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Auf einem Bildschirm im Planetarium in der israelischen Stadt Netanya wird eine Animation der Mondlandung gezeigt.

„Beresheet 2“

Israelisches Unternehmen will Mondlandung im zweiten Anlauf schaffen

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Israels Traum von der Mondlandung endet mit einer Bruchlandung. Doch es wird einen zweiten Versuch geben: „Beresheet 2“.

Aktualisierung vom 14.4.: Es sind erst wenige Tage vergangen seit dem Scheitern der ersten israelischen Mondlandung. Doch die Non-Profit-Organisation SpaceIL, die hinter der Raumsonde „Beresheet“ steckt, will nicht aufgeben und plant bereits eine zweite Mission zum Mond. Der wichtigste Sponsor und Präsident von SpaceIL, der Milliardär Morris Kahn, erklärte in einem Video auf Facebook, dass es die Mission „Beresheet 2“ geben werde. Es habe große internationale Unterstützung für das Projekt gegeben, daher habe er sich für das neue Projekt entschieden. „Wir haben es begonnen und ich hoffe, dass wir es auch zu Ende führen werden“, sagte Kahn und meinte damit die Mondlandung.

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Raumsonde „Beresheet“ bei Landeversuch abgestürzt

Raumfahrt ist ein schwieriges Geschäft. Das erlebten die Raumfahrt-Nationen USA und Russland zu Beginn ihrer Bemühungen in den 1950er und 1960er Jahren mit zahlreichen Fehlschlägen. Auch die private Raumfahrt bekommt immer wieder Rückschläge zu spüren. Am späten Donnerstagabend hat es SpaceIL getroffen. Das private israelische Non-Profit-Unternehmen hatte vor, die Raumsonde „Beresheet“ auf dem Mond landen zu lassen – es sollte die erste private Mondlandung werden und Israel zur vierten Nation machen, der überhaupt eine Mondlandung glückte. Doch am Ende ist die Sonde ist beim Landeversuch abgestürzt.

Selfie mit Mond: „Beresheet“ fotografiert sich, die israelische Flagge und den Mond - kurze Zeit später ist die Sonde abgestürzt.

Zuerst verlief der Landevorgang, der live im Internet übertragen wurde, genau nach Plan, doch nach einigen Minuten konnte man eine Nervosität im Kontrollzentrum spüren. Zuerst gab es Triebwerksprobleme, dann war keine Kommunikation mehr möglich mit der etwa waschmaschinengroßen Sonde, die unter anderem eine israelische Flagge und kleinere Experimente an Bord hatte. Kurze Zeit später teilten die Verantwortlichen mit: die Sonde, von der sie sich einen „Apollo-Effekt“ für Israel erhofft hatten, war auf dem Mond zerschellt. Nach Angaben aus Israel war ein wichtiger Motor beim Landemanöver ausgefallen.

Der israelische Milliardär Morris Kahn, der rund 40 Millionen US-Dollar in die Mission gesteckt hat, sprach trotzdem von einer „enormen“ Leistung und sagte: „Ich denke, wir können stolz sein“. Ein Mitarbeiter scherzte später: „Wir sind das siebte Land, das den Mond umrundet hat und das vierte, das seine Oberfläche erreichte“.

Auch wenn die Mission kein kompletter Erfolg war, bleibt von ihr doch etwas zurück: Das Wissen, wie man eine Sonde in eine Umlaufbahn um den Mond schickt. Und Bilder, die „Beresheet“ zur Erde schickte. Eines davon, entstanden in etwa 22 Kilometern Höhe über dem Mond, zeigt einen Teil der Raumsonde und die israelische Flagge vor dem Mond mit dem Satz „Small country, big dreams“.

Israel wird wohl weiter davon träumen: „Wenn man es beim ersten Mal nicht schafft, versucht man es nochmal“, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach der Bruchlandung. So wie die USA und die ehemalige Sowjetunion: Am Ende waren es die Sowjets, denen die erste weiche Landung gelang. Die USA waren bisher die einzigen, die Astronauten zum Mond brachten.

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