Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Mond ist der treue Begleiter der Erde im Weltall – und ein begehrtes Forschungsobjekt.
+
Der Mond ist der treue Begleiter der Erde im Weltall – und ein begehrtes Forschungsobjekt.

Erdtrabant

Der Mond: Zuverlässiger Begleiter der Erde und faszinierendes Beobachtungsobjekt

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
    schließen

Der Mond umkreist die Erde und sorgt dafür, dass sie stabil bleibt. Der Erdtrabant ist nicht nur ein faszinierendes Beobachtungsobjekt, sondern auch ein Ziel der Raumfahrt.

Der Mond begleitet die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne und ist ihr einziger von der Erde aus sichtbarer natürlicher Satellit. Der Erdmond, wie er auch genannt wird, um eine Verwechslung mit den Monden anderer Planeten auszuschließen, ist der fünftgrößte Mond im Sonnensystem und hat eine Größe von etwas mehr als einem Viertel des Erddurchmessers.

Fast jede Nacht ist der Mond am Himmel zu entdecken, dabei verändert er seine Form. Dieses Phänomen der Mondphasen hängt damit zusammen, dass der Mond nicht selbst leuchtet, sondern nur das Licht der Sonne reflektiert. Die Sonne strahlt den Mond täglich aus einer etwas anderen Position aus an – so wandelt sich der Mond regelmäßig von der schmalen Sichel bis hin zum Vollmond und zurück zum unsichtbaren Neumond. Ein Mondzyklus dauert genau 29,53 Tage (29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten). Hier finden Sie den Mondkalender für das Jahr 2022.

Der Mond kreist in gebundener Rotation um die Erde

Der Mond ist im Durchschnitt 384.400 Kilometer von der Erde entfernt. Die Umlaufbahn des Mondes schwankt dabei jedoch etwas, sodass der Mond sich der Erde auf bis zu 356.400 Kilometer annähern oder sich bis auf 406.700 Kilometer entfernen kann. Der Erdtrabant hat einen Durchmesser von 3474 Kilometern, auf seiner Oberfläche herrschen extreme Temperaturen: Weil keine richtige Atmosphäre vorhanden ist, die vor der Hitze der Sonne und der Kälte des Weltalls schützt, wird es auf der Tagseite des Mondes bis zu 130 Grad Celsius heiß, auf der Nachtseite fallen die Temperaturen dagegen auf bis zu -160 Grad Celsius.

Tag und Nacht gibt es auf dem Mond, allerdings sind sie nicht vergleichbar mit den Äquivalenten auf der Erde: Ein Mondtag und eine Mondnacht dauern jeweils 14 Tage – in dieser Zeit ist es entweder komplett hell oder dunkel. Der Erdmond befindet sich in einer sogenannten „gebundenen Rotation“: Pro Umlauf um die Erde dreht er sich einmal um die eigene Achse – auf der Erde hat das den Effekt, dass der Mond dem Betrachtenden immer die gleiche Seite zeigt.

Der Mond – Steckbrief des Erdtrabanten

Entfernung zur Erde384.400 Kilometer
Durchmesser3474 Kilometer
maximale Temperatur130 Grad Celsius
minimale Temperatur-160 Grad Celsius
Mondtag14 Erdentage
Mondnacht14 Erdentage
Dauer eines Mondzyklus29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten
besondere Merkmalegebundene Rotation, Mondphasen

Mond: Wie der Satellit der Erde entstanden ist

Zur Entstehung des Mondes gibt es ein weithin anerkanntes Modell: Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren kollidierte der Protoplanet Theia (etwa so groß wie der Mars) mit der Protoerde. Die dabei in die Erdumlaufbahn geschleuderte Materie, die hauptsächlich aus Erdkruste und dem Äußeren von Theia bestand, formte dort im Laufe der Zeit den Mond. Simulationen gehen davon aus, dass der Mond in einer Höhe zwischen 20.000 und 30.000 Kilometern über der Erde entstand, die aktuelle Forschung zeigt, dass der Mond etwa 30 bis 50 Millionen Jahre nach der Entstehung des Sonnensystems entstanden ist.

Der Mond ist ein sehr trockener, staubiger Himmelskörper, doch Forschende konnten in den vergangenen Jahren Wasser auf dem Erdtrabanten nachweisen. In den Kratern in den Polregionen des Mondes wurden Hinweise auf Wassereis gefunden. Auch in den Gesteinsproben, die die „Apollo“-Missionen der US-Raumfahrtorganisation Nasa zur Erde brachten, wurde bei Untersuchungen auf der Erde eine geringe Menge Wasser entdeckt. Auch auf der sonnenbeschienenen Seite des Mondes wurde mittlerweile Wasser gefunden.

Die Erforschung des Mondes: Von der ersten Mondlandung zu künftigen Missionen

Der Mond ist nach der Sonne das größte und auffälligste Objekt an unserem Himmel. Deshalb wurde er schon früh genau beobachtet. In manchen Kulturkreisen wurde der Mond als Taktgeber benutzt, die Länge eines Monats richtete sich nach der Länge eines Mondzyklus. Auch Sonnen- und Mondfinsternisse, an denen der Mond immer beteiligt ist, wurden beobachtet und natürlich wurde schon früh über das vermeintliche Gesicht, das auf dem Mond zu erkennen ist, spekuliert. Mit der Erfindung von Fernrohren und Teleskopen wurde der Mond noch genauer unter die Lupe genommen.

