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Die Nasa-Mission „Dart“ startet mit einer „Falcon 9“-Rakete von SpaceX. Die Raumsonde soll einen Asteroiden rammen und so seine Umlaufbahn verändern.
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Die Nasa-Mission „Dart“ startet mit einer „Falcon 9“-Rakete von SpaceX. Die Raumsonde soll einen Asteroiden rammen und so seine Umlaufbahn verändern.

Nasa-Mission

Nasa-Raumsonde startet - „Dart“ soll auf Asteroiden einschlagen

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Die Nasa-Mission „Dart“ ist gestartet und soll auf einem Asteroiden einschlagen. Das Ziel: herausfinden, ob man die Flugbahn eines Asteroiden so verändern kann.

Update vom Mittwoch, 24.11.2021: Die Mission der Raumsonde „Dart“ beginnt. Am frühen Mittwochmorgen deutscher Zeit ist die etwa 330 Millionen US-Dollar teure Nasa-Mission an Bord einer „Falcon 9“-Rakete von SpaceX ins Weltall gestartet. Kurze Zeit darauf twitterte die US-Raumfahrtorganisation: „Asteroid Dimorphos: Wir kriegen dich!“. Geplant ist, dass die Raumsonde im Herbst 2022 den kleinen Asteroiden rammen soll, um seine Flugbahn etwas zu verändern. Es ist der erste praktische Test einer Theorie, wie man im Fall eines gefährlichen Asteroiden reagieren könnte: Seine Flugbahn mithilfe einer Raumsonde verändern, sodass er die Erde nicht trifft.

Derzeit gibt es keine bekannten Asteroiden, die auf Kollisionskurs mit der Erde sind. Doch für den Fall der Fälle will man vorbereitet sein. Neben dem sogenannten „kinetischen Impaktor“, der Raumsonde, die den Asteroiden rammt, gibt es auch weitere Theorien, wie man einen gefährlichen Asteroiden „entschärfen“ könnte. Die „Dart“-Mission gepaart mit der „Hera“-Mission der Esa, die erst in einigen Jahren zum Asteroiden Dimorphos starten soll, sollen der Wissenschaft wertvolle Informationen liefern. Weitere Details zur Mission und zur planetaren Verteidigung finden Sie in der Erstmeldung.

Nasa-Mission „Dart“ fliegt zu einem Asteroiden und soll ihn rammen

Erstmeldung vom 10.11.2021: Laurel/Frankfurt – Unzählige Asteroiden rasen durch das Sonnensystem, gelegentlich passiert es, dass ein Asteroid der Erde nahe kommt, manchmal wird er sogar erst nach seiner größten Annäherung an die Erde entdeckt. Weil Asteroiden eine Gefahr für unseren Heimatplaneten darstellen können – man denke nur an das Schicksal der Dinosaurier – gibt es mittlerweile zahlreiche Programme, um Asteroiden möglichst früh aufzuspüren und auf ihre Gefährlichkeit hin zu überprüfen.

Bisher sind der Forschung mehr als 27.300 „erdnahe Objekte“ (near-earth objects, NEOs) bekannt – gemeint sind damit Asteroiden oder Kometen, die sich bis auf mindestens 50 Millionen Kilometer an den Erdorbit annähern. Jede Woche kommen nach Angaben der US-Raumfahrtorganisation Nasa im Durchschnitt 30 neu entdeckte Asteroiden dazu. Doch was tun, wenn ein Asteroid entdeckt wird, der auf Kollisionskurs mit der Erde ist? Wenn ein Asteroid tatsächlich eines Tages einschlagen wird und so groß ist, dass er große Schäden anrichten wird? Auf diese Frage gibt es bisher nur theoretische Antworten – vom Beschuss mit Atombomben und den Umbau von Kommunikationssatelliten bis hin zu Gravitationstraktoren, die die Umlaufbahn des Asteroiden langsam verändern. Doch nun wollen die Nasa und ihr europäisches Pendant Esa eine Theorie in der Praxis erproben – und der Start der Mission steht unmittelbar bevor.

