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Weltall: Kanada will Verbrechen auf dem Mond verfolgen

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Von: Andreas Apetz

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Auf dem Mond soll in Zukunft auch das kanadische Strafrecht gelten
Auf dem Mond soll in Zukunft auch das kanadische Strafrecht gelten. (Symbolfoto) © Boris Roessler/dpa

Kanada will in den kommenden Jahren das eigene Strafgesetzbuch auch auf der Mondoberfläche rechtskräftig machen.

Ottawa – Was passiert, wenn Astronautinnen und Astronauten im Weltall gegen das Gesetz verstoßen? Diese Frage hat Kanada nun für sich beantwortet. Am Donnerstag (28.04.2022) verabschiedete das kanadische Parlament einen Entwurf zur Anpassung des Strafgesetzes, welcher die Verfolgung von Verbrechen auf dem Mond ermöglichen soll.

Verbrechen im Weltall: Strafverfolgung bisher nur auf Raumstation

Laut Stephan Hobe, Direktor des Instituts für Luftrecht, Weltraumrecht und Cyberrecht an der Universität Köln, ist Kanada das erste Land, welches die Rechtslage auf dem Erdtrabanten klar definiert. „Der Vorstoß von Kanada zielt darauf ab, dass auf dem Mond kanadisches Recht gelten soll, wenn Opfer oder Täter Kanadier sind oder wenn es einen Bezug zu einem Projekt gibt, an dem Kanada beteiligt ist“.

Die Gesetzesänderung soll wohl im Hinblick auf eine kanadische Mondmission im Jahr 2024 vorgenommen werden. Bislang galt kanadisches Strafrecht nur bei Gesetzesverstößen von einheimischen Raumfahrenden auf der Internationalen Raumstation ISS. 2026 soll zudem eine weitere Raumstation den Mond umkreisen. Das Projekt wird federführend von der US-Raumfahrtagentur Nasa vorangetrieben. Kanada, Japan und die Europäische Weltraumagentur (ESA) sind daran beteiligt.

Gesetzeslage auf dem Mond: Was galt bisher?

Die Gesetzesänderung Kanadas könnte vermuten lassen, dass die Mondoberfläche bislang als rechtsfreier Raum galt. Dies sei jedoch nicht richtig, sagt Stphan Hobe. Er erklärt, der Mond sei ein „internationaler Gemeinschaftsraum“, ähnlich wie auf hoher See.

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„Auf dem Mond gelten bestimmte Grundregeln, die im UN-Weltraumrecht geregelt sind. Das Strafrecht kommt darin aber nicht vor“, so Hobe. Alle Personen im Weltall würden allerdings „vereinfacht gesagt ihr nationales Recht mit in den Weltraum“ nehmen. Mit den aktuellen Beschlüssen wolle Kanada nur noch einmal festhalten, was bereits „klipp und klar“ sei.

Im Jahr 2022 liegt der Mond besonders im Fokus der Raumfahrt. Bei zahlreiche Missionen sollen der Trabant genauer untersucht werden. (aa mit dpa/afp)

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