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Schon lange wurde auf dem Mond nicht mehr geforscht – doch das ändert sich: Ab 2022 beginnt der Ansturm, gefördert von der Nasa.
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Schon lange wurde auf dem Mond nicht mehr geforscht – doch das ändert sich: Ab 2022 beginnt der Ansturm, gefördert von der Nasa.

Raumfahrt

Nasa fördert private Missionen zum Mond – „Wie im Wilden Westen“

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Lange wurde auf dem Mond nicht mehr geforscht – doch das soll sich ändern. Die Nasa unterstützt private Missionen zum Mond und will davon auch selbst profitieren.

Frankfurt – Der Mond ist der Himmelskörper, der der Erde am nächsten ist und der einzige Himmelskörper jenseits der Erde, den Menschen bisher betreten haben. Trotzdem war er für viele Jahre aus dem Fokus der Raumfahrt verschwunden, lange Zeit gab es keine Raumfahrt-Missionen, die dorthin aufbrachen – die US-Raumfahrtorganisation Nasa selbst hat seit mehr als 50 Jahren nicht mehr direkt auf der Mondoberfläche geforscht.

Das soll sich nun ändern: Das Commercial Lunar Payload Services Program (CLPS) der Nasa bezahlt private Unternehmen dafür, wissenschaftliche Instrumente und Rover zum Mond zu transportieren. Insgesamt stehen in dem Programm 2,6 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, im Jahr 2022 sollen die ersten Missionen starten. Mindestens zwei CLPS-Raumsonden pro Jahr sollen dann auf dem Mond landen, hofft man bei der Nasa. Geplant sind insgesamt zehn Missionen.

Missionen zum Mond: Nasa fördert private Unternehmen

Noch ist keine einzige dieser geplanten Mond-Missionen gestartet, doch die Wissenschaft spürt bereits die Auswirkungen. „Es fühlt sich wie der Wilde Westen an, es ist schlank, sparsam und günstig“, erklärt der Weltraumforscher Stuart Bale gegenüber dem Magazin Science. Kein Wunder: Durch die Mitwirkung der privaten Unternehmen geht die Entwicklung schneller, weniger ausgereifte Instrumente können innerhalb weniger Jahre zum Einsatz kommen – während reine Nasa-Missionen meist sehr viel länger dauern können und die Finanzierung immer auch von der US-Politik abhängig ist.

Der „Peregrine Lander“ von Astrobotic auf der Mondoberfläche (künstlerische Darstellung).

Die CLPS-Mission, die als erste zum Mond aufbrechen könnte, stammt vom Unternehmen Astrobotic. Dessen „Peregrine Lander“ könnte im Jahr 2022 die erste amerikanische Mondlandung seit der letzten „Apollo“-Mission im Jahr 1972 gelingen. Der Lander soll bei seinem ersten Einsatz 90 Kilogramm Fracht – darunter mehrere kleine Rover – zum Mond transportieren und dann dort bleiben. Später sollen weitere „Peregrine Lander“ zum Einsatz kommen, die dann auch mehr Gewicht transportieren sollen.

Raumfahrt: Private Flotte bricht zum Mond auf – Nasa finanziert mehrere Mond-Lander

Ebenfalls 2022 soll auch der Lander „Nova-C“ von Intuitive Machines zum Mond fliegen. Möglicherweise wird diese Mission den „Peregrine Lander“ überholen und zuerst aufbrechen – während Astrobotic auf den Jungfernflug der neuen „Vulcan Centaur“-Rakete der United Launch Alliance wartet, hat sich Intuitive Machines für eine „Falcon 9“-Rakete von SpaceX entschieden, die bereits seit Jahren zuverlässig im Einsatz ist.

An Bord des „Nova-C“-Landers sollen mehrere wissenschaftliche Instrumente sein, außerdem ein kleiner Rover und zwei Cubesats. Zwei weitere Missionen von „Nova-C“-Landern sind für die darauffolgenden Jahre geplant.

Geplante Mond-Missionen im CLPS-Programm der Nasa:

Peregrine Lander (Astrobotic)Start 2022
Nova-C Lander (Intuitive Machines)Start 2022
Nova-C Lander PRIME-1 (Intuitive Machines)Start 2022
Xelene Lander (Masten Space Systems)Start 2023
Blue Ghost Lander (Firefly Aerospace)Start 2023
Griffin Lander VIPER (Astrobotic)Start 2023
2 Missionen - noch nicht vergebenStart 2024
2 Missionen - noch nicht vergebenStart 2024

Raumfahrt: Nasa schickt 2023 ihren ersten Rover auf den Mond

Im Jahr 2023 soll ein weiterer Mond-Lander von Astrobotic, der größere „Griffin“, einen großen Nasa-Rover auf den Mond befördern. „VIPER“ (Volatiles Investigating Polar Exploration Rover) soll am Südpol des Mondes nach Wasser auf und unter der Oberfläche suchen. Die Südpol-Region wurde bisher nicht vor Ort untersucht, es wurde dort jedoch durch Beobachtungen aus dem Orbit und von der Erde aus Wassereis gefunden. „Der Rover wird uns genau zeigen, wo es die höchsten Wasserkonzentrationen gibt und wie tief unter der Oberfläche sich das Wasser befindet“, erklärte Anthony Colaprete, „VIPER“-Projektwissenschaftler, bei der Vorstellung des Projekts. Für den Start des Rovers setzen Astrobotic und die Nasa auf eine Schwerlastrakete von SpaceX.

Auch wenn die Nasa häufig in einem Atemzug mit dem Begriff „Mondlandung“ erwähnt wird: „VIPER“ wäre der erste Nasa-Rover auf dem Mond. Bisher hatte die Nasa dort nur die „Lunar Roving Vehicle“ im Einsatz, die Mondfahrzeuge, die bei den letzten drei „Apollo“-Missionen eingesetzt wurden. Ganz anders dagegen Russland und China: Beide Nationen haben bereits Rover auf dem Erdtrabanten platziert und gesteuert.

Raumfahrt: Private Lander bringen Nasa-Fracht zum Mond

Die Unternehmen Astrobotic und Intuitive Machines sind die ersten beiden, die im Rahmen des Nasa-Programms CLPS zum Mond aufbrechen werden. Doch auch weitere Unternehmen haben Mond-Lander für das Programm entwickelt. Der Lander „Xelene“ von Masten Space Systems soll im Jahr 2023 Fracht von Nasa und privaten Unternehmen auf den Mond transportieren, der Lander „Blue Ghost“ von Firefly Aerospace wird auf dem Weg zum Mond ebenfalls Nasa-Fracht an Bord haben und hat eigenen Angaben zufolge noch Platz für weitere private Fracht.

Ein „Lunar Roving Vehicle“, ein Mondfahrzeug, im Einsatz bei der letzten Nasa-Mondmission „Apollo 17“. (Archivbild)

Der große Ansturm auf den Mond mit Nasa-Unterstützung beginnt im Jahr 2022 – nur eine Sache macht manchen Beteiligten Sorgen: 2019 brachen gleich drei Missionen zum Mond auf – nur eine von ihnen stürzte nicht ab und hatte Erfolg. „Wir alle haben Angst bekommen nach den Fehlschlägen“, erklärt der Planetenwissenschaftler Robert Grimm gegenüber dem Magazin Science. „Was haben sie falsch gemacht?“. Grimm ist für Instrumente bei zwei der Missionen, die in den kommenden Jahren zum Mond fliegen sollen, zuständig.

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Vier der zehn geplanten CLPS-Missionen zum Mond sollen am Südpol des Erdtrabanten landen, viele der wissenschaftlichen Instrumente an Bord der Lander sollen die Wasservorkommen auf dem Mond erforschen – ein wichtiges Thema für die weiteren Pläne der Nasa: 2024 will die Nasa die nächsten Menschen auf den Mond bringen – das Datum gilt unter Fachleuten als fraglich, jedoch wurde bisher kein neuer Termin genannt. Klar ist aber bereits: Die Nasa möchte dieses Mal „nachhaltig“ den Mond erforschen und erkundet deshalb bereits im Voraus Wasservorkommen, die von den Astronaut:innen dann genutzt werden könnten. (tab)

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