1. Startseite
  2. Wissen

Wer wird die vierte Nation auf dem Mond? Japanisch-emiratische Mission in den Startlöchern

Erstellt:

Von: Tanja Banner

Kommentare

Welche Nation wird als Nächstes auf dem Mond landen? Gut im Rennen sind Japan und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Welche Nation wird als Nächstes auf dem Mond landen? Gut im Rennen sind Japan und die Vereinigten Arabischen Emirate. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Eine japanisch-emiratische Mission soll einen Lander und einen Rover auf den Mond befördern. Doch eine Mission mit Nasa-Beteiligung könnte schneller sein.

Frankfurt – Blickt man zum Himmel, scheint der Mond ganz nah zu sein – „nur“ 384.400 Kilometer trennen ihn im Schnitt von der Erde, während die durchschnittliche Entfernung zwischen Erde und Mars 70 Millionen Kilometer beträgt. Trotzdem sind auf dem Mars zahlreiche Rover aktiv, während auf dem Mond kaum robotisch geforscht wird. Obwohl der Mond so nah scheint, ist erst drei Nationen (den USA, der ehemaligen Sowjetunion und China) eine weiche Landung auf dem Erdtrabanten gelungen, Menschen hat bisher nur ein Land auf den Mond befördert: die USA.

Gleich mehrere Nationen haben bereits versucht, robotische Forscher auf dem Mond zu landen, doch sowohl Israel als auch Indien sind mit ihren Missionen zuletzt gescheitert. Nun gibt es jedoch neue Versuche, sich als vierte Nation, die auf dem Mond gelandet ist, in die Geschichtsbücher einzutragen. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die 2020/2021 mit dem geglückten Versuch, einen Orbiter in eine Mars-Umlaufbahn zu bringen, für Aufsehen gesorgt hatten, wollen noch im November einen kleinen Rover zum Mond schicken.

Vereinigte Arabische Emirate und Japan wollen auf dem Mond landen

An Bord einer „Falcon 9“-Rakete von SpaceX soll der etwa 53x53 Zentimeter große Rover „Rashid 1“ auf den Weg zum Mond gebracht werden. Die Landung ist für März 2023 in einer Region namens Lacus Somniorum („See der Träume“) geplant. Gelingt die Landung des etwa zehn Kilogramm leichten Geräts, wäre er der kleinste Rover, der bisher auf dem Mond gelandet ist. Der solarbetriebene Rover soll unter anderem hochauflösende Kameras, eine Wärmebildkamera sowie einen mikroskopischen Bildgeber mit dabei haben. Geplant ist, dass der Rover einen Mond-Tag lang funktioniert – das sind etwa 14 Erdentage.

Das japanische Unternehmen ispace ist für die Landung des Rovers verantwortlich und steuert im Auftrag der Emirate den Lander „Hakuto-R“ bei. „Das ist eine historische Mission“, betont deshalb auch der ispace-Chef Jumpei Nozaki gegenüber Space.com. „Es gibt nicht viele privat finanzierte Unternehmen, die diese Art von Missionen machen. Deshalb denke ich, dass es sehr wichtig ist zu beweisen, dass eine private Firma das kann.“

Nächste Mondlandung: Eine emiratisch-japanische Mission fliegt mit SpaceX

Bei der japanisch-emiratischen Mission handelt es sich um ein sogenanntes „proof of concept“: Die Mission soll zeigen, dass die Technologie funktioniert, außerdem möchte das Unternehmen ispace darauf aufmerksam machen, welchen Service es anbietet. Doch „Hakuto-R“ könnte möglicherweise nicht der erste japanische Lander auf dem Mond sein: An Bord der Nasa-Rakete „Space Launch System“, die noch im September erstmals Richtung Mond starten soll, befindet sich ein japanischer Lander, der eine kontrollierte Landung auf dem Mond unternehmen soll. Gelingt der Start wie geplant noch im September oder Oktober 2022, dürfte dieser Lander schneller am Ziel sein als „Hakuto-R“ und der Rover „Rashid 1“.

Für dessen Nachfolger, „Rashid 2“, gibt es derweil auch schon ein Startdatum: Der emiratische Rover soll 2026 mit der chinesischen Mission „Chang‘e 7“ zum Südpol des Mondes fliegen, wie die Vereinigten Arabischen Emirate und China kürzlich bekannt gegeben haben. China gehört mittlerweile zu den großen Raumfahrt-Nationen: Das Land hat nicht nur einen Rover auf der Rückseite des Mondes abgesetzt, es betreibt unter anderem auch einen Rover auf dem Mars und hat auch sonst große Pläne. Unter anderem ist eine Mond-Forschungsstation gemeinsam mit Russland geplant, eine eigene Raumstation ist derzeit in Arbeit und weitere Mond-Missionen sind geplant. (tab)

Auch interessant

Kommentare