Die Nasa-Raumsonde „Dart“ nimmt Kurs auf den kleinen Asteroiden Dimorphos und wird auf ihm einschlagen. (Künstlerische Darstellung)

Nasa-Mission „Dart“ soll Asteroiden aus der Umlaufbahn schubsen

Die erste Mission, die eine Asteroiden-Abwehr in der Praxis testen soll, ist zweigeteilt. Der erste Teil der Mission wird von der Nasa gestemmt und soll am 24. November 2021 starten. Die Nasa-Raumsonde „Dart“, die von einer SpaceX-Rakete ins Weltall befördert wird, steuert den Doppel-Asteroiden Didymos an. Dieser stellt für die Erde keine Gefahr dar, hat sich aber als perfekter Kandidat für den Praxistest herausgestellt.

Didymos besteht eigentlich aus zwei Asteroiden: Der größere Asteroid Didymos (Durchmesser: 780 Meter) wird von dem kleineren Asteroiden Dimorphos (Durchmesser: 160 Meter) umkreist. Geplant ist, dass die Raumsonde „Dart“ auf dem kleineren Asteroiden einschlägt und damit die Umlaufbahn von Dimorphos verändert. Diese Methode wird „kinetischer Impaktor“ genannt. Bei der Nasa und dem Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University (JHUAPL), das die Raumsonde betreut, betont man, dass die „Dart“-Mission sehr sorgfältig erarbeitet wurde. Der Asteroid sei keine Gefahr für die Erde und werde auch durch den Test nicht zur Gefahr, heißt es. Bisher sei kein Asteroid mit einem Durchmesser von mehr als 140 Metern bekannt, der eine signifikante Wahrscheinlichkeit habe, die Erde in den kommenden 100 Jahren zu treffen – allerdings habe man Stand Oktober 2021 erst etwa 40 Prozent dieser Asteroiden entdeckt, so die Forschungsorganisationen weiter.

Die „Dart“-Mission der Nasa schickt eine Raumsonde zum Doppel-Asteroiden bestehend aus Didymos und Dimorphos. Während „Dart“ auf dem kleinen Asteroiden einschlägt, beobachten LICIACube und erdgebundene Teleskope die Auswirkungen.

Nasa-Sonde „Dart“ soll auf einem Asteroiden einschlagen und ihn ablenken

Im Herbst 2022 – geplant ist momentan ein Zeitpunkt zwischen dem 26. September und dem 1. Oktober 2022 – soll die Raumsonde „Dart“ auf dem Asteroiden einschlagen. Der Zeitpunkt wurde so gewählt, dass der Abstand zwischen der Erde und dem Doppel-Asteroiden möglichst klein ist – trotzdem ist Didymos dann noch etwa elf Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Teleskope in aller Welt werden den Asteroiden und seinen kleinen Begleiter im Herbst 2022 genau beobachten, um herauszufinden, welche Auswirkungen der Einschlag der „Dart“-Sonde hat. Geplant ist, dass sie die Umlaufzeit des kleinen Asteroiden Dimorphos um mehrere Minuten verkürzt. Außer den erdgebundenen Teleskopen wird auch ein kleiner Satellit, der vor dem Einschlag von „Dart“ freigesetzt wird, den Impakt beobachten. „LICIACube“ stammt aus Italien und wird Daten des Einschlags zur Erde schicken.

Asteroid Didymos im Fokus: Nasa-Sonde „Dart“ startet im November 2021

Der zweite Teil der Mission wird von der europäischen Raumfahrtorganisation Esa gestemmt. Die plant, eine eigene Raumsonde namens „Hera“ ebenfalls zum Doppel-Asteroiden Didymos zu schicken. Allerdings soll „Hera“ erst 2024 starten und die Asteroiden im Jahr 2026 erreichen – etwa vier Jahre nach dem Einschlag von „Dart“. Die Esa-Sonde soll die beiden Asteroiden dann genau untersuchen und sich auch den Krater, den „Dart“ hinterlassen hat, anschauen, um weitere Daten zum Erfolg des „kinetischen Impaktors“ zu sammeln.

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Die Nasa-Sonde „Dart“ und die Esa-Sonde „Hera“ arbeiten unabhängig voneinander, doch ihre Kombination soll das Wissen um die Asteroidenabwehr deutlich erhöhen, wie es bei der Nasa heißt. „Dart“ und „Hera“ gehören beide dem internationalen Zusammenschluss AIDA (Asteroid Impact an Deflection Assessment) an. Dort arbeiten Wissenschaftler:innen aus den Bereichen planetare Verteidigung und Asteroiden-Wissenschaften zusammen und werden auch gemeinsam die Daten der „Dart“-Mission auswerten. (tab)

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