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„Apollo“-Programm der Nasa: Vor 50 Jahren verließen die letzten Menschen den Mond

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Von: Tanja Banner

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Nasa-Astronaut Eugene Cernan erkundet mit dem Lunar Roving Vehicle den Mond. (Archivbild)
Nasa-Astronaut Eugene Cernan erkundet mit dem Lunar Roving Vehicle den Mond. (Archivbild) © Imago/Nasa/Legacy Collection

Im Dezember 1972 haben die letzten Menschen den Mond besucht. 50 Jahre später ist die Nasa auf dem Weg zurück zum Erdtrabanten.

Washington D.C. – Als eine der bis heute größten Leistungen der US-Raumfahrtorganisation Nasa gilt die erste Mondlandung, die ersten Worte, die Neil Armstrong dabei aussprach, sind bis heute unvergessen. Doch nach sechs Mondlandungen, bei denen insgesamt 12 Astronauten den Erdtrabanten betraten, wurde das „Apollo“-Programm der Nasa aus politischen und finanziellen Gründen sang- und klanglos beendet.

Die letzten Worte auf dem Mond wurden am 14. Dezember 1972 vom „Apollo 17“-Astronauten Eugene Cernan im Taurus-Littrow-Tal auf dem Mond ausgesprochen. „Wir gehen, wie wir gekommen sind, und so Gott will, werden wir zurückkehren, mit Frieden und Hoffnung für die ganze Menschheit.“ Bis heute sind Cernans Abschiedsworte nicht eingelöst, nach ihm und seinem Astronauten-Kollegen Harrison Schmitt hat kein Mensch mehr den Mond betreten.

Vor 50 Jahren waren die letzten Menschen auf dem Mond

„Apollo 17“ war in vielerlei Hinsicht eine besondere Mond-Mission: Erstmals startete die riesige „Saturn V“-Rakete nachts, um die Raumfahrer auf den Weg zum Mond zu bringen. Zum ersten Mal war kein Testpilot an Bord, stattdessen landete mit Harrison Schmitt erstmals ein Wissenschaftsastronaut auf dem Mond. „Apollo 17“ im Jahr 1972 war der letzte Flug von Menschen über eine erdnahe Umlaufbahn hinaus. Seitdem fliegen Menschen nicht weiter als bis zur Internationalen Raumstation (ISS), die in einer Höhe von etwa 400 Kilometern um die Erde kreist.

Die Mission brach gleich mehrere Rekorde: Die Astronauten hatten mit drei Tagen, zwei Stunden und 59 Minuten den bisher längsten Aufenthalt auf dem Mond und brachten die größte Mondprobe mit zurück zur Erde. Außerdem verbrachten die drei Astronauten – das Trio wurde komplettiert durch Ron Evans – die längste Zeit in der Mondumlaufbahn, bevor sie zur Erde zurückkehrten.

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Nasa hat Weltraummissionen zum Mond und Mars geplant

In den Jahren nach der Einstellung des „Apollo“-Programms widmete sich die Nasa der Raumfahrt im erdnahen Orbit. Das Space Shuttle als wiederverwertbares Raumschiff wurde eingeführt und half unter anderem dabei, die ISS im Erdorbit aufzubauen. In den vergangenen Jahren wurde das Zeitalter der kommerziellen Raumfahrt mit Raketen und Raumschiffen von Unternehmen wie SpaceX eingeläutet. Weltraumtouristen wurden von Unternehmen wie Blue Origin oder Virgin Galactic ins All gebracht.

Apollo 17
Start:7. Dezember 1972
Landung auf dem Mond:11. Dezember 1972
Start vom Mond:14. Dezember 1972
Landung auf der Erde:19. Dezember 1972

Doch in den vergangenen Jahren ist in der Raumfahrt der Hunger auf Weltraummissionen in weiter entfernte Regionen wieder erwacht. Unter US-Präsident Barack Obama machte sich die Nasa den Mars zum Ziel – die Begründung Obamas: „Wir waren schon auf dem Mond“. Unter US-Präsident Donald Trump wurde aus dem ambitionierten Mars-Programm der Plan, erst wieder Menschen auf den Mond zu bringen, bevor man von dort zum Mars weiterreist. Geplant ist derzeit, frühestens 2025 die erste Frau und den ersten Menschen nicht-weißer Hautfarbe auf dem Erdtrabanten landen zu lassen. Eine Raumstation im Mondorbit soll die Pläne unterstützen.

Nasa macht den ersten großen Schritt zurück zum Mond

Den ersten Schritt zurück zum Mond hat die Nasa nur Monate vor dem 50. Jahrestag der letzten Mondlandung gemacht: Am 16. November 2022 wurde die Crew-Kapsel „Orion“ von der neuen Nasa-Rakete SLS ins Weltall geschickt. Die Kapsel umkreiste den Mond und kam der Oberfläche bis auf 80 Kilometer nah. Im nächsten Schritt sollen mit einer weiteren „Orion“-Kapsel Astronautinnen und Astronauten den Mond umrunden, bevor bei der Folgemission die erste Mondlandung seit 1972 stattfinden soll.

Auf dem Mond sollen Techniken zum Leben im Weltraum – unter anderem die Verwendung vorhandener Materialien – erprobt werden, bevor es im nächsten Schritt weiter hinaus ins Weltall gehen soll: zum Mars. „Apollo“-Astronaut Eugene Cernan wird nicht mehr mitbekommen, dass die Nasa bald seine Prophezeiung in die Tat umsetzt und die Menschheit wahrscheinlich bald auf den Mond zurückkehren. Der frühere Astronaut ist 2017 gestorben. (tab)

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