es bereits mehrere Aufenthalte von Privatpersonen auf der ISS, die alle von dem US-Unternehmen Space Adventures durchgeführt worden sind. Geflogen wurden die ISS-Tourist:innen allerdings mit russischen Raumschiffen.

Die Internationale Raumfahrtstation (ISS) gilt als internationales Projekt.

Nasa will ab 2022 Touristen ins All fliegen - und plant den Umbau der ISS

Die Ankündigung der Nasa kann deshalb auch als Schritt bewertet werden, unabhängig von Russland den Weltraumtourismus auszubauen. Zudem ist die Ausweitung des Weltraumtourismus durch die Nasa auch in Hinblick auf den Umbau der ISS zu werten. Bereits US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, die Finanzierung der ISS einzuschränken. Auch Konflikte mit Russland sollen dazu führen, dass es die ISS 2024 in der bisherigen Form nicht mehr geben wird. Russland möchte mit seinen Modulen der ISS eine eigene Weltraumstation aufbauen. Die Nasa hingegen plant, dass das Unternehmen Axion Space Module für den Weltraumtourismus an die ISS andockt.

Bereits in der Vergangenheit gab es den Vorstoß der Nasa neben Berufsastronauten auch Privatpersonen ins All zu fliegen. Im Jahr 1986 sollten mit der „Challenger“ beispielsweise auch die Lehrerin Christa McAliffe ins All starten. Die Challenger verunglückte aufgrund von Technikproblemen, alle Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.

Astronomie-News und News aus der Weltraumforschung finden Sie auf unseren Themenseiten.

Die erste im Januar 2022 geplante Mission – genannt Ax-1 mission – wird von dem ehemaligen Astronauten und Vizepräsident von Axion Space, Michael López-Alegría, geleitet. Es fliegen außerdem Wytan Meir Stibbe, ein ehemaliger Kampfpilot aus Israel, Mark Pathy, ein kanadischer Geschäftsmann und Larry Connor, ein US-Techunternehmer, mit. Als Back-ups sind die ehemalige Nasa-Astronautin und Mitarbeiterin von Axion Space, Peggy Whitson, und John Shoffner, ein US-amerikanischer Rennfahrer, der sonst auf dem Nürburgring anzutreffen ist, vorgesehen.

Die SpaceX Crew Dragon am 24.04.2021 kurz bevor sie an der ISS andockt.

Zukunft der ISS: Pläne des Weltraumtourismus stehen in der Kritik

Die Nasa möchte das All als Wirtschaftszweig ausbauen, um Kosten zu reduzieren und weitere Ziele zu erreichen. Diese seien den Einfluss des Weltraums auf den Menschen zu erforschen, Technologieentwicklung auszubauen und Testflüge durchzuführen, hieß es in einer Pressemitteilung der Nasa vom Montag (10.05.2021).

Das Ende der ISS und der Ausbau von Weltraumtourismus wird auch kritisch gesehen. Die ISS sei als gemeinsames Projekt nach dem Kalten Krieg auch gegründet worden, damit russische Ingenieure ihre Expertise im Bau von ballistischen Raketen nicht anderen Staaten wie dem Iran oder Nordkorea zugänglich machten, führt die New York Times in einem umfangreichen Artikel an. Auch wird kritisiert, dass die Mission ISS beendet werde, bevor wichtige Studien abgeschlossen seien.

Die Kosten für ein Ticket mit der ISS sollen sich auf geschätzte 60 bis 80 Millionen Dollar belaufen, die Kosten für eine Übernachtung sollen bei etwa 35.000 Dollar pro Nacht liegen, berichtet future zone. Deshalb könnten neue Raumstationen auch pleitegehen, wenn die Kunden ausbleiben, wirft die New York Times ein. Dennoch soll es bisher genügend Interessent:innen geben. (Delia Friess) Elon Musk unterstützt Erdogan: Tesla-Gigant verhandelt mit der Türkei - und muss Kritik einstecken.

Rubriklistenbild: © HANDOUT

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare