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Forschende wollen Pflanzen auf dem Mond züchten – um Erkenntnisse für die Erde zu sammeln

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Von: Tanja Banner

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2025 wollen australische Forschende auf dem Mond Pflanzen wachsen lassen. (Symbolbild)
2025 wollen australische Forschende auf dem Mond Pflanzen wachsen lassen. (Symbolbild) © George Christophorou/dpa

Können Pflanzen auf dem Mond gedeihen? Das wollen australische Forschende herausfinden. In erster Linie geht es bei der Mission aber um die Erde.

Canberra – Australische Forscherinnen und Forscher wollen in Zukunft Pflanzen auf dem Mond züchten. Das Projekt des australischen Start-ups Lunaria One soll im Jahr 2025 mit der israelischen Mission „Beresheet 2“ zum Mond fliegen und auf der Oberfläche des Erdtrabanten landen. In den ersten 72 Stunden nach der Landung sollen die Pflanzen im Raumschiff bewässert werden und in diesem Zeitraum Daten und Bilder zur Erde geschickt werden.

Auf den ersten Blick handelt es sich bei der geplanten Mission namens Australian Lunar Experiment Promoting Horticulture (ALEPH) um ein Experiment, das auf die künftige Besiedelung des Weltalls hinarbeitet: Die Forschenden wollen herausfinden, „ob Pflanzen die Mondoberfläche nicht nur ertragen, sondern dort auch gedeihen können“, wie es in einer Mitteilung der Australian National University (ANU) in der australischen Hauptstadt Canberra heißt. Unter anderem ist ANU-Professorin Caitlin Byrt an dem Projekt beteiligt. „Der Weltraum ist ein außergewöhnliches Testfeld für die Vermehrung von Pflanzen in extremsten Umgebungen“, betont die Fachfrau von der ANU Research School of Biology.

Australisches Projekt: Wachsen Pflanzen auf dem Mond?

Doch tatsächlich geht es den Forschenden nicht nur um den Mond: „Wenn man ein System für den Anbau von Pflanzen auf dem Mond entwickeln kann, dann kann man auch ein System für den Anbau von Lebensmitteln in einigen der schwierigsten Umgebungen auf der Erde entwickeln“, erklärt Byrt und fährt fort: „Dieses Projekt ist wichtig für die Entwicklung von Vermehrungssystemen, die für die Herausforderungen hier auf der Erde relevant sind.“

Die Forscherin denkt dabei unter anderem an den Klimawandel: „Die extremen Bedingungen, mit denen die Erde aufgrund des Klimawandels konfrontiert ist, stellen uns vor die Herausforderung, wie wir die Ernährungssicherheit in Zukunft gewährleisten können.“ Aus dem Mond-Projekt könnte beispielsweise ein System entwickelt werden, das dabei hilft, nach Natur- oder Klimakatastrophen schnell Pflanzen zu vermehren, so die Wissenschaftlerin.

Mond-Mission soll auch gegen Klimawandel auf der Erde helfen

Welche Pflanzen künftig auf dem Mond wachsen sollen, ist noch nicht ganz entschieden. Eine der Pflanzen, die in der engeren Auswahl ist, ist die in Australien beheimatete Pflanze Tripogon loliiformis. Sie trägt den Spitznamen „Auferstehungsgras“, weil sie harte Bedingungen ertragen und monatelang ohne Wasser überleben kann. „Selbst nachdem es mehr als 95 Prozent seines relativen Wassergehalts verloren hat, bleibt das tot aussehende Gras lebendig und das bereits vorhandene Gewebe gedeiht, wenn es mit Wasser versorgt wird“, erklärt Brett Williams, Pflanzenbiologe an der Queensland University of Technology.

Die Eigenschaften des „Auferstehungsgrases“ kommen der geplanten Mondmission entgegen: „Die Samen und Auferstehungspflanzen können in einem dehydrierten Ruhezustand überleben und werden in einer hermetisch verschlossenen Kammer auf der Mondlandefähre transportiert, wo sie hoffentlich keimen und bei Bewässerung reaktiviert werden“, so Williams. 

Israels „Beresheet 2“-Mission soll Pflanzen auf den Mond bringen

Mit den Daten der Mond-Pflanzen wollen nicht nur die beteiligten Forschenden arbeiten, auch Bürgerwissenschaftler:innen und Schulkinder sollen an der Mission teilhaben und mit den Daten Forschung betreiben. Lauren Fell von der Queensland University of Technology ist ebenfalls an der Mond-Mission beteiligt und erklärt: „Der Schlüssel zu dieser Mission liegt darin, die Menschen einzubeziehen und ihnen ein Mitspracherecht zu geben.“ Das Projekt ziele darauf ab, „die Wissenschaft und die Technik, die hinter der Entwicklung von Leben auf dem Mond stehen, so zu öffnen, dass jeder daran teilhaben kann“, so Fell weiter. Australien ist nicht das erste Land, das Pflanzen auf dem Mond züchten will: China hat das bereits getan.

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Da bleibt nur noch eins zu hoffen: Dass die israelische Mond-Mission „Beresheet 2“ es heil auf die Oberfläche des Mondes schafft. Der ersten israelischen Mission „Beresheet 1“ ist bei ihrem Landeversuch auf dem Mond abgestürzt und hat dabei mutmaßlich Bärtierchen auf den Mond gebracht. (tab)

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