Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Exoplanet TOI 1807 b umkreist seinen Stern einmal alle 13 Stunden. (Symbolbild)
+
Der Exoplanet TOI 1807 b umkreist seinen Stern einmal alle 13 Stunden. (Symbolbild)

Astronomie

Nasa-Entdeckung: „Teenager“-Planeten umkreisen außergewöhnliches Sternen-Paar

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
    schließen

Die Nasa entdeckt gleich mehrere Exoplaneten, die sich im „Teenager“-Stadium ihres Lebens befinden. Vor allem einer der Planeten begeistert die Forschenden.

Greenbelt/Frankfurt – Wie sind die Erde und die anderen Planeten in unserem Sonnensystem entstanden? Diese Frage stellen sich Forschende, wenn sie weit hinausschauen ins Universum und dort Exoplaneten entdecken. Ein Problem bei der Suche nach Antworten: „Viele Objekte, die wir in der Astronomie erforschen, entwickeln sich auf so langen Zeitskalen, dass Menschen keine Veränderungen von Monat zu Monat oder Jahr zu Jahr sehen können“, erklärt Trevor David, der am Flatiron Institute’s Center for Computational Astrophysics in New York forscht. „Wenn man sehen möchte, wie sich Planeten entwickeln, ist es am besten, viele Planeten unterschiedlichen Alters zu finden und zu schauen, wie sie sich unterscheiden“, betont der Forscher, der Teil eines Teams ist, das mit Hilfe des Nasa-Weltraumteleskops „Tess“ gleich mehrere besondere Exoplaneten gefunden hat.

Die neu entdeckten Exoplaneten umkreisen die Sterne TOI 2076 und TOI 1807, die etwa 30 Lichtjahre voneinander entfernt, aber offenbar trotzdem miteinander „verwandt“ sind. Da die beiden Sterne sich in die gleiche Richtung bewegen, gehen Forschende davon aus, dass sie in derselben Gaswolke entstanden, also quasi „Geschwister“ sind. Die beiden Sterne sind vor etwa 200 Millionen Jahren entstanden – im Vergleich zur etwa 4,6 Milliarden Jahre alten Sonne sind sie also sehr jung. Eine Mutmaßung lautet, dass sich die jungen Sterne ähnlich verhalten könnten, wie es die Sonne in diesem Alter tat. „Diese beiden Systeme könnten ein Fenster zu den frühen Bedingungen in unserem Sonnensystem sein“, erklärt der Astrophysiker Geourge Zhou, der an der Studie beteiligt war, die im Fachjournal „The Astronomical Journal“ veröffentlicht wurde.

Nasa-Teleskop „Tess“ entdeckt Exoplaneten in der „Teenager-Phase“

Während die beiden Sterne schon seit einigen Jahren bekannt sind, wurden ihre Exoplaneten erst kürzlich vom Nasa-Weltraumteleskop „Tess“ entdeckt. „Tess“ wurde speziell dafür entwickelt, Exoplaneten aufzuspüren. Dafür beobachtet das Teleskop einen Bereich des Himmels für etwa einen Monat, um kurze Helligkeitsschwankungen bei Sternen zu entdecken. Diese Schwankungen können ein Zeichen eines sogenannten „Transits“ sein – ein Exoplanet, der kurz vor seinem Stern vorbeizieht.

Die Studienleiterin Christina Hedges, Astronomin am Ames Research Center der Nasa, entdeckte in den Daten von „Tess“ gemeinsam mit ihrem Team drei Planeten, die den Stern TOI 2076 umkreisen. Die Größen der Exoplaneten schwanken zwischen dreifacher Erdgröße bis hin zu vierfacher Erdgröße. Für die Forschung spannender ist jedoch der Exoplanet, der um den Schwester-Stern TOI 1807 entdeckt wurde: TOI 1807 b hat etwa die doppelte Größe der Erde und benötigt nur 13 Stunden, um seinen Stern zu umkreisen. Exoplaneten mit derart kurzen Umlaufbahnen sind sehr selten – TOI 1807 b gilt als der jüngste ultrakurzperiodische Exoplanet, der bisher entdeckt wurde.

Nasa-Fund „Teenager“-Exoplaneten: „Keine Neugeborenen, aber noch nicht etabliert“

Da die Sterne, die die Exoplaneten umkreisen, erst etwa 200 Millionen Jahre alt sind, müssen die Exoplaneten entsprechend jünger sein. „Die Planeten in beiden Systemen sind in der Teenager-Phase ihrer Lebenszyklen“, erklärt Studienleiterin Hedges. „Sie sind keine Neugeborenen, aber sie haben sich auch noch nicht etabliert.“ Von einer Beobachtung der Planeten in diesem „Teenager-Stadium“ erhoffen sich die Forschenden, ältere Planeten in anderen Systemen besser zu verstehen. „Die Entdeckung der Planetensysteme um TOI 2076 und TOI 1807 erweitert unser Verständnis des Teenager-Stadiums von Exoplaneten“, freut sich Trevor David, der ebenfalls an der Studie beteiligt war.

Weltraum-Newsletter

Astronomie: Was passiert in den Tiefen des Universums und unserem Sonnenystem? Raumfahrt: Was gibt es Neues in der Welt der Raketen, Satelliten und der Raumfahrt-Milliardäre? Mit dem FR-Newsletter rund um Astronomie und Raumfahrt sind Sie top informiert.

Exoplaneten können nicht zu nah am Stern entstehen – sagt die Theorie

Theoretische Modelle besagen, dass Planeten zu Beginn dicke Atmosphären haben, die noch aus ihrer Entstehungszeit in einer Gas- und Staubscheibe um ihren Stern stammt. Manche Planeten verlieren diese ursprüngliche Atmosphäre durch die Strahlung ihres Sterns, einige von ihnen entwickeln später eine neue Atmosphäre, beispielsweise durch Vulkanismus. Die Exoplaneten, die um die Sterne TOI 2076 und TOI 1807 kreisen, sollten mitten in dieser Evolution ihrer Atmosphären stecken, glaubt das Forschungsteam. Derzeit laufen Messungen, die feststellen sollen, ob die Exoplaneten in Zukunft vom „Hubble“-Weltraumteleskop oder später auch vom geplanten „James Webb“-Weltraumteleskop beobachtet werden können.

Der Exoplanet TOI 1807 b interessiert die Forschung noch aus einem weiteren Grund: Theoretische Modelle gehen davon aus, dass es für einen Planeten schwierig ist, so nah an einem Stern zu entstehen. Die Kräfte des Sterns würden die Materialansammlung sofort wieder zerreißen. Es ist daher möglich, dass der Planet weiter außen entstand und dann nach innen gewandert ist – ein Prozess, der in weniger als 200 Millionen Jahren geschehen sein muss. (Tanja Banner)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare