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Moderna entwickelt Impfstoffe gegen 15 Krankheiten

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Von: Pamela Dörhöfer

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Das Unternehmen Moderna aus den USA stellt seine mRNA-Technologieplattform Forschenden in aller Welt zur Verfügung.

Cambridge – Die Pharmafirma Moderna aus den USA hat angekündigt, bis zum Jahr 2025 Impfstoffe gegen 15 Krankheitserreger entwickeln und in klinischen Studien testen zu wollen, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „als größtes Risiko für die öffentliche Gesundheit identifiziert wurden“, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt. Die große Mehrzahl dieser Leiden betrifft Menschen in armen Ländern. Konkret handelt es sich um Chikungunya, das Hämorrhagische Krim-Kongo-Fieber, Dengue, Ebola, Malaria, HIV, die Marburg-Virus-Krankheit, das Lassa-Fieber, Mers, Corona beziehungsweise Covid-19, Nipah, durch Henipaviren ausgelöste Beschwerden, das Rift-Valley-Fieber, das schwere Fieber mit Thrombozytonpenie-Syndrom, Zika und um Tuberkulose.

Die meisten werden von Viren verursacht, die Malaria hingegen von Parasiten, die Tuberkulose von Bakterien. Gegen beide wird seit Jahrzehnten nach wirksamen Vakzinen geforscht. Zwar gibt es gegen Tuberkulose einen Lebendimpfstoff, doch dessen Schutz ist sehr begrenzt. Gegen Malaria empfiehlt die WHO seit einigen Monaten einen Impfstoff bei Kindern. Bei anderen Krankheiten hingegen sind die Forschungsaktivitäten bisher eher gering.

Die US-Pharmafirma Moderna hat angekündigt, bis zum Jahr 2025 Impfstoffe gegen 15 Krankheitserreger entwickeln und in klinischen Studien testen zu wollen.
Die US-Pharmafirma Moderna hat angekündigt, bis zum Jahr 2025 Impfstoffe gegen 15 Krankheitserreger entwickeln und in klinischen Studien testen zu wollen. © Jörg Carstensen/dpa

Unternehmen Moderna aus den USA stellt Technologie weltweit zur Verfügung

Moderna, Hersteller eines der beiden mRNA-Vakzine gegen Covid-19, das auch Moderna genannt wird, gab weiter bekannt, seine Technologie Forschenden zur Verfügung zu stellen, die in ihren Laboren an Impfstoffen gegen die aufgeführten, gegen andere vernachlässigte oder neu auftretende Krankheiten arbeiten. Man wolle mit diesem neuen Programm „mRNA-Access“ eine „Gemeinschaft globaler Wissenschaftler schaffen, die von überall auf der Welt Zugang zu unserer mRNA-Impfstofftechnologie haben“, erklärt Moderna-Chef Stéphane Bancel. Die Flexibilität der mRNA-Technologie eigne sich „hervorragend für eine schnelle Reaktion“ auch auf die von der WHO definierte sogenannte „Disease X“. Darunter versteht man einen Erreger „als Grund für eine schwere internationale Epidemie, von dem derzeit nicht bekannt ist, dass er auch menschliche Krankheiten verursacht“.

Das Unternehmen aus den USA sagt außerdem zu, seine Covid-Impfstoffpatente in 92 Ländern mit niedrigem und mittleren Einkommen, die sich im Rahmen der Impfallianz Gavi qualifiziert hatten, auf Dauer nicht durchzusetzen. (Zu Beginn der Pandemie hatte Moderna noch gesagt, Patentrechte nur während der akuten Krise nicht geltend zu machen). Das Versprechen gilt aber nur unter der Voraussetzung, dass die in diesen Ländern hergestellten Vakzine ausschließlich dort verwendet werden. (Pamela Dörhöfer)

Biontech, Curevac und auch Moderna forschen außerdem an einem mRNA-Impfstoff gegen Krebs.

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