In den Jahren ab 1959 begann dann die Erforschung des Mondes mit Raumsonden. Zuerst flog die sowjetische Raumsonde „Luna 1“ in 6000 Kilometern Entfernung am Mond vorbei, „Luna 2“ schlug als erste Sonde gezielt auf dem Erdtrabanten auf. „Luna 3“ lieferte erste Bilder von der Rückseite des Mondes, die von der Erde aus aufgrund der gebundenen Rotation nie zu sehen ist. Die sowjetische Sonde „Luna 9“ landete erstmals weich auf dem Mond (1966).

Ein Mondzyklus dauert genau 29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten. Dabei durchläuft der Mond alle Phasen vom schmalen Sichelmond zum Vollmond und zurück zum Neumond.

Erste Mondlandung: Nasa brachte mit „Apollo 11“ die ersten Menschen auf den Mond

Drei Jahre später, im Juli 1969 folgte – nach einem erbitterten „Space Race“ zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion – die erste Mondlandung, bei der die US-Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen den Mond betraten. Bereits im Dezember zuvor waren mit „Apollo 8“ erstmals Menschen um den Mond gekreist. Insgesamt landeten sechs „Apollo“-Missionen der Nasa auf dem Mond, zwölf Astronauten betraten den Erdtrabanten bis 1972 und brachten mehrere hundert Kilogramm Mondgestein mit zur Erde, das bis heute noch untersucht wird.

Erforschung des Mondes: Nasa will wieder mit Menschen auf dem Mond landen

Nach dem Ende des „Apollo“-Programms der Nasa war der Mond lange Jahre für die Forschung eher uninteressant. Erst in den 2000er Jahren begann die Forschung wieder an Fahrt aufzunehmen. Mehrere Nationen schickten Orbiter zum Mond. 2013 gelang China erstmals die Landung eines Rovers auf dem Mond – bis dato hatte nur die ehemalige Sowjetunion Rover auf dem Mond im Einsatz. Mittlerweile hat China sein Mond-Engagement deutlich ausgeweitet: Unter anderem wurde ein Rover auf der Rückseite des Mondes abgesetzt, außerdem hat eine weitere Mission Mondgestein zur Erde geholt. In Zukunft will China gemeinsam mit Russland eine Mondstation bauen.

Was tut sich am Himmel, in der Astronomie, Raumfahrt und der Weltraumforschung? Abonnieren Sie den kostenlosen FR-Newsletter, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Auch die Nasa hat das Interesse am Mond wiedergewonnen: 2024 sollen das nächste Mal Menschen auf dem Mond landen, darunter erstmals auch eine Frau, hieß es während der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. Mittlerweile hat die Biden-Regierung dieses Ziel weiter in die Zukunft verschoben, frühestens 2025 sollen nun wieder Astronaut:innen auf dem Mond landen. Fest steht jedoch bereits, womit sie landen sollen: Mit einem „Starship“ von SpaceX, das Unternehmensgründer Elon Musk in Zukunft auch nutzen will, um den Mars zu kolonisieren. In den Jahren ab 2022 sollen jedoch zunächst private Mondmissionen im Auftrag der Nasa erfolgen, um die künftige Monderforschung zu testen.

Mond-Phänomene: Mondfinsternis, Sonnenfinsternis und Supermond

Der Mond ist nicht nur schön anzuschauen, für die Forschung spannend und wichtig für das Leben auf der Erde – er ist auch an einigen Himmelsphänomenen beteiligt:

  • Bei einer Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Mond auf einer Linie, der Vollmond durchquert den Schatten, den die Erde in den Weltraum wirft. Dieses Ereignis funktioniert nur bei Vollmond und ist überall dort zu sehen, wo der Mond während der Schattendurchquerung am Himmel steht.
  • Auch bei einer Sonnenfinsternis ist der Mond beteiligt. Sonne, Mond und Erde müssen dieses Mal auf einer Linie stehen. Der Schatten des Mondes streicht über die Erde, der Mond schiebt sich für einige Zeit vor die Sonne – eine Sonnenfinsternis entsteht. Dieses Ereignis geschieht jedoch nur bei Neumond und kann überall dort beobachtet werden, wo die Sonne am Himmel steht.
  • Ein Supermond ist ein Phänomen, das eigentlich reine Definitionssache ist. Gemeint ist damit ein Vollmond, der sich der Erde auf mindestens 367.600 Kilometer nähert. Das schafft der Mond mindestens vier Mal im Jahr. Die Definition stammt eigentlich aus der Astrologie.

Ohne den Mond wäre die Erde ganz anders

Der Mond übt großen Einfluss auf die Erde aus – und zwar über die Gezeiteneffekte Ebbe und Flut hinaus. Beispielsweise stabilisiert der Mond das Klima auf der Erde und sorgt für Jahreszeiten. Ohne den Mond könnte die Erdachse stärker schwanken, auf der Erde könnte es wie auf dem Planeten Uranus sein: Dort ist ein halbes Jahr die Nordhalbkugel der Sonne zugewandt, ein halbes Jahr die Südhalbkugel. Das Klima wäre deutlich extremer. Der Mond hat Forschern zufolge möglicherweise auch dazu beigetragen, dass einst Leben auf der Erde entstehen konnte. (tab)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare