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Der Südpol des Mondes. Dort soll es nicht nur Wasser, sondern auch Kohlendioxid in sogenannten Kältefallen geben, sagen Forschende. Die Nasa will dort künftig forschen.
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Der Südpol des Mondes. Dort soll es nicht nur Wasser, sondern auch Kohlendioxid in sogenannten Kältefallen geben, sagen Forschende. Die Nasa will dort künftig forschen.

Neue Studie

Mond im Fokus: Gefrorenes CO2 am Südpol entdeckt – Wie es bei der Erforschung helfen kann

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Um nachhaltige Raumfahrt zu machen, will die Nasa künftig Ressourcen vor Ort nutzen. Da kommt eine Studie gerade recht: Sie hat Kohlendioxid auf dem Mond ausgemacht.

Tucson – Lange Zeit wurde der Mond von der Raumfahrt weitestgehend ignoriert. Nun rückt er langsam wieder in den Fokus. Nach mehreren versuchten und nur teilweise geglückten robotischen Mondlandungen in den vergangenen Jahren bemüht sich die US-Raumfahrtorganisation Nasa darum, nach 1972 wieder Menschen auf dem Mond landen zu lassen.

Für „frühestens 2025“ hat sie die nächste Mondlandung angekündigt. Im Gegensatz zu den „Apollo“-Missionen soll es dieses Mal jedoch „nachhaltig“ zum Mond und später zum Mars gehen: Man will nicht nur landen und wieder weg, sondern länger bleiben und dabei möglichst auch Ressourcen nutzen, die es vor Ort bereits gibt.

Auch deshalb wird zur sogenannten „In-Situ Resource Utilization“ mehr geforscht, es gibt beispielsweise eine Studie darüber, wie Astronaut:innen auf dem Mond oder Mars vorhandene Ressourcen nutzen können, um Beton herzustellen. Doch auch die vermeintlich „einfacheren“ Dinge sind auf dem Mond schwierig und spielen daher in der Forschung eine große Rolle. Die Frage, wie man auf dem kargen Himmelskörper an Wasser kommt, beispielsweise. Forschende haben auf dem Mond bereits Wassermoleküle nachgewiesen und vermuten außerdem Wasser am Südpol des Erdtrabanten. Das soll vor der nächsten Mondlandung ein Rover untersuchen. Nun hat eine neue Studie herausgefunden, dass es auf dem Mond auch Kohlendioxid gibt.

Forschende sagen Kohlendioxid auf dem Mond voraus: „Vernünftige Erwartung“

„Nach Wasser ist Kohlenstoff wahrscheinlich die wichtigste Ressource auf dem Mond“, erklärt der Hauptautor der Studie, Norbert Schorghofer vom Planetary Science Institute (PSI) in Tucson, USA. Kohlenstoff könne verwendet werden, um Raketentreibstoff herzustellen, aber auch für Biomaterialien oder Stahl. „Wenn wir Kohlenstoff oder Treibstoff von der Erde mitbringen müssen, treibt das die Kosten für unseren Aufenthalt in die Höhe“, erläutert Schorghofer den Hintergrund.

Seit zwölf Jahren misst das „Diviner Lunar Radiometer Experiment“ an Bord des Nasa-Orbiters „Lunar Reconnaissance Orbiter“ die Oberflächentemperatur des Mondes. Die Daten aus elf Jahren hat ein Team um Schorghofer ausgewertet und zeigt nun in der Studie, die im Fachjournal Geophysical Research Letters erscheint, dass es Kohlendioxid-Kältefallen auf dem Mond geben muss. „Unsere Arbeit zeigt die Existenz von Kohlendioxid-Kältefallen. Die Theorie sagt vorher, dass sich darin gefrorenes CO2 angesammelt haben sollte“, so Schorghofer. „Unsere Arbeit zeigt nicht, dass es dort wirklich CO2 gibt, aber es ist eine vernünftige Erwartung.“

Kohlendioxid auf dem Mond könnte Raumfahrt künftig erleichtern

„Kältefallen“ sind Taschen in der Oberfläche des Mondes, in der sich Gase ansammeln und für lange Zeit bleiben können. Da es auf dem Mond kalt ist und in die „Kältefallen“ kein wärmendes Licht fällt, kann das Kohlendioxid (Gefrierpunkt: -78 Grad Celsius) dort in gefrorenem Zustand vorkommen. Vor allem am Südpol des Mondes, in einem Gebiet mit einer Größe von etwa 204 Quadratkilometern, haben Forschende Kohlendioxid-Kältefallen entdeckt, die meisten im Amundsen-Krater.

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„Diese Orte sollten für künftige Landemissionen die höchste Priorität haben“, erklärt der Planetenforscher Paul Hayne gegenüber dem Portal Salon.com. Hayne war an der Studie nicht beteiligt. Doch auch die Forschenden, die die Studie verfasst haben, schlagen den Amundsen-Krater auf dem Mond als „vielversprechendes Ziel für die Forschung“ vor. Es sei jedoch auch eine „technologische Herausforderung“: In dem Krater herrschen dauerhaft Temperaturen von -200 Grad Celsius, außerdem ist es immer dunkel. (tab)

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